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Prozess in München: Ex-Bayern-Star Jérôme Boateng bestreitet Vorwürfe vor Gericht

Jérôme Boateng musste sich am Donnerstag vor Gericht verantworten. Gegen den ehemaligen Innenverteidiger des FC Bayern steht der Vorwurf der Körperverletzung im Raum. Der 33-Jährige hat die Vorwürfe bestritten.
| AZ/dpa
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Jérôme Boateng (r.) am Donnerstag vor Gericht in München. Neben ihm: Sein Anwalt Kai Walden.
Jérôme Boateng (r.) am Donnerstag vor Gericht in München. Neben ihm: Sein Anwalt Kai Walden. © Peter Kneffel/dpa

München - Der ehemalige Bayern-Spieler Jérôme Boateng musste am Donnerstagvormittag als Angeklagter vor dem Amtsgericht München erscheinen. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Bayern-Star und Weltmeister von 2014 vorsätzliche Körperverletzung vor. Der heute 33-Jährige soll seine Ex-Lebensgefährtin im Juli 2018 während eines Streits im Urlaub auf den Turks- und Caicosinseln in der Karibik verletzt haben. Boateng bestreitet die Vorwürfe nach Angaben seines Anwalts.

Boateng bestreitet Vorwürfe vor Gericht

Laut Anklage soll er sie geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt haben. Außerdem soll er nach Angaben der Staatsanwaltschat "in voller Wucht" eine Glaslaterne und eine Kühltasche auf sie geworfen haben.

Auch am Donnerstag bestritt Boateng die Vorwürfe abermals. Er habe seine frühere Lebensgefährtin nicht geschlagen und verletzt, sagte er zum Prozessauftakt. Boateng schilderte den Vorfall vor Gericht anders: Die ehemalige Lebensgefährtin sei aggressiv und beleidigend geworden, habe ihn in einem Streit an der Lippe verletzt und auf ihn eingeschlagen. Als er sie dann von sich habe wegschieben wollen, sei sie gestürzt. Er habe auch keine Laterne auf sie geworfen, sondern ein Kissen gegen einen Tisch – und dabei sei die Laterne zu Boden gefallen.

Beim Kartenspielen kam es zum Streit

Der Urlaub sei bis dahin sehr schön und friedlich verlaufen. "War 'ne gute Stimmung", sagte er – bis es abends beim Kartenspielen zu einem Streit gekommen sei. Nachdem sie und eine Freundin von ihr ihm dann vorgeworfen hätten, beim Kartenspielen gemogelt zu haben, sei die Stimmung eskaliert.

Sie hätten dann - wie oft zuvor - um die Frage gestritten, wie sie ihr Leben organisieren sollen. Boateng habe in dem Sommer vom FC Bayern nach Paris wechseln wollen. Außerdem sei es um Treue gegangen und andere Partner. Am nächsten Tag aber hätten die beiden sich schon wieder vertragen. Sie sei "bester Laune" gewesen.

Dieser Donnerstag ist der einzige angesetzte Verhandlungstag. Das Urteil könnte demnach noch im Laufe des Tages gesprochen werden.

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Ursprünglicher Gerichtstermin wurde verschoben

Der ursprüngliche Gerichtstermin im Dezember vergangenen Jahres war verschoben worden, weil ein Zeuge "coronabedingt am Erscheinen gehindert" wurde, wie es vom Gericht hieß.

Auf vorsätzliche Körperverletzung steht laut Gericht Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Bis zum Urteil gilt für Jérôme Boateng die Unschuldsvermutung.

Innenverteidiger Boateng spielte seit 2011 für den FC Bayern und arbeitet künftig bei Olympique Lyon. Kurz vor seinem 33. Geburtstag unterschrieb er beim französischen Erstligisten einen Zweijahresvertrag bis Sommer 2023.

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