Kann das gut gehen? Nagelsmanns Baustellen beim FC Bayern

Der FC Bayern wartet unter Trainer Nagelsmann weiter auf den ersten Sieg, aus der zweiten Reihe drängen sich kaum Spieler auf. "Wir werden nicht so viel Neues machen können", sagt der Coach.
| Maximilian Koch
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Fragende Gesichter auf der Bank des FC Bayern: Trainer Julian Nagelsmann (M.) und Sportvorstand Hasan Salihamidzic (3.v.r.) setzen nun auf die Rückkehr der EM-Fahrer.
Fragende Gesichter auf der Bank des FC Bayern: Trainer Julian Nagelsmann (M.) und Sportvorstand Hasan Salihamidzic (3.v.r.) setzen nun auf die Rückkehr der EM-Fahrer. © imago images/MIS

München - Bei Alphonso Davies (20) sahen die Bewegungen schon wieder recht rund und flüssig aus, als er am Mittwochabend auf der Haupttribüne der Allianz Arena bekannte Bayern-Gesichter wie Amateure-Trainer Martin Demichelis begrüßte. Von Marc Roca (24) konnte man das hingegen nicht behaupten.

Der Spanier, der sich wie Davies einen Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen hat, braucht zum Laufen weiterhin Krücken, nach der 0:2-Pleite im Test gegen Gladbach hatte er Mühe, die Treppenstufen hinaufzusteigen.

Rückkehr von Roca, Davies und Hernández dauert noch

Eine Szene, die zeigte: Bis zu Rocas Comeback wird es noch dauern. Und auch Davies und Lucas Hernández (25/Meniskus-OP) fallen zum Saisonstart aus – was den ohnehin kleinen Bayern-Kader gewaltig hat schrumpfen lassen. Kann das gut gehen bei Titelambitionen in drei Wettbewerben?

"Ich freue mich, dass wir jetzt langsam mal alle Leute integriert bekommen", sagte Trainer Julian Nagelsmann über die EM-Fahrer um Robert Lewandowski, Leroy Sané und Leon Goretzka, die am Samstag im letzten Testspiel gegen den SSC Neapel (16.30 Uhr, RTL, MagentaTV und im AZ-Liveticker) eine Halbzeit lang zum Einsatz kommen sollen: "Nächste Woche kommen die letzten Spieler ins Training zurück. Die brauchen wir auch, das sieht man. Wir müssen dann, wenn die Pflichtspiele losgehen, anfangen zu gewinnen."

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Zirkzee, Cuisance und Chris Richards konnten noch nicht überzeugen

Bislang ist dem neuen Coach in der Vorbereitung noch kein Sieg gelungen, was freilich in erster Linie an der Besetzung der Mannschaft liegt mit zahlreichen Youngstern. Allerdings ist genauso deutlich geworden, dass Spieler aus der zweiten Reihe wie Joshua Zirkzee (20), Michaël Cuisance (21) oder Chris Richards (21) derzeit keine ernsthaften Alternativen für die Startelf sind. Das Trio könnte Bayern noch verlassen, ebenso Corentin Tolisso (26), der an Corona erkrankt ist.

Aufgrund der dünnen Personaldecke wird Nagelsmann zu Saisonbeginn auf die Talente Torben Rhein (18), Armindo Sieb (18) und Josip Stanisic (21) setzen (müssen). Viel schwieriger könnte sein Start bei den Münchnern kaum sein, zumal nur noch eine Woche zum Einspielen bleibt, ehe die erste Runde im DFB-Pokal ansteht. Am 13. August startet die Bundesliga-Saison – mit der Partie in Gladbach.

"Wir werden nicht so viel Neues machen können zu Beginn, sondern auf das zurückgreifen müssen und wollen, was den Jungs bekannt ist", kündigte Nagelsmann bereits an: "Und dann werden wir uns schrittweise über den Ligaalltag entwickeln. Das wird bis Dezember nicht anders, aber das werden wir hinkriegen."

Duo Upamecano/Nianzou macht Hoffnung

Pragmatismus statt taktischer Experimentierfreude ist nun gefordert, Nagelsmann wird daher auch am bekannten 4-2-3-1-System festhalten. Was Hoffnung macht: Der neue Abwehrchef Dayot Upamecano (22) wird an der Seite von Tanguy Nianzou (19) immer stärker, das Duo könnte zum Saisonstart die Innenverteidigung bilden. "Wir haben auf jeden Fall besser verteidigt, als es in den letzten Spielen der Fall war", sagte Nagelsmann, der aber auf der linken Seite vor einem Rätsel steht: Denn Neuzugang Omar Richards (23) konnte in keinem der drei Testspiele überzeugen, der Engländer muss aber Davies und Hernández ersetzen.

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Nicht nur diese Personalie macht deutlich: Ein, zwei Verstärkungen würden dem Bayern-Aufgebot noch guttun, bis Ende August gibt es die Möglichkeit zu Einkäufen oder Leihgeschäften. Bislang bleibt Nagelsmann ruhig, er stellt keine Forderungen an Sportvorstand Hasan Salihamidzic. "Ich habe einen Weltklasse-Kader und Weltklasse-Spieler, die viele Dinge von sich aus sehr, sehr gut machen", erklärte der Coach: "Deswegen wird mir jetzt nicht angst und bange. Trotzdem werden wir auch über den Ligaalltag den ein oder anderen Schritt machen müssen." Wohl wahr.

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