Mit kroatischer Akrobatik und oberbayerischer Wut

Der FC Bayern setzt seine Siegesserie auch in Wolfsburg fort. Beim 2:0 gelingt Mandzukic ein Traumtor, auch Robben darf wieder jubeln.
| Patrick Strasser
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Der FC Bayern setzt seine Siegesserie auch in Wolfsburg fort. Beim 2:0 gelingt Mandzukic ein Traumtor, auch Robben darf wieder jubeln. Und Schweinsteiger antwortet auf Netzers Kritik.

Wolfsburg - Wenn man’s genau nimmt, hat der FC Bayern in dieser Saison trotz purzelnder Rekorde noch nichts erreicht. Gut, dass man die deutsche Meisterschaft noch vergeigt, ist nach dem 2:0-Sieg beim VfL Wolfsburg gestern Abend ungefähr so wahrscheinlich wie dass sich ein Meteor Uli Hoeneß’ Wohnzimmer am Tegernsee als Landeplatz aussucht – 18 Punkte Vorsprung auf Dortmund, das am Samstagabend gegen Verfolger Frankfurt spielt.

In der ausverkauften Volkswagen-Arena musste Bayern jedoch hart schuften; ein „Drei-Sterne-Menü“, wie Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die letzten Auftritte betitelt hatte, war’s nicht. Im Gegenteil: „Es war ein schweres Spiel, so wie ich das im Gefühl hatte“, sagte Trainer Jupp Heynckes, „aber das sind die Spiele, die man gewinnen muss.“ Richtigen K.o.–Charakter bekommt die Bayern-Saison ohnehin erst ab Dienstag: Achtelfinale in der Champions League gegen den FC Arsenal, acht Tage später Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund – Spiele, in denen man die bombastische Saison schnell in Richtung Mülltonne bewegen kann. Um das zu verhindern, probte Heynckes in Wolfsburg für den Ernstfall, heißt: Kommando zurück. Der M&M-Angriff – Thomas Müller und Mario Mandzukic – durfte wieder ran, Arjen Robben und Mario Gomez rotierten wie der gegen Arsenal gesperrte Jérôme Boateng zurück in die bequemen Schalensitze auf der Bank. Daniel Van Buyten verteidigte wieder innen und weil Javi Martínez (Zehenverletzung) fehlte, spielte Luiz Gustavo erstmals seit November von Beginn an. Angetrieben vom Ex-Bayer Ivica Olic kam Wolfsburg tatsächlich zu Chancen – Bast Dost verpasste zweimal knapp (6./28.). Bis auf einen Müller-Kopfball, der rechts daneben ging (3.), hatte Bayern erstmal nichts dagegen zu setzen. Bis Mandzukic gegen die Ex-Kollegen seinen großen Auftritt hinlegte: Bastian Schweinsteiger legte per Kopf zurück und der Stürmer verwandelte per Fallrückzieher (36.). Für Mandzukic, den Kroaten-Akrobaten, war’s das 15. Saisontor – und die Antwort auf die Gerüchte um Robert Lewandowski (siehe Seite 28). Und bei Schweinsteiger, der herausragend spielte, war es wohl die oberbayerische Wut, die ihn nach der Kritik von Günter Netzer und Olaf Thon angetrieben hatte: „Ich kenne diese Leute gar nicht und sie kennen mich nicht“, sagte der Oberaudorfer später bei Sky. Und: „Man sollte nicht so viel dazu sagen, denn die Leute sind's nicht wert.“ Starker Tobak gegen Netzer!

Zurück zum Spiel. Für Wolfsburg reichte es in Durchgang zwei trotz allen Aufwands aber nur noch zu einem effetvollen Freistoß von Diego, der Manuel Neuer nach über vier Stunden Ligaspielzeit mal wieder zum Parieren eines Torschusses zwang (77.), noch dazu sehenswert, trotz Handprellung.

Das letzte Wort gebührte dann Robben: Als Joker gekommen, erzielte er frei vor dem Tor wuchtig seinen ersten Saisontreffer (90.+1) – nachdem er sich zuvor in der Kabine warm gemacht hatte. Heynckes: „Er war unheimlich motiviert und hat dafür seinen Lohn bekommen.“

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