Schweinsteiger: "Es ist zum Kotzen"

Blamable Nullnummer gegen den 1. FC Köln. Seit 274 Pflichtspielminuten sind die Bayern nun schon ohne Tor - und tierisch genervt.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Gefrustet nach der Nullnummer gegen Köln: Bastian Schweinsteiger.
Rauchensteiner/Augenklick Gefrustet nach der Nullnummer gegen Köln: Bastian Schweinsteiger.

MÜNCHEN - Blamable Nullnummer gegen den 1. FC Köln. Seit 274 Pflichtspielminuten sind die Bayern nun schon ohne Tor - und tierisch genervt.

Uli Hoeneß krümmte sich wie ein Magenkranker, Karl-Heinz Rummenigge fuchtelte erbost mit den Armen, und Louis van Gaal schlich gebeugt wie ein Verlierer vom Platz: Das 0:0 gegen den 1. FC Köln und 274 Pflichtspielminuten ohne Tor haben bei Bayern München deutliche Spuren hinterlassen. Schlechter gestartet ist der Fußball-Rekordmeister zuletzt vor 31 Jahren, doch trotz acht Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze betonte Coach van Gaal: `Die Preise werden nicht jetzt verteilt – sondern im April und Mai."

Doch die Formkurve der erfolgsverwöhnten Münchner nährt leise Zweifel, ob die Fans im Frühling auf dem Marienplatz die erhofften Trophäen feiern können. „Noch ist alles möglich, aber der Rückstand ist schon gewaltig“, gestand Kapitän Philipp Lahm ein, und Bastian Schweinsteiger meinte: „Acht Punkte ist ein Abstand, der weh tut. Wir müssen schleunigst drei Punkte holen, aber zuerst müssen wir mal ein Tor machen. Es ist zum Kotzen, der Abstand nervt.“

Schweinsteiger brachte die Misere der Münchner auf den Punkt: Vor allem der millionenschwere Sturm macht Sorgen. „Im 16-Meter-Raum haben uns Fitness und Aggressivität gefehlt“, mäkelte van Gaal, „wir haben kaum hundertprozentige Chancen kreiert.“ Manager Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge verkniffen sich jedweden Kommentar – wohl wissend, dass Kritik von verantwortlicher Stelle die missliche Lage weiter verschärfen würde.

Dafür versuchten sich die glücklosen Angreifer zu verteidigen. „Ich war beim VfB in der vergangenen Saison über 800 Minuten ohne Tor und habe trotzdem 25 Tore gemacht. Wir sollten jetzt also nicht mit Zahlenspielen anfangen“, sagte Mario Gomez, der seinen Platz auf der Bank erst nach 45 Minuten verlassen durfte. Zuvor hatte sich der über Nacht genesene Franck Ribery bemüht, dem seelen- und ideenlosen Spiel der Bayern etwas Leben einzuhauchen. Doch die Probleme mit der Patellasehne brachen wieder auf, und Ribery ging für Gomez.

„Als Ribery raus musste, haben wir es mit Flanken von Danijel Pranjic und Thomas Müller versucht, aber die kamen nicht an“, sagte van Gaal, und fügte an: „Ohne Ribery fehlt uns die Kreativität, da können die Stürmer nichts machen.“ Auch Gomez beklagte mangelnde Unterstützung. `Wir haben kein Konzept und keinen Plan entwickelt, die Pässe nicht gut gespielt, die Flanken nicht gut gespielt – und wenn doch mal eine ankam, dann war keiner da", sagte er. Und Lahm gab zu: „Es fehlten die klaren Aktionen in den Strafraum.“ Schweinsteiger hatte da noch einen (nicht ernst gemeinten) Plan: „Von mir aus macht Jörg Butt ein Tor.“

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren