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Versöhnung zwischen Breitner und Hoeneß: Nun soll es zu Beckenbauer gehen

Uli Hoeneß und Paul Breitner haben ihren Streit beigelegt. Das Verhältnis zwischen den beiden Bayern-Legenden war über viele Jahre angespannt, Breitners scharfe Kritik an der legendären Pressekonferenz 2018 hatte für den jüngsten Bruch gesorgt. Bei der Trauerfeier von Gerd Müller wurde das Kriegsbeil begraben.
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Uli Hoeneß (l.), Karl-Heinz Rummenigge (m.) und Paul Breitner könnten demnächst Franz Beckenbauer (r.) besuchen.
Uli Hoeneß (l.), Karl-Heinz Rummenigge (m.) und Paul Breitner könnten demnächst Franz Beckenbauer (r.) besuchen. © firo/Augenklick

München - Franz Beckenbauer sollte schon mal das Kaffeeservice aus dem Schrank kramen. Der 76-Jährige darf sich nämlich auf baldigen Besuch von drei engen Weggefährten einrichten. "Den würde es auch freuen, wenn alle drei mal wieder bei ihm vor der Tür stehen und dann einen Kaffee trinken, Mittagessen oder was auch immer", sagte Karl-Heinz Rummenigge bereits kürzlich und sprach dabei von sich selbst, Uli Hoeneß und Paul Breitner.

Die Delegation der Bayern-Legenden könnte sich schon bald auf dem Weg machen zum kaiserlichen Treffen. Die passende Hintergrundmusik dafür und sicher auch die entsprechende Vinylplatte wäre mit Beckenbauers Hit von 1966 schnell gefunden: "Gute Freunde kann niemand trennen."

Bei Trauerfeier für Gerd Müller: Breitner und Hoeneß versöhnen sich

Denn das, was Rummenigge bereits verriet, bestätigten die Betroffenen nun auch selbst: Hoeneß und Breitner haben ihren langjährigen Streit beigelegt. "Die Trauerfeier für Gerd (Müller; d. Red.) hat uns dazu gebracht, zu sagen: 'Mensch, eigentlich sind wir ja vernünftige Leute. Jetzt haben wir uns Jahrzehnte verhalten, wie es nicht einmal kleine Kinder tun würden'", sagte Breitner am Rande des Bayerischen Sportpreises dem BR: "Wir haben so viele schöne Jahre privat und natürlich auch mit dem FC Bayern und der Nationalmannschaft verlebt, dass es ein Wahnsinn wäre, wenn man das nur kaputtmacht."

Von links: Karl-Heinz Rummenigge, Herbert Hainer, Paul Breitner, Uli Hoeneß und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises.
Von links: Karl-Heinz Rummenigge, Herbert Hainer, Paul Breitner, Uli Hoeneß und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises. © Sammy Minkoff/Augenklick

Bayerns Ehrenpräsident Hoeneß bestätigte: "So ein Anlass war eine besonders gute Möglichkeit, um das Kriegsbeil zu begraben und nach vorne zu schauen. Das hat sich wirklich so realisieren lassen."

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Ausgerechnet der Tod ihres gemeinsamen Freundes Gerd Müller, der am 15. August nach Alzheimer-Erkrankung verstorben war, half ihnen dabei. Und ein wenig auch Rummenigge. Der sprach davon, dass es ihm als Vermittler "sogar gelungen" sei, "das Verhältnis wieder so hinzubiegen, dass die zwei sich zum Schluss unseres Gesprächs umarmt haben". Gute Freunde eben.

Hoeneß und Breitner waren einst ganz dicke Freunde - dann folgte der Bruch

Das wurden sie in den Siebzigern, in denen sie mit Beckenbauer, Müller und Co. und großen gemeinsamen Erfolgen den FC Bayern zu dem machten, was er heute ist. 1974 gewannen sie den Europapokal der Landesmeister und wurden in Deutschland Weltmeister. Vor allem Hoeneß und Breitner, die zusammen in einer WG in Trudering wohnten, sich auf Auswärtsreisen das Bett teilten, hatten ein enges Verhältnis. "Uli und ich haben oft den Eindruck eines alten Ehepaars gemacht", sagte Breitner einmal.

Uli Hoeneß (l.) und Paul Breitner waren zu Spielerzeiten dicke Freunde.
Uli Hoeneß (l.) und Paul Breitner waren zu Spielerzeiten dicke Freunde. © Istvan Bajzat/dpa

Doch die "Ehe" zerbrach. Über die Jahre entzündeten sich immer wieder Konflikte zwischen den beiden. Zum ersten Bruch war es bereits 1983 gekommen. Wegen einer Lappalie auf einer Asienreise mit dem FC Bayern redeten Hoeneß und Breitner jahrelang nicht mehr miteinander. Erst rund zehn Jahre später näherten sie sich wieder an und versöhnten sich. Von 2007 bis 2017 arbeitete Breitner als Vorstandsberater, Scout und Markenbotschafter für Bayern. Im Hintergrund schwelte aber erneut Streit.

Hoeneß und Breitner: Eine legendäre PK sorgte für den jüngsten Streit

2018 kritisierte Breitner die Pressebeschimpfungskonferenz der Bayern-Bosse um Hoeneß und Rummenigge, bei der die beiden Kritik an ihren Spielern mit der Verletzung von Menschenrechten gleichsetzten: "Ich bin nach wie vor deprimiert, weil ich mir nie vorstellen konnte in 48 Jahren, die ich mit oder am Rande des FC Bayern lebe, dass sich dieser Verein diese Blöße gibt, dass er diese Schwäche zeigt", sagte er in der Sendung "Blickpunkt Sport" im BR. Kurz darauf gab es einen Anruf von Bayern und die Bitte, vorerst nicht mehr auf die Ehrentribüne der Allianz Arena zu kommen. Breitner gab als Antwort seine lebenslangen Ehrenkarten zurück.

Der Besuch bei Beckenbauer wäre nun möglicherweise der passende Rahmen, diese wieder von Hoeneß entgegenzunehmen.

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