Sauer und gespalten: Der FC Bayern steht vor einer ungemütlichen Woche

Nach der 1:2-Niederlage in Augsburg kommt der FC Bayern nicht zur Ruhe: Vier weitere Stars müssen in Quarantäne, den ungeimpften Spielern wird das Gehalt gekürzt. Und das Katar-Thema brodelt weiter.
| Maximilian Koch
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In Augsburg unterlagen die Bayern mit 1:2, Dortmund ist wieder dran.
In Augsburg unterlagen die Bayern mit 1:2, Dortmund ist wieder dran. © picture alliance/dpa

München - Am freien Sonntag das schöne Wetter genießen, nach dem 1:2 beim FC Augsburg ein bisschen zur Ruhe kommen: Das war der Plan beim FC Bayern. Eigentlich - doch dann wurde der Klub ganz schnell wieder von der Corona-Realität eingeholt.

Zunächst machten Berichte über Gehaltskürzungen der ungeimpften Profis die Runde, dann kam die nächste Schock-Meldung: "Serge Gnabry, Jamal Musiala, Eric-Maxim Choupo-Moting und Michaël Cuisance haben sich in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden in Quarantäne begeben", teilten die Münchner am Sonntagnachmittag um kurz vor halb zwei mit: "Sie hatten Kontakt zu einer Person im unmittelbaren Umfeld der Mannschaft des FC Bayern, die positiv auf das Coronavirus getestet worden ist."

Enttäuschte Gesichter bei Julian Nagelsmann (l.) und Hasan Salihamidzic.
Enttäuschte Gesichter bei Julian Nagelsmann (l.) und Hasan Salihamidzic. © sampics / Stefan Matzke

Bittere Quarantäne-Situation 

Extrem bitter für das Team von Trainer Julian Nagelsmann. Und zugleich so absehbar. Joshua Kimmich, der fünfte ungeimpfte Profi im Bayern-Bunde, hatte sich bereits am Freitag in Quarantäne begeben müssen, weil er Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte. Nun zog das Quartett der Verweigerer unfreiwillig nach. Was angesichts der Infektionszahlen in Bayern aber nicht wirklich überraschend kam. "Es ist eine Debatte, die den gesamten Verein nervt", sagte der frühere Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der Talkrunde "Sky90". In der Führungsetage der Münchner ist die Geduld nun endgültig aufgebraucht.

Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde den ungeimpften Spielern bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass sie kein Gehalt erhalten für die Zeit, in der sie sich in Quarantäne befinden. Bei Kimmich sind das nun schon zwei Wochen im November.

"Wenn das stimmt, ist es sicherlich auch als Zeichen zu verstehen, dass der Verein jetzt reagiert", sagte Rummenigge: "Er muss auch reagieren." Laut "Bild" ist sogar Einzeltraining isoliert vom Team als weitere Maßnahme für die Ungeimpften denkbar. Bayern greift durch - weil der sportliche Erfolg durch die ablehnende Haltung mancher Spieler gefährdet wird.

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Kimmich etwa fehlte bei der nicht unverdienten 1:2-Niederlage am Freitagabend in Augsburg an allen Ecken und Enden. "Einen Jo Kimmich wollen wir immer in der Mannschaft und auf dem Platz haben", erklärte Kapitän Manuel Neuer vielsagend. Nagelsmann führte die Pleite hingegen nicht allein auf Kimmichs Fehlen zurück. Andere Klubs dürften bei Ausfällen eher jammern, meinte er: "Wir bei Bayern München sollten es nicht tun." Das sei "zu plump".

Mit diesem Ergebnis in Augsburg haben wohl die wenisgten gerechnet.
Mit diesem Ergebnis in Augsburg haben wohl die wenisgten gerechnet. © sampics / Stefan Matzke

Nagelsmann: "Ich  bin tatsächlich richtig sauer!"

Der Coach war aus mehreren Gründen unzufrieden. "Ich bin tatsächlich den ersten Tag als Bayern-Trainer richtig sauer auf uns, weil wir es deutlich besser machen müssen", sagte Nagelsmann. Vor allem das "sorglose" Defensivverhalten bei den Gegentoren durch Mads Petersen (23.) und André Hahn (36.) ärgerte ihn. Robert Lewandowskis Anschlusstreffer (38.) war zu wenig. Und so konnte Borussia Dortmund mit einem 2:1-Sieg gegen Stuttgart bis auf einen Punkt an Tabellenführer Bayern heranrücken. Der Meisterkampf ist wieder spannend, am 4. Dezember gastiert Bayern beim BVB.

Spannung verspricht auch diese Woche bei den Münchnern. Dienstag steht das sportlich eher unbedeutende Champions-League-Spiel bei Dynamo Kiew an, Donnerstag die Jahreshauptversammlung - bei einer Stimmungslage irgendwo zwischen sauer und gespalten.

Dafür sorgen insbesondere die ungeimpften Stars, die den Frieden innerhalb der Mannschaft gefährden - und außerdem das umstrittene Katar-Sponsoring des Klubs.

Kritische Bayern-Fans um Initiator Michael Ott hatten für die JHV einen Antrag eingereicht, nicht weiter mit dem Emirat zusammenzuarbeiten. Dieser wurde jedoch abgelehnt. Das Amtsgericht München wies zudem das Ansuchen auf einstweilige Verfügung zurück. Dennoch dürfte es am Donnerstag Proteste gegen die Katar-Verbindungen geben. "Es geht in die nächste Runde", kündigte Ott an.

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