Viele Spiele, kaum Training: Wann kann der FC Bayern überhaupt an seinen Problemen arbeiten?

Seit Wochen lässt sich der FC Bayern auskontern – egal wie der Gegner heißt. Eine Anpassung der Taktik gestaltet sich angesichts des straffen Terminplans allerdings schwierig.
| Bernhard Lackner
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Der FC Bayern hat in dieser Saison nur wenige Gelegenheiten, seine Taktik im Training einzustudieren.
Der FC Bayern hat in dieser Saison nur wenige Gelegenheiten, seine Taktik im Training einzustudieren. © imago images / Lackovic

München - Wann bekommt der FC Bayern seine Probleme in der Defensive gelöst? Fünf Monate nach dem Triple-Erfolg von Lissabon weist der Rekordmeister eine historisch schlechte Bilanz auf. 24 Gegentreffer in 15 Ligaspielen – so anfällig waren die Bayern letztmals Anfang der 80er!

Wenn es denn richtig funktioniert, ist das Spielsystem der Münchner mit seinem extrem hohen Pressing für kaum einen Gegner erfolgreich zu bespielen – das vergangene Jahr war nicht zufällig das erfolgreichste der Vereinsgeschichte. Aktuell geht die Taktik allerdings nicht auf. Die Spieler von Trainer Hansi Flick wirken mental seit Wochen nicht ganz auf der Höhe und leisten sich immer wieder individuelle Fehler, die das taktische Konstrukt in seiner Gänze ins Wanken bringen. "Die Köpfe sind müde, die geistige Frische fehlt, genauso die Konzentration", meinte auch "Sky"-Experte Didi Hamann jüngst im AZ-Interview.

In Kiel: Hansi Flick passt taktische Ausrichtung an

Die offensichtlichen Parallelen in der Entstehung der Gegentreffer sind freilich auch Flick nicht entgangen. "Bei unseren Gegentoren war es zuletzt immer das gleiche Muster. Daran müssen wir arbeiten", meinte er nach der Pokal-Blamage am Mittwoch bei Holstein Kiel (7:8 n.E.). Was er meint? Zu häufig fehlt im Gegenpressing das richtige Timing, was innerhalb weniger Sekunden große Räume öffnet. Dann braucht es nur noch einen Steilpass hinter die Abwehrkette und der Gegner läuft frei auf Manuel Neuer zu.

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"Man merkt schon bei den Mannschaften, die gegen Bayern spielen, dass sie so ein bisschen dieses Hochstehen der Abwehr versuchen auszuspielen mit direkten Pässen hinter die Abwehr", analysierte Bayern-Legende Bastian Schweinsteiger am Mittwoch in der "ARD": "Es kommt mir so vor, als ob der Code so langsam entschlüsselt wird."

Es ist nicht so, dass Trainer Flick stur auf seiner taktischen Ausrichtung beharren würde. "Wir haben heute von Anfang an nicht so gespielt, wie wir das normal machen", meinte der Bayern-Coach nach der Niederlage in Kiel: "Es ist immer eine Überlegung in unserem Trainerteam, wie wir die Dinge angehen wollen. Es ist nicht so, dass wir uns da keine Gedanken machen."

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FC Bayern hat kaum Gelegenheit, um Taktik anzupassen

Das Problem dabei: Taktische Anpassungen lassen sich aufgrund der hohen Spielbelastung eher in der Theorie als auf dem Trainingsplatz vornehmen – die Einheiten dienen in dieser Saison regelmäßig nur der Regeneration. Die praktische Umsetzung erfolgt daher gezwungenermaßen häufig während der Spiele.

Entspannung ist derzeit nicht in Sicht, im Gegenteil. Alleine in den nächsten viereinhalb Wochen stehen sechs Ligaspiele auf dem Plan, Anfang Februar kommt noch die Klub-WM in Katar dazu. Sofern sie in der Champions League vertreten bleiben, bestreiten die Münchner bis zum Saisonende im Mai überwiegend Englische Wochen.

Ausreden will Flick allerdings nicht zählen lassen: "Wir müssen jetzt nach vorne schauen und noch viel arbeiten. Es gibt jetzt keine Entschuldigungen mehr."

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