Oana geht no! Lewandowski ist dem Müller-Rekord ganz nahe

Nach seinem Dreierpack gegen Gladbach fehlt Weltfußballer Robert Lewandowski nur noch ein Treffer zu Gerd Müllers historischem Torrekord. "Er gibt alles, wir geben alles", verspricht Thomas Müller.
| Patrick Strasser
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"Lewandowski ist in einer grandiosen Form", sagt Kapitän Neuer über den Torjäger nach dessen Dreierpack gegen Gladbach.
"Lewandowski ist in einer grandiosen Form", sagt Kapitän Neuer über den Torjäger nach dessen Dreierpack gegen Gladbach. © Peter Kneffel/dpa

München - Gerd Müller hatte fertig. Damals, 1972. Beim 6:3 gegen Frankfurt am drittletzten Spieltag traf der Mittelstürmer im Grünwalder Stadion drei Mal und hatte damit nach 32 Bundesliga-Partien in jener Saison bereits 40 Treffer auf seinem Konto.

Wahnsinn auf dicken Wadln

Der "Bomber der Nation" schwächelte anschließend, ging beim 1:0 in Dortmund (Tor: Franz Krauthausen) und sogar beim 5:1-Meisterstück im frisch gebauten Olympiastadion gegen den direkten Verfolger FC Schalke leer aus. Kaum zu glauben.

Von den 101 Bayern-Treffern der Spielzeit 1971/72 glückten Müller dennoch 40 Treffer, knapp 40 Prozent. Der Wahnsinn auf dicken Wadln.

Robert Lewandowski steht bei 43 Prozent, erzielte 39 von bisher 92 Toren. Dem 32-Jährigen fehlt nach seinem Dreierpack beim 6:0 gegen Gladbach nur noch ein Törchen, um Müllers scheinbar unerreichbaren 40-Tore-Rekord aus der Baller-Saison 1971/72 zu egalisieren.

Vorlagenkönig Thomas Müller

"Wir geben alles, er gibt alles", meinte Vorlagenkönig Thomas Müller, "wenn er die Dinger, die wir ihm auflegen so reinmacht, dann klappt's." Zwei Mal 90 Minuten, in Freiburg am Samstag und gegen Augsburg (22. Mai), sollten reichen: für ein Tor zum Ausgleich oder für zwei zum Überholmanöver.

Das Führungstor gegen Gladbach erzielte er nach 1:53 Minuten, so schnell wie noch nie in seiner Bundesliga-Karriere. "Man hat gesehen, wie die Mannschaft ihn unterstützt" sagte Trainer Hansi Flick. Ein anderes Ziel bleibt ja auch nicht mehr.

Neuer: "Lewandowski ist in einer grandiosen Form"

Einer für den Rekord, alle für Robert. "Lewandowski ist in einer grandiosen Form. Er hat noch zwei Möglichkeiten und wie man ihn heute erlebt hat, will er es unbedingt", meinte Manuel Neuer, "er wird alles daransetzen, es zu schaffen, und wir als Mannschaft freuen uns für ihn."

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Was nach den Treffern gegen Gladbach zu erkennen war. "Ich gebe weiterhin Gas und versuche, alles für die Mannschaft zu geben" sagte der 32-Jährige und lobte seine Mitspieler: "Wie wir uns weiterentwickeln, ist Wahnsinn. Ich kann dankbar sein, dass ich so viele Vorlagen von meinen Teamkollegen bekomme."

90 Tore fehlen in der ewigen Torschützenliste

Sein zweiter Streich, der sehenswerte Seitfallzieher auf Flanke von Müller war sein 200. Bundesliga-Tor für Bayern, Nummer 201 war ein souverän verwandelter Handelfmeter. Im BVB-Trikot (2010-14) hatte der Pole 74 erzielt.

In der ewigen Torschützenliste der Bundesliga fehlen Lewandowski (275 Treffer) noch satte 90 Tore zu Gerd Müllers Marke von 365 Erfolgserlebnissen. Nur noch 90? Sein Vertrag läuft noch bis 2023, ein weiteres Jahr dürfte er schon brauchen...

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Zur näheren Zukunft und dem 40-Buden-Projekt: Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn es nicht klappt. "Es hilft nicht, wenn du es zu sehr willst. Du musst ruhig bleiben und für die ganze Mannschaft spielen", meinte Lewandowski, der das 4:0 von Kingsley Coman mit feinem Zuspiel vorbereitet hatte.

Zum sechsten Mal in seiner Laufbahn war der Weltfußballer in einem Bundesliga-Spiel an mindestens vier Toren direkt beteiligt. Stellt sich Lewandowski schon in Freiburg auf eine Stufe mit dem Bomber? Motto: Oana geht no, oana...

Lewandowski ist der neue Müller

"Gerd Müller war mein Idol. Was Müller in meiner Jugend war, ist heute Lewy", sagte Flick, "wenn er den Rekord schafft, hat er es mehr als verdient."

Zumal Lewandowski fünf Spiele in dieser Saison nicht auf dem Platz stand, in der Hinrunde wurde er einmal geschont, in der Rückrunde stoppte ihn im April die Bänderdehnung im Knie. Und dennoch steht er kurz vor dem größten Triumph. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge meinte: "Ich muss sagen, dass ich geglaubt habe, dass es ein Rekord für die Ewigkeit ist."

Der ehemalige Weltklassestürmer: "Er geht auf jeden Fall in die Geschichte des FC Bayern ein."

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