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1860-Co-Trainer Brandl: "Michael und ich haben nur den Löwen im Kopf"

Im zweiten Teil der AZ-Serie über die Löwen im Hintergrund spricht Co-Trainer Günter Brandl über taktische Aufgaben, was ein Sascha Mölders noch dazulernen kann – und seinen Chef Michael Köllner.
| Matthias Eicher
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Co-Trainer Günter Brandl nimmt am Training des TSV 1860 München auf dem Vereinsgelände teil.
Co-Trainer Günter Brandl nimmt am Training des TSV 1860 München auf dem Vereinsgelände teil. © Peter Kneffel/dpa

München - AZ-Interview mit Günter Brandl: Der gebürtige Regensburger (58) ist seit November 2019 Co-Trainer beim TSV 1860.

AZ: Herr Brandl, mit dem 1:0 gegen Zweitliga-Absteiger Würzburg hat der TSV 1860 seinen Status als Aufstiegsaspirant gleich untermauert. . .
GÜNTER BRANDL: Wenn man erst Achter und dann Vierter wird, muss man kein Rechenkünstler sein, dass man in die Favoritenrolle gedrängt wird. Ich denke aber, dass neben den Absteigern auch Magdeburg und der 1.FC Kaiserslautern eine Rolle spielen werden.

Brandl kümmert sich vorrangig um die Offensive

Und was ist mit Lokalrivale Türkgücü, dem Shopping-Meister der Liga?
Ich will nicht groß nach links und rechts blicken. Wir wollen auf uns schauen und uns kontinuierlich entwickeln: Das ist für mich der Grundstein für den Erfolg.

Kommen wir zu Ihren Aufgaben unter Cheftrainer Michael Köllner: Was sind die Brandl-Baustellen?
Ich kümmere mich als Co-Trainer im Allgemeinen um den Ballbesitz, aber vorrangig um die Offensive. Dazu gehört das Einzel- und Gruppentraining der offensiven Mittelfeldspieler und Angreifer. Gerade im letzten Drittel ist es wichtig, dass gewisse Abläufe stimmen.

Sechzig hat in der vergangenen Spielzeit 69 Saisontore erzielt, absoluter Bestwert. Sie scheinen nicht viel falsch gemacht zu haben.
Die Fakten sprechen für sich (lächelt), aber der Teufel liegt oft im Detail. In der neuen Saison wollen wir uns in der Offensive weiterentwickeln und mit zwei Stürmern noch mehr Durchschlagskraft aufbieten.

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"Sascha Mölders ist ein absoluter Top-Stürmer"

Sascha Mölders ist mit 22 Treffern zum ältesten Torschützenkönig im Profifußball geworden. Was können Sie ihm noch beibringen?
Wer den Sascha kennt der weiß: Er wird versuchen, seine bisherige Bestmarke zu knacken. Er ist schon ein absoluter Top-Stürmer, man muss eher schauen, ihn bei Laune zu halten. Ich denke, das kriegen wir ganz gut hin. Wir diskutieren auch oft über Spielsituationen und wie man sie besser lösen könnte.

Sie gelten als Köllners Vertrauter. Wie kam es zu dieser Verbindung?
Wir sind uns in den 90er Jahren erstmals über den Weg gelaufen: Er war DFB-Koordinator, ich war NLZ-Leiter beim Post SV Regensburg und später bei Jahn Regensburg. Wir haben auf regionaler Ebene zusammen Spieler gescoutet und dabei schon gespürt, dass wir ähnlich ticken. Michael ist ein toller Trainer und ein toller Mensch. Zwischen uns passt kein Blatt.

Wie hat sich die Zusammenarbeit im Trainerteam eingespielt?
Die oberste Entscheidungsgewalt liegt natürlich beim Cheftrainer, aber jeder kann hier seine Stärken einbringen. Das ist auch ganz wichtig. Nur, wenn alle Rädchen ineinandergreifen, läuft das große Ganze.

"Michael Köllner steht für ein konstruktives Miteinander"

Die Rädchen Brandl und Franz Hübl waren in der vergangenen Saison oft zusammen auf Tribüne. Wie läuft es in dieser Spielzeit?
Wir haben uns bislang ein Kämmerchen auf der Haupttribüne geteilt: Franz für die Videoanalyse und ich, um das Spiel generell von oben zu beobachten. Michael hatte in der letzten Saison ja öfter ein Headset auf. Jetzt ist es wieder weg, vielleicht haben wir ihm zu viel ins Ohr diskutiert (lacht). In dieser Saison bin ich unten auf der Bank mit dabei, stimme mich per Headset mit Franz Hübl ab und stehe in direktem Kontakt mit Michael. Am Ende ist die Hauptsache, dass das Resultat stimmt.

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Nehmen Sie uns doch mal mit: Wie sieht so eine Trainer-Kurzbesprechung in der Halbzeitpause aus?
Wir Assistenten, auch Geschäftsführer Günther Gorenzel: Jeder bringt sich ein und hält einen, sagen wir mal, 30 Sekunden-Vortrag. Dann entscheidet der Trainer, ob wir System und Taktik beibehalten, umstellen oder einen Wechsel vornehmen. Unsere Zusammenarbeit ist von großem Respekt geprägt.

Köllner hat es in den vergangenen zwei Jahren geschafft, das Umfeld auch in vereinspolitischer Hinsicht zu befrieden.
Seine ganze Art, wie er den Verein anpackt: Er steht für ein konstruktives Miteinander. Manche Trainer sind zu negativ, zu emotional. Michael gelingt es, irgendwie immer den richtigen Ton zu treffen. Vielleicht ja auch, weil er so viel redet (lacht)

Zum vollkommenen Giesinger Glück fehlt ja nur noch der Aufstieg...
Wir wollen uns keinen Druck aufbauen, dafür ist die Liga insgesamt auch zu stark. Aber wir geben alles um den maximal möglichen Erfolg zu erreichen. Dazu haben Michael und ich auch fast immer nur den Löwen im Kopf.

Das Schicksal eines Co-Trainers ist manchmal eng an seinen Chef geknüpft: Was würden Sie tun, sollte Michael Köllner irgendwann weiterziehen?
Darauf gibt es nur eine Antwort: Günter Brandl geht mit.

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