Bender schießt Deutschland ins Viertelfinale!

Gezittert, gebangt und alles gewonnen: Nach etlichen Schrecksekunden hat Startelf-Debütant Lars Bender die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ins EM-Viertelfinale geschossen.
| dapd
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Was für ein EM-Gefühl! Lars Bender trifft zum 2:1 gegen Dänemark, schießt Deutschland damit ins Viertelfinale.
dpa Was für ein EM-Gefühl! Lars Bender trifft zum 2:1 gegen Dänemark, schießt Deutschland damit ins Viertelfinale.

Lemberg - Mit seinem ersten Länderspieltor erzielte der Leverkusener und Ex-Löwe Lars Bender am Sonntagabend in Lemberg das 2:1 gegen Dänemark und brachte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes damit als Sieger der Gruppe B in die Runde der letzten Acht. Gegen Griechenland spielt das Team von Bundestrainer Joachim Löw am kommenden Freitag in Danzig um den Einzug ins Halbfinale.

Eine souveräne Vorstellung war der Auftritt gegen den Europameister von 1992 nach den Siegen gegen Portugal (1:0) und die Niederlande (2:1) nicht. Löw, die Mannschaft und rund 10.000 deutsche Fans unter den 33.500 Zuschauern mussten phasenweise aber kräftig zittern. Doch mit dem dritten Sieg in der Vorrunde gelang der Mannschaft etwas, was selbst die Europameister von 1980 und 1996 nicht geschafft hatten.

Lukas Podolski erzielte in seinem 100. Länderspiel die Führung (19. Minute), die Michael Krohn-Dehli für die Dänen schnell ausgleichen konnte (24.), bevor Bender die Entscheidung gelang (80.). Der Vize-Europameister erspielte sich eine Vielzahl von Torchancen, konnte sie aber nicht nutzen. Durch die Konstellation, dass eine Niederlage und ein gleichzeitiger Sieg von Portugal gegen die Niederlande im Parallelspiel der Gruppe in Charkiw das Aus bedeutet hätte, wuchs die Spannung ständig. Als Jakob Poulsen in der 54. Minute mit einem Schuss aus 16 Metern den Außenpfosten traf, war dies mehr als ein Warnschuss.

Bilderstrecke: Die deutsche Elf in der Einzelkritik

Löw musste die Mannschaft ändern, weil Jerome Boateng wegen zwei Gelber Karten gesperrt war. Für ihn kam Lars Bender als rechter Verteidiger ins Team, obwohl er in Leverkusen eigentlich als defensiver Mittelfeldspieler beschäftigt ist und lediglich 16 Minuten einmal auf der rechten Abwehrseite aushalf. Doch bei seinem ersten Einsatz in der Startelf machte der 23-Jährige seine Sache ordentlich. „Er hat im Training gezeigt, dass er sehr stabil ist und der Mannschaft helfen kann“, sagte Löw-Assistent Hansi Flick vor dem Anstoß.

Gleich mit dem Spielbeginn machten die Deutschen deutlich, dass sie es ernst mit der „Mission Titelgewinn“ meinen. Sie drängten und erspielten sich viele Tormöglichkeiten. Die erste hatte der sehr agile Thomas Müller, der in der 2. Minute knapp über das Tor schoss. In der 6. Minute hätte der Münchner das 1:0 machen müssen. Podolski flankte vor den Fünfmeterraum, aber Müller schoss dem dänischen Torwart Stephan Andersen direkt in die Arme.

Auf der anderen Seite ließ immer wieder Nicklas Bendtner, den Podolskis zukünftiger Klub FC Arsenal an Sunderland ausgeliehen hat, seine Gefährlichkeit mit Kopfbällen und Schüssen aufblitzen. Die deutsche Offensive setzte die Skandinavier mit konsequentem Pressing unter Druck, schuf sich dadurch selbst auf schnellsten Wege beste Torchancen.

 Podolski überholt Seeler

In der 19. Minute war es soweit: Müller drehte sich im Strafraum um den Verteidiger und passte vor das Tor, Gomez lenkte den Ball leicht mit der Hacke weiter, dann knallte Podolski die Kugel mit Wucht in den Kasten. Der 27-Jährige steht in der DFB-Torjägerliste nun mit vier Treffern allein auf Platz sechs und ließ Uwe Seeler (43 Tore) hinter sich.

Die Dänen, von Löw und seinen Spielern als gefährlich eingestuft, spielten aber solide und unerschrocken. „Sensationen gefallen uns“, sagte Christian Eriksen vor dem Spiel. Bei den Rothemden ist noch immer der große Triumph im Hinterkopf, der ihnen 1992 im EM-Endspiel mit dem 2:0 gegen den damaligen Weltmeister Deutschland gelang. Mit einem Sieg hätten sich die Dänen selbst in das Viertelfinale gebracht und dem Favoriten Deutschland ein Bein stellen können.

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Gleich mit der ersten Ecke für die Dänen zeigte sich die Schwäche der deutschen Elf bei Standardsituationen. Bendtner köpfte perfekt und hart in die Mitte zu Krohn-Dehli, der per Kopf ins Tor zum 1:1 verlängerte. Es folgte ein Feuerwerk des DFB-Teams von Offensivaktionen mit besten Chancen, aber Gomez, Podolski, Sami Khedira und erneut Gomez vergaben sie.

In der zweiten Halbzeit verlor das Löw-Team an Format. Es blieb überlegen, aber ließ immer die Klarheit vermissen. Dann ging Portugal gegen Holland in Führung und damit wuchs der Druck noch stärker. Andre Schürrle kam für Jubilar Podolski, Miroslav Klose für den diesmal enttäuschenden Gomez.

Bis zehn Minuten vor dem Ende musste gezittert werden, dann traf ausgerechnet Startelf-Debütant Bender.

 

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