Pep Guardiola und der gute Mensch Hoeneß

Ex-Präsident Uli Hoeneß begleitet den FC Bayern bei der Reise zum Viertelfinalrückspiel bei Benfica Lissabon erstmals wieder auswärts – als Privatmensch und mit Ehefrau Susi. Trainer Guardiola sagt: „Bin sehr glücklich, dass sie mitgeflogen sind."
| az, SID
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Er ist wieder mit dabei: Uli Hoeneß bei der Ankunft in Lissabon vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Benfica. Links: Hoeneß' Ehefrau Susi.
dpa Er ist wieder mit dabei: Uli Hoeneß bei der Ankunft in Lissabon vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Benfica. Links: Hoeneß' Ehefrau Susi.

Lissabon, München - Pep Guardiola war noch immer ins Gespräch vertieft. Der Reisetross des FC Bayern war am Dienstagnachmittag soeben in Lissabon gelandet, wo am Mittwochabend das Viertelfinalrückspiel bei Benfica ansteht. Auf dem Weg zum Einreiseschalter unterhielt sich Guardiola mimik- und gestenreich auf Englisch mit dem Mann, der ihn einst nach München geholt hatte. Sein Gesprächspartner, der ihn an seiner linken Seite begleitete, war Uli Hoeneß, an seiner rechten Seite auch noch dessen Ehefrau Susi.

Kein Wunder, dass das Trio auch die Aufmerksamkeit sämtlicher am Flughafen ebenfalls anwesenden Kamerateams auf sich zog. Immer wieder legte der Trainer freundschaftlich den Arm um Hoeneß’ Schulter. „Es ist gut für Uli, Susi und seine Familie, vor allem aber für Bayern München, dass er zurückgekommen ist. Ich bin sehr glücklich, dass sie mitgeflogen sind“, sagte Guardiola später im Estádio da Luz. Hoeneß sei „ein guter Mensch“.

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Der war zu diesem Zeitpunkt mit seiner Frau Susi längst im Mannschaftshotel im Zentrum der Stadt angekommen, diesmal aber ohne prominenten Gesprächspartner – sozusagen fast in trauter Zweisamkeit.

Schon beim Abflug in München war es zuvor fast wie früher gewesen. Als Hoeneß sich vor dem Abflug von LH 2570 nach Lissabon am Münchner Flughafen zum Einsteigen bereit machte, hielt er einen kurzen Plausch unter Freunden. Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner, Vorstandschef und Präsident des FC Bayern, unterhielten sich angeregt mit ihrem langjährigen Weggefährten. Ein Lächeln hier, eine Umarmung da.

 

Eine weiterer Schritt zurück in die Normalität

 

Und doch war alles anders. Während Rummenigge und Hopfner die Delegation des FC Bayern als offizielle Repräsentanten anführten, war Hoeneß erstmals bei einem Auswärtstrip in der Königsklasse als Privatier an Bord. Anders als in seiner Zeit als Bayern-Macher hatte er seine Ehefrau dabei, die ihrem Uli nicht von der Seite wich. Und doch war die Reise für Hoeneß nach seiner schweren Zeit im Gefängnis ein weiterer Schritt zurück in die Normalität.

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„Ich freue mich, dass er wieder dabei ist“, sagte Rummenigge, Sportvorstand Matthias Sammer („Er gehört zu uns“) nannte Hoeneß’ Rückkehr nach über zwei Jahren „fantastisch“. Auf dem Platz kann der ehemalige Weltklasse-Angreifer Hoeneß seinen Bayern freilich nicht helfen. „Er hat nicht die körperliche Fitness und Verfassung, um über 90 Minuten zu gehen“, sagte Sammer scherzhaft. Und auch die spannende Frage, ob er im November bei der Jahreshauptversammlung wieder an die Spitze seines FC Bayern zurückkehren will, blieb zunächst unbeantwortet.

So bleibt es erst einmal dabei, dass sich Hoeneß dazu nach seinem Urlaub im Sommer äußert. Viel mehr als ein kurzes „Servus“ konnten ihm die Reporter am Dienstag nicht entlocken. Auch zu seiner Rückkehr in den Bayern-Tross sagte er nichts. Gegenüber den gut drei Dutzend Fans, die ihn mit Wünschen nach Fotos und Autogrammen am Münchner Flughafen fast belagerten, blieb er ebenfalls stumm. Hoeneß erfüllte die Bitten mit einem fast schüchternen Lächeln. Doch im Gespräch mit den Bossen Rummenigge und Hopfner blühte er auf, genoss sein Comeback spürbar. Hoeneß, dem Anlass angemessen im blütenweißen Hemd, diskutierte so engagiert, dass seine Gesichtsfarbe beinahe das berühmte Hoeneß-Rot annahm.

Er schien zu signalisieren: Wenn ihr mich braucht – ich bin (wieder) da!

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