"Nichts gelernt": Schläfrigkeit bereitet dem FC Bayern Sorgen

Die Unwucht im Spiel des FC Bayern kommt zur Unzeit. Kapitän Neuer spricht nach der 1:2-Niederlage in Frankfurt Klartext: "Das reicht nicht". Coach Flick bittet um Milde: "Haben turbulente Tage hinter uns".
| Patrick Strasser
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Der Jubel der Anderen: Amin Younes (2.v.r.) lässt sich nach seinem Kunstschuss zum 2:0 von den Eintracht-Kollegen feiern.
Der Jubel der Anderen: Amin Younes (2.v.r.) lässt sich nach seinem Kunstschuss zum 2:0 von den Eintracht-Kollegen feiern. © Stefan Matzke / sampics

München - Ein 0:2 am Montag gegen Arminia Bielefeld, ein 0:2 am Sa

mstag bei Eintracht Frankfurt - so die Halbzeitresultate. Den zweiten Durchgang "gewann" der FC Bayern jeweils, gegen den Aufsteiger 3:1 und nun 1:0. Dafür gibt's Lob und Respekt, aber keine Punkte.

Bayern-Boss Rummenigge: "Wir spielen zu inkonsequent"

Nach jeweils 90 Minuten bleibt unterm Strich nur ein Zähler aus beiden Partien, die man mit dem Fifa-Abzeichen des Klub-Weltmeisters auf der Brust bestritten hat. Fünf Punkte in einer Woche abzugeben, sei "für den FC Bayern ungewöhnlich viel", schimpfte Karl-Heinz Rummenigge im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Der Vorstandsvorsitzende machte deutlich, was beim 1:2 in Frankfurt fehlte: "Wir spielen zu inkonsequent, ersparen uns manchmal die letzten Meter." Was besonders bei den Gegentreffern deutlich wurde, als erst Leroy Sané und dann der wieder als Rechtsverteidiger aufgebotene Niklas Süle zu passiv agierten. Rummenigge erwähnte die Fehlerteufel namentlich.

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Dritte Saisonniederlage in der Liga 

Die dritte Saisonniederlage in der Liga ärgerte die Spieler mehr als Trainer Hansi Flick. "Wir haben aus dem Bielefeld-Spiel nichts gelernt", klagte Torhüter Manuel Neuer und erklärte, dass "von Beginn an Aggressivität auf dem Platz" hätte sein müssen.

"Das reicht nicht gegen eine solche Mannschaft. Frankfurt hat in der Offensive starke Spieler. Sie haben uns am Anfang vor Probleme gestellt", so der Kapitän bei Sky deutlich. "Die erste Halbzeit haben wir komplett verpennt", bemängelte der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Leon Goretzka.

Der rote Anti-Faden zeigt sich wieder

Die Leistungssteigerung nach der Pause und das dominante Powerplay mündeten allerdings nur in den einen Treffer durch Robert Lewandowski nach brillanter Vorlage von Sané. 22:13 Torschüsse, 10:6 Ecken, 59 Prozent Ballbesitz - und dennoch verloren. "Wenn wir die Leistung der zweiten Hälfte von Anfang an gezeigt hätten, hätten wir das Spiel auf jeden Fall gewonnen", betonte Goretzka. Für Neuer sogar "in einer gewissen Höhe", da man in der zweiten Halbzeit "ein gutes Bild gezeigt" habe.

Auch Flick stimmt in diesen Chor ein: "Wir sind schlecht ins Spiel gekommen. Wenn wir von Anfang an so spielen, wie in der zweiten Halbzeit, ist der Sieger Bayern München." Wenn, ja wenn das Verpennen der Anfangsphase bzw. der ersten 45 Minuten nicht wären. Bayerns "Leidmotiv" dieser Saison, ist der rote Anti-Faden.

Turbulente Tage für den FC Bayern

Was tun? Nach Erklärungen suchen, nach dem Positiven fischen, auf (erneute) Lerneffekte hoffen. "Wir haben turbulente Tage hinter uns, das darf man nicht vergessen", hoffte Flick auf Milde in der Bewertung und dachte an die Corona-Infektionen von Thomas Müller und Benjamin Pavard sowie den Nebenkriegsschauplatz mit SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, den der Bayern-Trainer jedoch selbst geschaffen hatte ("Man kann die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören"). Der Zwist ist nach telefonischer Aussprache beigelegt, die Probleme der Mannschaft lassen sich nicht so einfach korrigieren.

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Konzentrationsschwierigkeiten kurz vor dem Champions-League-Auswärtsspiel

Die Unwucht im Bayern-Spiel und in der Konzentrationsfähigkeit kommt zur Unzeit, unmittelbar vor dem Champions-League-Auswärtsspiel am Dienstag (21 Uhr, Sky live) bei Lazio Rom. "Wir müssen ein Stück konzentrierter, ein Stück engagierter spielen", forderte Boss Rummenigge vor Beginn der K.o.-Runde, sprang jedoch Mannschaft und Trainerteam zur Seite: "Die ganze Saison ist anstrengend, man spiele "jeden dritten Tag und die Spieler sind natürlich beansprucht".

Müller und Gnabry fehlen in Rom

Was für Flick kein Alibi sein darf. Er hofft: "Was die zweite Halbzeit betrifft, bin ich zufrieden, wir waren wach. Es ist ein Zeichen, dass die Mannschaft da ist. Wenn alle zurückkommen und wir so spielen wie nach der Pause, holen wir unsere Punkte." Doch Müller wird in Rom ebenso fehlen wie Serge Gnabry, der nach seinem Muskelfaserriss wohl kein Kandidat für einen Platz im Sonderflieger nach Rom (Abflug: 16.30 Uhr) sein wird.

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