"Ich bin froh, dass es für Vincent erledigt ist": Kompany begrüßt Entscheidung des DFB-Sportgerichts

Wenn der FC Bayern am Sonntag beim Aufsteiger SV Elversberg gastiert, dann ist der deutsche Rekordmeister klarer Favorit. Unterschätzen will Bayern-Coach Kompany den Bundesliga-Neuling allerdings nicht. Eine Nachricht vom Freitag begrüßt er.
Andre Wagner
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Bayern-Coach Vincent Kompany kann gegen Aufsteiger Elversberg aus dem Vollen schöpfen.
Bayern-Coach Vincent Kompany kann gegen Aufsteiger Elversberg aus dem Vollen schöpfen. © IMAGO/KROEGER/RHR-FOTO

Wenn der FC Bayern München am Sonntagnachmittag (17 Uhr live auf DAZN) erstmals in seiner Historie auf die SV Elversberg trifft, dann sind die Rollen klar verteilt.

Auf der einen Seite der schier übermächtige deutsche Rekordmeister aus der Millionenmetropole München mit einem Kaderwert von 1,04 Milliarden Euro, auf der anderen Seite der Aufsteiger aus der beschaulichen Gemeinde Spiesen-Elversberg, mit seinen 13.078 Einwohnern, ohne Bahnhof und einem Gesamtkaderwert, für den man noch nicht einmal das rechte Bein von Michael Olise verpflichten könnte.

Doch der vermeintliche David erwischte einen Traumstart in seine allererste Bundesligasaison. Elversberg konnte die ersten beiden Partien gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach gewinnen – etwas, das zuletzt der TSG 1899 Hoffenheim in der Saison 2008/09 gelang.

Elversberg-Coach träumt vom Underdog-Sieg

Entsprechend euphorisch empfängt der Tabellenvierte aus Elversberg den sechstplatzierten FC Bayern in der heimischen "URSAPHARM"-Arena, die im Moment nur Platz für 9300 Zuschauer bietet und aktuell umgebaut wird.

Mitverantwortlich für die saarländische Euphorie ist Elversberg-Coach Vincent Wagner (40), der sich im "kicker" durchaus Underdog-Chancen ausrechnet. "Die Bayern sind einfach extrem gut. Wir haben eine Chance wie ein Schneeball in der Wüste. Das Schöne ist: Auch in der Wüste hat's schon mal geschneit", so Wagner, der gegen die Bayern nun doch auf der Trainerbank sitzen darf.

Eigentlich wäre er nach seiner Gelb-Roten Karte aus der Partie gegen Mönchengladbach für das Spitzenspiel gegen den deutschen Rekordmeister gesperrt gewesen. Weil Schiedsrichter Martin Petersen in der mündlichen Verhandlung jedoch menschliche Größe zeigte und einen Irrtum einräumte, nahm das DFB-Sportgericht die Sperre zurückund Wagner darf am Sonntagnachmittag an der Seitenlinie stehen. 

Kompany über Wagner: "Ich bin froh, dass es für Vincent erledigt ist"

Ein Fakt, den Vincent Kompany (40) wohlwollend aufnahm. "Ich möchte nicht über die Gelb-Rote Karte sprechen. Aber ich bin froh, dass es für Vincent erledigt ist und mein Kollege in dieser Situation da sein darf", so der Bayern-Coach am Samstagmorgen auf der Pressekonferenz.

Und der Münchner Übungsleiter freut sich auf die erste Begegnung mit Elversberg, macht aber auch deutlich, dass er den Aufsteiger nicht unterschätzt. "Jedes Spiel gehen wir ernst an. Ich bin froh, dass wir gegen Elversberg spielen und dass wir gegen diese Mannschaft antreten dürfen", so Kompany weiter. "Elversberg ist eine Mannschaft, die fußballerisch die Basis für den Erfolg gelegt hat und jetzt sehr gut in die Bundesliga gestartet ist."

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Kompany kann gegen Elversberg aus dem Vollen schöpfen

Nach dem fulminanten 5:0-Erfolg in der Champions League gegen den FK Bodö/Glimt unter der Woche will der FC Bayern gegen Elversberg aber nicht vom Gas gehen. "Da gibt es nur eins, überall, wo wir hinfahren: Wir wollen immer den FC Bayern zeigen. Es ist eine neue Location für uns, aber trotzdem wollen wir die gleichen Bayern sein." 

Rekordmeister gegen Aufsteiger, der Tabellenvierte Elversberg gegen den Tabellensechsten Bayern München. Für viele überraschend das Spitzenspiel des dritten Spieltags. Doch Kompany will in diese Partie gar nicht so viel hineininterpretieren. "Man fliegt erstmal eine Stunde, dann fährt man eine Stunde Bus und dann spielt man Fußball – mehr ist es nicht. Wir spielen gegen eine Mannschaft, die eine klare Identität hat. Egal, wo es ist und egal, wie das Wetter ist: Wir wollen immer die beste Version von uns zeigen und genau das wollen wir morgen auch machen. Egal, ob in Dortmund oder in Elversberg, die Motivation ist genau die gleiche." Welpenschutz für den Bundesliganeuling wird es von Seiten der Münchner also nicht geben.

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Und bei der Aufstellung kann Vincent Kompany aus dem Vollen greifen, selbst Serge Gnabry ist am Sonntagnachmittag eine Option. "Serge Gnabry trainiert, aber es wird heute noch entschieden. Ich schätze, dass er morgen oder gegen Union dabei sein wird. Aber wir haben noch Gespräche mit Serge. Er muss das Zeichen geben, dass er sagt, ich habe nicht das Gefühl, dass beim Schuss oder einem Dribbling etwas sein kann. Ansonsten sind alle gesund und dabei."

Serge Gnabry kann gegen Elversberg auf sein Comeback hoffen.
Serge Gnabry kann gegen Elversberg auf sein Comeback hoffen. © IMAGO/Philippe Ruiz

Nach kuriosem CL-Interview: Eberl nimmt Olise in Schutz

Wahrscheinlich in der Startelf stehen wird Michael Olise, dessen Video seines kuriosen und etwas wortkargen Interviews nach der Champions-League-Partie in den Sozialen Medien durch die Decke ging. Während die einen den Franzosen dafür feiern, werfen andere dem Bayern-Star Arroganz vor. Auf der Pressekonferenz nahm Max Eberl seinen Star erneut in Schutz. "Michael Olise ist einer, der Fußball spielen möchte und das neben dem Platz ist nicht so seins. Das Thema ist medial total groß, aber auf anderen Kanälen wird er genauso für sein Verhalten gefeiert. Das Entscheidende, warum wir Michael bei uns haben, ist, wie er Fußball spielt - und das tut er außergewöhnlich", so der Sportvorstand des FC Bayern.

Einer, der aktuell auf dem Platz etwas unglücklich agiert, ist Luis Diaz (29). Während es der Kolumbianer in der abgelaufenen Saison auf 26 Tore und 23 Vorlagen in 51 Spielen brachte, klebt dem 29-Jährigen derzeit noch ein bisschen das Pech am Fußballschuh. Zwar gelang Diaz in den bisherigen fünf Pflichtspielen erst ein Treffer, dennoch macht sich Kompany um seinen Schützling noch keine Sorgen.

"Es fehlt nur der Abschluss. Seine Energie ist da und er ist immer wieder gefährlich. Man muss zu diesen Chancen auch erst einmal kommen. Immer wieder diese Tiefenläufe machen. Jetzt kommt er manchmal in diese Situationen, wo am Ende auch ein Stück weit das Glück fehlt. Der Schuss wird abgefälscht oder ein anderer Spieler macht ihn rein. Aber wichtig ist, dass er die Chancen bekommt und er muss ruhig bleiben, dann kommt auch der Erfolg vor dem Tor wieder", macht der belgische Coach seinem Offensivstar Mut. Vielleicht klappt es ja schon gegen Elversberg.

Kaum Einsatzchancen für Boey

Wenige Chancen auf einen Einsatz in Elversberg wird sich Sacha Boey ausrechnen können. Der Verteidiger, den die Bayern gerne noch transferiert hätten, wird wohl wieder mit einem Platz auf der Bank oder gar der Tribüne vorliebnehmen müssen. "Jetzt ist die Transferphase vorbei und Sacha bekommt die Unterstützung von uns. Aber allein auf der Position haben wir Josip Stanišić und Konrad Laimer und der Konkurrenzkampf ist da schon hart", erklärt Kompany die Situation seines Abwehrspielers. So ganz abschreiben will ihn der Bayern-Coach aber nicht. "Im Fußball kann alles passieren, wenn man die richtige Einstellung hat. Wir sind einfach respektvoll, wie wir mit ihm umgehen. Er trainiert aktuell sehr gut und alles andere wird sich dann zeigen."

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