Small in Japan: Die Bayern ohne Sieben

Natürlich gibt es die Bayern-Website längst auch auf Japanisch. Und in Chinesisch, rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Spiele. Marketing ist alles. Geldverdienen noch mehr. Daher reisen die Bayern zum dritten Mal seit 2005 nach Japan. Der Klub-Partnerschaft mit den Urawa Red Diamonds wegen. Oder ist es eher ein Zwang?
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Hoeneß vergleicht ihn mit Oliver Kahn: Jürgen Klinsmann.
az Hoeneß vergleicht ihn mit Oliver Kahn: Jürgen Klinsmann.

MÜNCHEN - Natürlich gibt es die Bayern-Website längst auch auf Japanisch. Und in Chinesisch, rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Spiele. Marketing ist alles. Geldverdienen noch mehr. Daher reisen die Bayern zum dritten Mal seit 2005 nach Japan. Der Klub-Partnerschaft mit den Urawa Red Diamonds wegen. Oder ist es eher ein Zwang?

Der neue Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann war nicht begeistert, doch der Termin für diese Reise im Sommer nach der EM stand schon. Alle zwei Jahre müssen die Bayern sich in Japan zeigen.

Bei der Ankunft am Mittwochmorgens um 10.25 Uhr Ortszeit in Tokio werden einige nicht so gut informierte Fans wohl enttäuscht sein. Weil ihr größtes Idol fehlt. Oliver Kahn, der Titan, der Held der Japaner, spätestens seit der WM 2002 in Asien. Im Mai hat er seine Karriere beendet, es ist der erste Japan-Trip der Bayern ohne ihn.

Neben Kahn fehlen zudem die echten Weltstars. Bayern – small in Japan? Franck Ribéry geht nach seinem Riss im Syndesmoseband noch auf Krücken, und Weltmeister Luca Toni bleibt wegen Wadenproblemen in München. Wegen leichter muskulärer Blessuren mussten – oder durften – auch Tim Borowski, Martin Demichelis und Hans Jörg Butt auf den Flug verzichten, zudem fehlen die Olympiafahrer José Ernesto Sosa und Breno. Dafür mit an Bord: die Nachwuchsspieler Mehmet Ekici und Thomas Müller.

Manager Uli Hoeneß gibt zu: „Es ist auffällig, dass ein Oliver Kahn nicht dabei ist. Wenn Luca Toni und Franck Ribéry dabei wären, wäre das wieder ausgeglichen, aber die beiden sind leider verletzt. Wir haben aber immer noch eine schöne Mannschaft, die jetzt mitfliegt: Basti (Schweinsteiger, d. Red), Lahm und Lukas (Podolski, d. Red.), die sind alle sehr populär in Japan, auch der Miroslav Klose. Das ist ja die halbe deutsche Nationalmannschaft. Das ist ja nicht so, dass wir da mit der zweiten Mannschaft hinfahren.“

Und das so kurz vor dem Start in die neue Saison mit dem ersten Pflichtspiel am 10. August im DFB-Pokal in Erfurt. „Das ist zwar eine grenzwertige Geschichte, aber wir wollen ein Global Player sein“, sagte Manager Uli Hoeneß gestern, „wir dürfen nicht nur auf Europa schauen, wir müssen die Welt im Blick haben. Wir sind Botschafter des deutschen Fußballs. Wir haben riesen Nachholbedarf gerade gegenüber der Premier League, aber auch Spanien und Italien gegenüber.“

Ein solcher Botschafter kann übrigens nicht irgendein deutscher Klub sein – dafür braucht es schon größeres Kaliber, findet Hoeneß: „Es bringt der Liga wenig, wenn ein Aufsteiger oder einer, der im Mittelfeld herumturnt, da runter fliegt. Das kann sogar kontraproduktiv sein.“ Also ist der FC Bayern 75 Stunden unterwegs – für ein einziges Show-Spiel.

Am Freitag, 17.45 Uhr, soll die Mannschaft wieder in München landen.

P. Strasser, T. Klein

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