Interview

Leon Goretzka im AZ-Interview: "Meine Hoffnung ist, dass uns die Krise eint"

Leon Goretzka spricht im exklusiven AZ-Interview über seine Initiative "We kick Corona", das extrem erfolgreiche Jahr mit dem FC Bayern und die EM mit der DFB-Elf: "Wir haben einiges gutzumachen."
| Maximilian Koch
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Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Joshua Kimmich hat Leon Goretzka die Initiative "We kick Corona" ins Leben gerufen.
Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Joshua Kimmich hat Leon Goretzka die Initiative "We kick Corona" ins Leben gerufen. © dpa/GQ

München - Leon Goretzka im AZ-Interview: Der 25-Jährige (r.), der seit 2018 für den FC Bayern spielt, hat gemeinsam mit Joshua Kimmich die Initiative "We kick Corona" ins Leben gerufen. Dafür wurden beide mit dem Bayerischen Sportpreis ausgezeichnet.

AZ: Herr Goretzka, Sie können auf ein sportlich herausragendes Jahr 2020 zurückblicken, mit dem FC Bayern haben Sie fünf Titel gewonnen - inklusive der Champions League. Und das als Stammspieler. Haben sich all Ihre Träume erfüllt?
LEON GORETZKA: Absolut. Gleichzeitig sind die Titel auch Anspruch und Verantwortung zugleich, 2021 wieder alles für den Erfolg zu geben. Sportlich war 2020 herausragend für uns, traurig war nur, dass wir unsere großen Erfolge nicht mit unseren Fans in den Stadien und in München auf dem Marienplatz teilen konnten.

Was wollen Sie im Jahr 2021 persönlich noch optimieren in Ihrem Spiel?
Wenn ich das hier verrate, dann erfährt es ja auch die Konkurrenz (lacht). Nein, Scherz beiseite: Natürlich möchte ich mich kontinuierlich verbessern. Das ist mir in diesem Jahr sehr gut gelungen, daran möchte ich auch 2021 anknüpfen.

Darum harmonieren Goretzka und Kimmich so gut

Wie schafft es Trainer Hansi Flick, dass ihm das gesamte Team bei Bayern folgt?
Hansi Flick war früher als Spieler erfolgreich, hat vor Bayern als Trainer bereits viele Erfahrungen gesammelt und war unter anderem Teil des Weltmeister-Teams 2014. Das alles imponiert, und es schafft Vertrauen und Akzeptanz bei einem Verein wie dem FC Bayern. Der Erfolg gibt ihm, gibt uns allen Recht.

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Bei Bayern und in der Nationalmannschaft harmonieren Sie im Mittelfeld prächtig mit Joshua Kimmich, der in Leverkusen sein Comeback gegeben hat. Sie wollen nach muskulären Problemen im neuen Jahr auf den Platz zurückkehren. Warum passt das so gut mit Ihnen und Kimmich?
Jo und ich verstehen uns auf und neben dem Platz hervorragend. Bei uns greifen viele Automatismen. Davon profitiert unser Spiel, der FC Bayern und die Nationalmannschaft. Ich freue mich, wie viele von uns, sehr über seine Rückkehr.

"Die Krise hat gezeigt, wie wichtig soziale Themen, gesellschaftliche Verantwortung sind"

Sie haben in der Corona-Zeit gemeinsam mit Kimmich viel Verantwortung übernommen und die Initiative "We kick Corona" ins Leben gerufen. Woher kommt der Impuls bei Ihnen, im sozialen Bereich zu helfen und Schwächere zu unterstützen?
Die Größe des Projekts, die Anzahl der Mitspieler und Mitmachenden, die vielen tausend Kleinspenden, haben den großartigen Erfolg erst möglich gemacht. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, welches wir sehr gerne initiiert haben. Erst kürzlich ist die 25. Liste mit freigegebenen Projekten von uns bewilligt worden. Das Feedback, das wir auch jetzt noch täglich erhalten, ist enorm. Es ist Ehre und Verantwortung zugleich, daran auch 2021 anzuknüpfen.

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Sind für Sie in der Corona-Zeit Themen außerhalb des Fußballplatzes wie etwa die Familie noch mehr in den Mittelpunkt gerückt?
Ja, absolut. Die Corona-Krise hat unter anderem gezeigt, wie wichtig soziale Themen generell, gesellschaftliche Verantwortung sowie Familie und Freunde sind. Ich bin dankbar, dass viele mich seit meiner Jugend begleiten.

Wie feiern Sie dieses Jahr Weihnachten?
Das bleibt mein Geheimnis. Durch Corona wird alles intimer, wird der Kreis, mit dem man feiert, automatisch klein.

Goretzka: Die DFB-Elf hat einiges gutzumachen

Ein Ausblick noch auf das Jahr 2021: Was wollen Sie mit Ihrem Klub Bayern und mit der deutschen Nationalelf bei der EM erreichen?
Unser Ziel ist es, mit dem FC Bayern, möglichst viele Titel zu verteidigen. Wie schwierig das ist, erkennt man alleine schon daran, dass es bis heute noch keiner deutschen Mannschaft gelungen ist, das Triple zu verteidigen. Und mit der Nationalmannschaft haben wir einiges gutzumachen. Wir sind es uns - und den Fans - schuldig, dass wir alles daransetzen, erfolgreich zu sein.

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Und was wünschen Sie sich für die gesamte Gesellschaft mit Blick auf die Corona-Situation?
Meine Hoffnung ist es, dass die Corona-Krise uns als Gesellschaft eint, dass wir aufeinander Rücksicht nehmen und gestärkt aus der Krise herausgehen. Dafür möchte ich auch in 2021 mit meinen Engagements wie "We kick Corona" einen kleinen Beitrag leisten.

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