"Das ist wahrer Sportsgeist": Elversberg-Boss Welzmüller äußert sich zur aufgehobenen Sperre für Wagner

Elversbergs Trainer Vincent Wagner darf trotz seiner Gelb-Roten Karte gegen den FC Bayern auf der Bank sitzen. Ein zweiter Einspruch gegen die Sperre ist erfolgreich, weil der Referee Größe zeigt.
AZ/dpa |
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Vincent Wagner (m) darf gegen Bayern München auf der Bank sitzen. (Archivbild)
Vincent Wagner (m) darf gegen Bayern München auf der Bank sitzen. (Archivbild) © David Inderlied/dpa

Erleichtert und dankbar trat Vincent Wagner nach seinem bemerkenswerten Freispruch vor dem DFB-Sportgericht die Rückreise ins Saarland an. "Großer Dank und Respekt an Martin Petersen und die Regelexperten", sagte der Trainer des Bundesliga-Aufsteigers SV Elversberg nach der Aufhebung seiner Sperre für das Highlight-Duell mit Rekordmeister Bayern München

Welzmüller: "

Auch der Technische Direktor des Aufsteigers, Josef Welzmüller, zeigt sich im Gespräch mit der AZ erleichtert: "Natürlich sind wir froh, dass Vincent am Sonntag an der Seitenlinie stehen darf und wir nun Klarheit haben, was die Spielvorbereitung angeht. Trotz allem Trubel in den letzten Tagen ziehe ich vor allem vor der ehrlichen Einschätzung von Schiedsrichter Martin Petersen den Hut. Das ist wahrer Sportsgeist und macht den Fußball gerechter."

Weil Schiedsrichter Martin Petersen in der mündlichen Verhandlung menschliche Größe zeigte und einen Irrtum einräumte, gewann Wagner den Kampf gegen seine automatische Sperre nach der Gelb-Roten Karte im Spiel bei Borussia Mönchengladbach (4:3) am vergangenen Samstag. "Das hat dem Sportgericht die Möglichkeit gegeben, die zweite Gelbe Karte zurückzunehmen. Jetzt freue ich mich auf den großen FC Bayern", sagte der 40 Jahre alte Fußball-Lehrer mit Blick auf die Partie am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN). 

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Das dreiköpfige Gremium unter dem Vorsitz von Stephan Oberholz hatte sich ein ausführliches Bild gemacht und dann entschieden: "Der gegen Vincent Wagner ausgesprochene Feldverweis wird aufgehoben. Eine automatische Sperre entfällt." Oberholz verwies zugleich darauf, dass dieses Urteil "die absolute Ausnahme" und nur deshalb möglich sei, weil der Schiedsrichter einen Irrtum eingeräumt habe. 

Referee bezeichnet Gelb-Rot als Fehler

In der mündlichen Verhandlung bezeichnete der per Video zugeschaltete Petersen den Platzverweis als Fehler. "Im Nachgang empfand ich meine Reaktion als unangemessen. Ich würde die Entscheidung nicht noch einmal so treffen. Ich war vielleicht zu sensibel und habe die Situation falsch interpretiert", sagte der Unparteiische.

Der zuvor bereits verwarnte Wagner hatte beim 4:3-Sieg der Saarländer in Mönchengladbach von Petersen nach dem Betreten des Spielfeldes in der Halbzeitpause wegen unsportlichen Verhaltens die Gelb-Rote Karte gesehen, obwohl er den Referee weder körperlich noch verbal attackiert hatte. Ein erster Einspruch des Aufsteigers gegen die aus dem Feldverweis resultierende Sperre war vom DFB abgewiesen worden.

Auch der ehemalige Referee Marco Fritz, der in der DFB-Schiri GmbH für Regelfragen zuständig ist, sprach von einer Fehlentscheidung. "Ich kann nichts feststellen, was eine Gelb-Rote Karte rechtfertigt. Es offensichtlich, dass das Betreten des Feldes nicht respektlos erfolgte. Es ist nicht erkennbar, dass er die Stimmung aufheizen wollte. Mehr als eine Ermahnung sehe ich da nicht", sagte Fritz.

Wagner freut sich über DFB-Urteil

Mit dem Urteil wurde der "Gerechtigkeit Genüge getan", befand Wagner. "Ich bin hierhergekommen, um festzustellen, dass es keine Unsportlichkeit gab. Das war mir wichtig". Jetzt freue er sich darauf, "dass ich das Spiel gegen den FC Bayern aus nächster Nähe erleben und die Jungs bei dem Spektakel unterstützen kann." 

Der Fall hat Seltenheitswert, weil Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters im Fußball nur selten korrigiert werden. Zuletzt gab es bei der WM einen internationalen Aufschrei, weil der Weltverband FIFA eine Rote Karte gegen den US-Nationalspieler Folarin Balogun nachträglich annulliert hatte. 

Dieses Mal dürfte das Urteil breite Zustimmung in der Fußball-Szene finden. Schließlich hatte der Platzverweis für Wagner großes Unverständnis ausgelöst. Sogar Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Trainer Vincent Kompany hatten sich für eine Aufhebung der Sperre ausgesprochen.

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  • rotweiss vor einer Stunde / Bewertung:

    Vollkommen richtig !

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