Nach Lyon-Gala: Fußballwelt verneigt sich vor Serge Gnabry

Nach dem Gala-Auftritt von Serge Gnabry gegen Olympique Lyon hagelt es Superlative für den Star des FC Bayern. "Das Tor der Champions League", "Weltklasse", "ein weiterer Sahnetag".
| Patrick Strasser
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Serge Gnabry (r) wie einst Arjen Robben: Solo von rechts in die Mitte, kleiner Trick, großer Linksschuss – Tor.
dpa 3 Serge Gnabry (r) wie einst Arjen Robben: Solo von rechts in die Mitte, kleiner Trick, großer Linksschuss – Tor.
Bei Bayerns 2:0 muss Serge Gnabry (2 v l) nur noch den Ball über die Linie drücken.
imago images/Poolfoto 3 Bei Bayerns 2:0 muss Serge Gnabry (2 v l) nur noch den Ball über die Linie drücken.
"Man of the match": Bayerns Serge Gnabry wird für seinen Gala-Auftritt im Halbfinale als bester Spieler ausgezeichnet.
imago images/Poolfoto 3 "Man of the match": Bayerns Serge Gnabry wird für seinen Gala-Auftritt im Halbfinale als bester Spieler ausgezeichnet.

München - Der Arjen hat's gemacht. Immer wieder, unnachahmlich. Von der rechten Außenbahn nach innen ziehen, Ball und Gegner vor sich hertreiben, dann mit links abziehen. Der Robben-Move, das war das Markenzeichen des Holländers, der seine Kunststücke nach einem Jahr im Vorruhestand nun bei Heimatverein FC Groningen zeigen möchte. Seit Mittwochabend hat Robben einen würdigen Nachfolger gefunden: Serge Gnabry.

Das 1:0 im Halbfinale gegen Olympique Lyon war der Schlüssel zum Finaleinzug, vor allem nach den Problemen in der Defensive zuvor, als die Bayern wankten und in Rückstand zu geraten drohten. Bis Gnabry zu seinem kraftvollen, unwiderstehlichen Solo ansetzte. Der 25-Jährige wurde anschließend von der UEFA mit der Auszeichnung für den "Man of the match" bedacht und von aller Welt mit Lob überschüttet. "Das 1:0 war absolut herausragend, wie er es abgeschlossen hat und wie er es selbst vorbereitet hat. Serge hat einfach einen enorm guten Schuss mit beiden Füßen", meinte Trainer Hansi Flick.

Kahn: Gnabrys Tor war Weltklasse 

"Sein Tor kann man guten Gewissens als Weltklasse bezeichnen", schwärmte Vorstand Oliver Kahn am Donnerstag, "Serge hat einen unglaublichen Antritt, und wie er das Ding reingehauen hat, das war für mich das Tor der Champions League – in höchstem Tempo noch diese Technik zu haben."

Bei Bayerns 2:0 muss Serge Gnabry (2 v l) nur noch den Ball über die Linie drücken.
Bei Bayerns 2:0 muss Serge Gnabry (2 v l) nur noch den Ball über die Linie drücken. © imago images/Poolfoto

Damit kommt der gebürtige Stuttgarter nun auf neun Treffer in 19 Champions-League-Spielen, diese Saison steht er sogar bei neun aus neun. Mit Top-Torjäger Robert Lewandowski bildet Gnabry (gemeinsam 24 Tore) nun das torgefährlichste Duo in der Geschichte der Königsklasse während einer Saison. Zuvor hatten Cristiano Ronaldo (17) und Gareth Bale (6) für Real Madrid 2013/14 zusammen 23 Mal getroffen.

Für Gnabry ist es eine ganz und gar außergewöhnliche Saison, diese zweite Spielzeit seit seinem Wechsel 2018 nach München von der TSG Hoffenheim, an die er für ein Jahr ausgeliehen worden war. Werder Bremen kassierte bereits 2017 die heute lächerlich anmutende Ablösesumme von lediglich acht Millionen Euro. Kapitän Manuel Neuer sprach von einem weiteren "Sahnetag" des Außenstürmers in der Königsklasse und dachte dabei wohl an den Vier-Tore-Sahnetag beim 7:2 gegen Tottenham sowie den Doppelpack im Achtelfinale beim FC Chelsea (3:0).

Wie auch wertvolle Tipps. "Vor dem Spiel hat ein Physio noch zu mir gesagt: ,Wenn du nicht schießt, kann der Ball auch nicht reingehen.’ Zum Glück habe ich geschossen", meinte Gnabry glücklich und bekräftigte lässig: "Den starken linken Fuß hatte ich schon immer." Das 2:0 war ein cleverer Abstauber, fertig war der linke Doppelpack. Gnabry-ssimo!

Flick traut Gnabry noch mehr zu 

Laut Flick sei Gnabry "schon nahe an einem Weltklassespieler. Er hat enorme Qualitäten." Und der Trainer weiß, wie er seinen Zögling herausfordert: "Ich bin der Überzeugung, dass er noch lange nicht am Ende ist."

Am Sonntag steht erst einmal das Finale an, das erste Münchner Endspiel seit 2013. Damals traf bekanntlich Robben kunstvoll zum 2:1-Siegtreffer. Und wer weiß – womöglich singen die Fans dann künftig: "Der Serge hat's gemacht."

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