Grenzüberschreitend: Warum auch müde Bayern erfolgreiche Bayern sind

Bayern fährt mit dem 3:1-Erfolg beim VfB Stuttgart den nächsten Arbeitssieg ein. "Man sieht, dass sie auf dem Zahnfleisch gehen", sagt VfB-Profi Castro. Und Münchens Goretzka gesteht: "Ich bin sehr müde."
| Patrick Strasser
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Erleichterung nach dem Sieg: Manuel Neuer herzt die Vorderleute.
Erleichterung nach dem Sieg: Manuel Neuer herzt die Vorderleute. © imago images/Pressefoto Rudel

Sie lassen nicht nach. Allen Widerständen zum Trotz. Der 3:1-Erfolg des FC Bayern beim VfB Stuttgart war eine reine Willensleistung. "Wir wissen alle, dass wir aktuell keinen Schönheitspreis bekommen, und dass wir besser spielen können, aber wir liefern Ergebnisse", sagte Trainer Hansi Flick voll Realismus.

Das 0:1, als sich der gesamte Defensivverbund der Bayern bei einem Konter der spielstarken Schwaben übertölpeln ließ, bedeutete bereits in der dritten Liga-Partie hintereinander einen Rückstand. Die Führung von Tanguy Coulibaly (20.) drehten Kingsley Coman und Robert Lewandowski mit ihren Treffern noch vor der Pause, der eingewechselte Douglas Costa besorgte kurz vor Schluss die Entscheidung.

FC Bayern: Spiele-Hatz wird zum zähen Marathon

Kein Glanz, aber drei Punkte. Raus aus dem Stadion, rein in den Bus. Heimfahrt. "Gut essen und viel schlafen", wie Flick seinen müden Kickern als Hausaufgabe mitgab. Denn die unendliche Reise von Spielen, der anschließenden Regeneration sowie der kurzen Spielvorbereitung auf die nächste Partie geht weiter. Ein zäher Marathon seit Saisonbeginn Mitte September.

Die Geist und Körper ermüdende Terminhatz hat Spuren bei den Bayern hinterlassen. Das spüren längst die Gegner. "Man sieht, dass die Bayern personell angeschlagen sind und jetzt auf dem Zahnfleisch gehen", sagte VfB-Routinier Gonzalo Castro. Mit dem nächsten Satz machte Castro jegliche Hoffnung kommender Gegner wieder zunichte: "Aber sie machen eben die Tore zur richtigen Zeit."

Erleichterung nach dem Sieg: Manuel Neuer herzt die Vorderleute.
Erleichterung nach dem Sieg: Manuel Neuer herzt die Vorderleute. © imago images/Pressefoto Rudel

Leon Goretzka spricht offen über die Belastung

Auch die Bayern-Profis selbst gehen offensiv mit der immensen Belastung in der durch die Corona-Pandemie komprimierten Saison um. "Einem Rückstand hinterher zu laufen, kostet viel Kraft, sowohl mental als auch körperlich. Umso größer kann man diesen Sieg einordnen. Aktuell machen wir aber zu viele Fehler und laden den Gegner oft ein", meinte Leon Goretzka bei Sky: "Es gibt viele Gründe, warum wir so viele Konzentrationsfehler machen. Ein Grund ist die Müdigkeit, die fehlende Frische im Kopf. Auch wenn der Trainer gesagt hat, das darf nicht als Ausrede gelten. Aber ich zumindest bin sehr müde."

Flick weiß um die Belastung der vergangenen und kommenden drei Wochen bis zur Bonsai-Winterpause, in der dieses Mal nur 15 Tage über den Jahreswechsel zwischen dem letzten Spiel anno 2020 (am 19. Dezember in Leverkusen) und dem Wiederbeginn 2021 (am 3. Januar gegen Mainz) liegen.

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Flick wird gegen Atlético rotieren

Bis zum Kurzurlaub müssen die Bayern noch drei Wochen und sechs Spiele überstehen, darunter zwei in der Champions League. Da man das Achtelfinale bereits erreicht hat und als Gruppensieger feststeht, kann Flick schon am Dienstag bei Atlético Madrid rotieren und Spieler zu Hause lassen. "Ich weiß, dass die Mannschaft aktuell am Limit ist. Es ist in dieser Phase wichtig, keine Punkte liegen zu lassen, die Siege dennoch einzufahren", sagte Flick über die grenzüberschreitende Belastung, fordert aber Durchhaltevermögen ein: "Wir wollen möglichst alle ausstehenden Spiele gewinnen, um wirklich gut in die Winterpause zu kommen."

Besser als die Konkurrenz. "Wenn man auf die Tabelle schaut, sowohl in der Champions League als auch in der Liga, dann hätten viele gerne unsere Probleme", meinte Thomas Müller verschmitzt und dachte an die frohe Kunde aus Dortmund, wo der BVB sein Heimspiel sensationell gegen Köln 1:2 verloren hatte. Was auch Flick nutzte, um den eigenen Arbeitssieg beim Aufsteiger einzuordnen: "Wir wissen alle, dass es nicht so einfach ist, wenn man alle drei Tage spielt. Wenn man auf die Ergebnisse des Spieltags schaut, sieht man, dass es nicht so rund läuft bei den Teams, die unter der Woche international spielen. Man muss die Bedingungen annehmen, wie sie sind. Und wem das am besten gelingt, der hat den meisten Erfolg - das wollen wir sein."

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