100 Tore, aber verwundbar: Die Lehren des Bayern-Siegs gegen Freiburg

Beim 2:1-Erfolg der Bayern gegen den SC Freiburg stellt der Serien-Meister einen neuen Klubrekord von 100 Treffern in einem Kalenderjahr auf – doch die Breisgauer offenbaren auch Münchner Schwächen.
| Patrick Strasser
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Die Hundertsassas des FC Bayern: Die Mannschaft um Kapitän Manuel Neuer feiert den harterkämpften 2:1-Erfolg über den SC Freiburg - und den neuen Vereinsrekord von 100 Treffern in einem Kalenderjahr.
Die Hundertsassas des FC Bayern: Die Mannschaft um Kapitän Manuel Neuer feiert den harterkämpften 2:1-Erfolg über den SC Freiburg - und den neuen Vereinsrekord von 100 Treffern in einem Kalenderjahr. © sampics/Augenklick

München - Es war der 3. Januar 2021, als der FC Bayern nach einem 0:2-Rückstand zur Pause den FSV Mainz noch mit 5:2 überrollte. Gegen die fehlenden Abwehrkräfte setzte ausgerechnet Joshua Kimmich ein Zeichen und erzielte mit dem 1:2-Anschlusstreffer das erste Tor der Münchner im Jahr 2021. Es folgte ein Treffer von Leroy Sané, einer von Niklas Süle und - natürlich - ein Doppelpack von Weltfußballer Robert Lewandowski.

Womit bereits im ersten von bis dato 32 Bundesliga-Partien des Kalenderjahres der Trend für die restlichen Monate festgelegt wurde: eine überragende Offensive, aus der Torjäger Lewandowski sogar noch einmal herausragt, und eine wacklige Defensive.

Beim 2:1 an diesem 6. November gegen den SC Freiburg erzielte der Mittelstürmer sein 37. Bundesliga-Tor in 2021, schraubte die Mannschaftsbilanz damit auf 100 Treffer.

Nummer 99: Mittelfeld-Ass Leon Goretzka trifft gegen den SC Freiburg zum 1:0 für die Bayern.
Nummer 99: Mittelfeld-Ass Leon Goretzka trifft gegen den SC Freiburg zum 1:0 für die Bayern. © dpa

Neuer Vereinsrekord - und nur ein Tor bis zum Liga-Rekord

Damit hat man - wieder einmal - einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Nur der 1. FC Köln kam 1977 auf 101 Treffer. Um auch diesen Liga-Rekord zu knacken, fehlt ein Törchen - es bleiben sechs Partien bis zur Winterpause. Ein Klacks. Aber: Eine lockere Angelegenheit war der 2:1-Erfolg gegen die bärenstarken Freiburger ganz und gar nicht.

Der Dauer-Meister musste sich gehörig strecken und am Ende bei Torhüter Manuel Neuer bedanken, dass man die drei Punkte behalten konnte.

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Entsprechend erleichtert und gelöst zeigte sich Trainer Julian Nagelsmann nach dem spielerischen wie taktischen Kraftakt, einem wie er es formulierte "tollen und emotionalen Bundesligaspiel gegen eine Freiburger Mannschaft, die uns viel abverlangt hat" und betonte, "sehr froh" zu sein "über einen wichtigen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten".

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Freiburg bleibt Tabellendritter

Wie bitte? Ja, gegen einen Titelkonkurrenten, so Nagelsmann, der betonte: "Wir hätten bei einer Niederlage punktgleich sein können, also ist der Sieg so wertvoll."

Auch nach ihrer ersten Saisonniederlage sind die homogenen und spielstarken Freiburger noch Tabellendritter, jetzt sechs Punkte hinter dem Branchenprimus. Da RB Leipzig im Samstagabendspiel Borussia Dortmund mit 2:1 bezwang, ist der Vorsprung der Münchner auf Schwarz-Gelb auf vier Zähler angewachsen.

Doch weder die Sachsen, von Bayern im September mit 4:1 im eigenen Stadion überfahren, noch der BVB (zu Hause setzte es Mitte August eine 1:3-Pleite im Supercup) konnten die Nagelsmann-Truppe fordern.

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Dies misslang den beiden zu Bayerns Hauptherausforderern auserkorenen Teams, aber gelang - sogar zwei Mal - der Gladbacher Wundertüten-Elf (mit dem 1:1 im Saisoneröffnungsspiel und dem furiosen 5:0 im DFB-Pokal). Und dem SC Freiburg. Anmerkung am Rande: Das vom Meister grotesk überlegene Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt mündete nach einem Chancenverhältnis von 10:4 in ein sensationelles 1:2 - ein Ausrutscher.

Heißt: Der zehnte Meistertitel hintereinander dürfte nur von der Spannung leben, an welchem Spieltag die Bayern im Frühjahr über die Ziellinie gehen. Andererseits machten die mutigen und nimmermüden Freiburger mit ihrem aggressiven Pressing, angetrieben von der Trainer-Ikone Christian Streich, dem Rest der Bundesliga wieder Hoffnung: Die scheinbare Übermacht Bayern ist doch verwundbar.

Nummer 100: Bayerns Torjäger Robert Lewandowski (l.) erzielt das 2:0 gegen die Breisgauer.
Nummer 100: Bayerns Torjäger Robert Lewandowski (l.) erzielt das 2:0 gegen die Breisgauer. © Marcel Engelbrecht/firo Sportpho

Goretzka: "Das war ein Topspiel!"

Wenn man sich nicht vor Anpfiff ergibt oder nach einem 0:2-Rückstand dem Schicksal fügt. Er sei mit der Leistung zwar "zufrieden, mehr können wir nicht machen", so Streich (56).

Dennoch meinte der dienstälteste Coach der Bundesligisten, dem noch knapp zwei Monate zum zehnjährigen Jubiläum fehlen: "Ich hätte schon mal sehen wollen, wenn wir das Tor ein paar Minuten früher gemacht hätten."

Und nicht erst in der Nachspielzeit durch Janik Haberer (90.+3). Danach wurde es hektisch, Bayern hatte plötzlich viel zu verlieren. Sie brachten es über die Zeit, gerade so. "Das war ein Topspiel", sagte Leon Goretzka, der nicht nur das 1:0, sondern ein, zwei weitere Treffer hätte erzielen können und stellte klar: "Wir sind dafür da, diese Spiele zu gewinnen. Das haben wir gemacht."

Geglänzt wird wieder nach der Länderspielpause. Geht ja nicht gleich wieder gegen Freiburg.

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