Gegen Kamerun fast blamiert: DFB-Elf im Check

Beim 2:2 gegen Kamerun schrammt das DFB-Team nur haarscharf an einer Pleite vorbei. Elf Tage vor WM-Beginn hapert es noch in vielen Belangen. Die AZ macht den Check – und blickt nach vorne.
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Machtlos: Torwart Roman Weidenfeller kann den Linksschuss von Choupo-Moting (nicht im Bild) zum 2:2 nicht verhindern. Löw und Flick (r.)sind bedient.
dpa Machtlos: Torwart Roman Weidenfeller kann den Linksschuss von Choupo-Moting (nicht im Bild) zum 2:2 nicht verhindern. Löw und Flick (r.)sind bedient.

MÖNCHENGLADBACH - Ein Härtetest war es, dieses Freundschaftsspiel gestern Abend in Mönchengladbach. Kamerun, die Mannschaft von Trainer Volker Finke, testete die Knochenstabilität der DFB-Stars 15 Tage vor deren ersten WM-Spiel gegen Portugal. Und? Alles stabil, keine weiteren Verletzten. Aber erst nach dem Rückstand drehte man auf. Thomas Müller und André Schürrle drehten das Spiel. Am Ende stand’s 2:2 – knapp an einer Pleite vorbei. Viel weiter ist man nicht auf der Suche nach der WM-Form.

Lesen Sie hier: AZ-Meinung - Gegen Kamerun: Jogidämmerung? Genug gejammert!

Lesen Sie hier: Deutschland nur mit 2:2 gegen Kamerun

ARD-Experte Mehmet Scholl: „Die Fouls der Afrikaner kennt man, das ist härter und ruppiger. Es ist nicklig. Wenn das schon reicht, das wir aus dem Tritt kommen, macht mir das Sorgen. Sie müssen lernen, das man mal erwischt wird. Ghana wird ähnlich spielen bei der WM.“

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Diese Lektion sollten die DFB-Kicker gelernt haben. Um was es sonst noch ging im nicht ausverkauften Borussia-Park nach der schwierigen bis chaotischen Vorbereitung in Südtirol mit verletzten Stars (Neuer, Lahm, Schweinsteiger), dem Pinkel-Skandal um Großkreutz, dem Führerscheinverlust von Bundestrainer Joachim Löw sowie den Unfall-Opfern bei einem Werbe-Dreh?

Der AZ-Check:

Stimmt die Form? Noch nicht, erst nach dem 0:1 mit richtig Wut. Im rot-schwarzen Auswärtstrikot fing die DFB-Elf munter an, hatte dann aber einige Hänger.

Fehlt mit Klose ein echter Stürmer? Der 35-Jährige hat Fitnessrückstand, blieb draußen. Löw: „Er hatte die letzten zwei, drei Tage seine Probleme. Aber er ist ein Turnierspieler, braucht noch ein paar Trainingseinheiten.“ Zur Not muss halt wie immer der Müller ran.

Kann Götze als falsche Neun Klose ersetzen? Götze war schwach, Özil noch schwächer. Scholl: „Da kommt zu wenig!“ Löw verteidigte ihn: Mesut hat nicht seinen besten Tag gehabt, er braucht noch zwei Wochen, dann werden wir bei der WM einen starken Mesut sehen.“

Hat Khedira die nötige Fitness? Nach dem Champions-League-Finale vor acht Tagen ist der Real-Star noch nicht ganz fit, soll sich die letzten Prozente über die Testspiele holen. Hat noch Nachholbedarf, dürfte aber im defensiven Mittelfeld gesetzt sein. Löw hofft weiter auf Bastian Schweinsteiger (Knieprobleme) als Nebenmann, der dabei war, aber nicht im Kader stand.

Wäre Weidenfeller ein Top-Neuer-Ersatz? Ja. Er hat nicht des Welttorhüters Klasse, agierte im zweiten Länderspiel souverän (siehe Seite 24).

Wer besetzt die Innenverteidigung? Gegen Kamerun setzte Löw auf Hummels/Mertesacker. Der Arsenal-Star hat seinen Platz sicher. Einen Wettbewerbsnachteil dagegen Jérôme Boateng, der Bayern-Verteidiger ist zu flexibel. Er musste hinten rechts ran, so könnte es auch zum WM-Start sein, wenn Philipp Lahm nicht rechtzeitig fit wird. Der setzte sein Aufbautraining (Sprunggelenksblessur) fort.

Ist Durm die Entdeckung auf der linken Abwehrseite? Solides Spiel. Da sein Dortmunder Team-Kollege Marcel Schmelzer (Aufbautraining nach Knieproblemen) nicht im Aufgebot war, dürfte Durm nominiert werden. Scholl über den BVB-Debütanten: „Da er von Beginn an gespielt hat, ist er sicher bei der WM dabei.“ Womöglich als Stammspieler?

Welche drei Spieler streicht Löw noch? Montag muss der Bundestrainer seinen 23-Mann-Kader der Fifa melden. Erste Kandidaten für ein ernstes Gespräch: Shkodran Mustafi (Sampdoria), Matthias Ginter (Freiburg), Kevin Großkreutz (BVB) sowie der offensive Julian Draxler (Schalke).

 

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