Ulreich patzt - Bayern spielt nur 2:2 gegen den VfL Wolfsburg und verschenkt den sicher geglaubten Heimsieg

Bayern hat den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga  leichtfertig verschenkt Beim 2:2 (2:0) gegen einen lange harmlosen VfL Wolfsburg verspielten der Rekordmeister einen schon sicher geglaubten Heimsieg.
| Julian Buhl
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Enttäuschte Bayern nach dem Spiel: Joshua Kimmich (l.) und Thomas Müller.
sampics/Augenklick Enttäuschte Bayern nach dem Spiel: Joshua Kimmich (l.) und Thomas Müller.

Bayern hat den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga leichtfertig verschenkt. Beim 2:2 (2:0) gegen einen lange harmlosen VfL Wolfsburg verspielte der Rekordmeister einen schon sicher geglaubten Heimsieg.

München - Das hat man lange nicht gesehen bei den Bayern: Aus einem 2:0 wurde Freitagabend im Heimspiel gegen die Wolfsburger noch ein 2:2 – und damit ein doppelter Punktverlust. Schläfrig und irgendwie lätschern gab der Meister seine Führung und den Sieg aus der Hand. Ein seltsam fahriger und lebloser Auftritt gegen die Niedersachsen, die überhaupt erst den zweiten Punkt nach 2001 aus München entführten.

Sieg verschenkt: Das sagen Müller und Hummels

"Wir haben sie leider ins Spiel zurückgelassen, wir sind sauer auf uns selber. Wir haben die Entscheidung verpasst. Wir wollten, wir wollten, wir wollten, aber wir waren taktisch nicht gut aufgestellt. Das war am Ende das Problem", sagte Weltmeister Mats Hummels. Und Thomas Müller meinte: "Wolfsburg hat den Punkt nicht gewonnen, wir haben ihnen den Punkt mit einer Schleife überreicht. Wir haben nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben."

Die Analyse des früheren Bayern-Sportvorstands Matthias Sammer bei Eurosport Player: "So etwas darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren. Wie das Spiel gelaufen ist, spricht nicht für die Bayern. Das war ein größerer Rückschritt." Der VfL Wolfsburg mit Neu-Trainer Martin Schmidt (zweites Remis im zweiten Spiel) machte es gut, verteidigte kompakt, griff mutig an. Der Kopfball des eingewechselten Daniel Didavi (88.) sicherte den Achtungserfolg der Wölfe. Ernüchterung in München, Jubel bei den Gästen.

Ein mieses Vorspiel vor dem Showdown gegen Paris

Mühsam und zäh das Spiel der Bayern, ein abgestandener Kick des Meisters. Ein Dämpfer. Denn der Sieg war fest eingeplant und hätte die Tabellenführung über Nacht vor Borussia Dortmund beschert und damit eine gute Grundlage für den gemeinsamen Oktoberfest-Besuch mit Kind und Kegel am Samstagnachmittag in "Käfer’s Wiesn-Schänke". Am Dienstag geht es nach Paris, wo man einen Tag später in der Champions League auf Paris St. Germain trifft, "ein Prestige-Duell" für Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, "der beste neureiche Verein gegen einen altreichen Klub". Es war ein mieses Vorspiel.

Carlo Ancelotti rotierte auch beim zweiten Wiesn-Heimspiel kräftig. Fünf Änderungen im Vergleich zum 3:0 auf Schalke. Arjen Robben (nach Grippe) kam wie Franck Ribéry, Arturo Vidal und das Innenverteidiger-Duo Hummels/Boateng zurück. Überraschend draußen: James, der in Gelsenkirchen bester Bayer war mit einem Tor, einer Vorlage und dem herausgeholten Handelfmeter. Und zum dritten Mal hintereinander in der Startelf: Thomas Müller. Schau an, schau an. Er blieb aber ohne Wirkung.

Bayern-Führung nach "Fehlentscheidung" 

Die Partie dümpelte dann aber so vor sich hin. Als hätte man sich mittags schon auf eine Maß Bier auf dem Oktoberfest getroffen und müsste nun die Promille erst noch herausschwitzen. Eine halbe Stunde lang, dann nahmen die Dinge ihren gewohnten Lauf. Mit einem Elfmeter als Geschenk. "Eine Fehlentscheidung", fand Sammer, "ganz glasklar muss da der Video-Schiedsrichter eingreifen." Wolfsburgs Tisserand hatte Lewandowski in einem Zweikampf berührt, ja – aber ausreichend? Der Pole verwandelte sicher (33.) – das 1:0.
Schon sein siebter Saisontreffer. Bayerns Torjäger traf vor der Nordkurve, also dort, wo er vor exakt zwei Jahren gegen die Wölfe als Joker mit fünf Toren in 8:59 Minuten alle Rekorde gebrochen hatte. Diesmal kam ihm Arjen Robben in die Quere, traf zehn (!) Minuten später mit einem abgefälschten Schuss, erhöhte auf 2:0 (43.). Spannung kam erst auf, als Neuer-Ersatz Sven Ulreich sich einen Freistoß von Maximilian Arnold selbst reinboxte (56.), ein dicker Patzer. Schließlich sorgte Didavi für die Überraschung.

2:2 gegen Wolfsburg: Die Remis-Bayern in der Einzelkritik

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