AZ-Reporter vor Ort: Holstein Kiel erlebt den schönsten Tag seit 1912

An der Ostsee herrscht Ausnahmezustand. Vor allem Bartels wird gefeiert. "Ein Märchen".
| Maximilian Koch
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Im Alter von 33 Jahren gelingt ihm der erste Sieg gegen Bayern - und was für einer! Kiels Matchwinner Fin Bartels (l.).
Christian Charisius/dpa Im Alter von 33 Jahren gelingt ihm der erste Sieg gegen Bayern - und was für einer! Kiels Matchwinner Fin Bartels (l.).

Am Tag danach war Kiel noch immer im Freudentaumel. "Unglaublich, was da gestern passiert ist", hörte man Menschen im Hotel oder am Bahnhof sagen. Manch einer dürfte seinen Holstein-Schal oder den Plüsch-Storch, das Maskottchen des Vereins sicher mit zur Arbeit genommen haben.

Entsprechend euphorisch lasen sich auch die Schlagzeilen. "Das Wunder von Kiel", titelten die "Kieler Nachrichten" und schrieben von einem "Abend für die Ewigkeit". Nun weiß man, dass nichts für die Ewigkeit ist, doch diese Schnee-nacht an der Förde war tatsächlich unglaublich, gigantisch, historisch. Der wohl größte Tag in der Klubgeschichte seit dem deutschen Meistertitel 1912.

Der Ministerpräsident ist eigentlich Bayern-Fan

Da vergaß selbst Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), dass er Bayern-Mitglied ist und die "Falschen" gewonnen hatten. "Ich habe laut mitgebrüllt", sagte Günther. Am Kieler Rathaus ließ Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) Holstein-Fahnen aufhängen, verbunden mit dem Wunsch, an gleicher Stelle im Sommer den Bundesliga-Aufstieg zu feiern. "Keine Frage: Mit diesem Team ist vieles möglich - auch in der Liga", sagte Kämpfer und nannte den Erfolg im Elfmeterschießen ein "Fußballmärchen".

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Das war es, zweifellos. "Es ist unfassbar, ein geiles Gefühl", sagte der Kieler Held Fin Bartels (33), der in der regulären Spielzeit zum 1:1 getroffen hatte und schließlich den entscheidenden Elfmeter gegen Manuel Neuer verwandelte. "Wir waren mutig und haben immer daran geglaubt." Für Bartels, den Ex-Bremer und gebürtigen Kieler, war es im 13. Spiel gegen Bayern der erste Sieg überhaupt. Und was für einer! Da war es nur verdient, dass sich der Routinier "ein, zwei Bierchen" gönnen wollte.

"Daran wird man sich noch viele Jahre erinnern"

Trainer Ole Werner war einfach nur stolz und erklärte: "Das ist etwas, an was man sich noch in vielen Jahren erinnert." Sein Team, aktuell Dritter in der 2. Liga, zeigte in jedem Fall, dass es Potenzial für die Bundesliga hat.

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Schade nur, dass die Kieler diesen großen Tag nicht ausgelassen mit ihren Fans feiern konnten. Vor dem Stadion standen 300 von ihnen bereit. Eine kleine Party im Mannschaftskreis gab es aber doch. Jonas Meffert kündigte an: "Ich glaube, wir werden jetzt ganz schön viel Alkohol trinken. Das ist etwas ganz Besonderes." Und Torhüter Ioannis Gelios, neben Bartels der Matchwinner, sagte: "Diesen Abend wird keiner in Kiel, kein Spieler, kein Fan, kein Mensch jemals vergessen."

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