Flicks Alm-Auftrieb: In Bielefeld tat sich Bayern oft schwer

Im Duell mit Aufsteiger Arminia Bielefeld setzt der Trainer des FC Bayern wieder auf seine Topstars. "Es geht nur mit 100 Prozent", sagt er - und richtet einen wichtigen Corona-Appell an die Gesellschaft
| Maximilian Koch
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© imago images / ULMER Pressebildagentur

München - Mehr als elf Jahre ist es her, dass der FC Bayern letztmals zu einem Bundesliga-Spiel nach Bielefeld reiste. Damals, am 18. April 2009, gewannen die Münchner mit 1:0, Luca Toni erzielte das entscheidende Tor.

Trainiert wurde das Team von einem gewissen Jürgen Klinsmann, rechts hinten verteidigte Christian Lell, im zentralen Mittelfeld spielte Andi Ottl. Ja, so viel Zeit ist seitdem vergangen.

Arminia Bielefeld sieht sich nicht chancenlos

Am Samstag (18.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) gastiert der FC Bayern nun wieder in Bielefeld. Aufsteiger und Zweitliga-Meister Arminia ist mit vier Punkten aus drei Spielen ordentlich gestartet, chancenlos sieht man sich nicht.

"Wenn man sieht, wie der FC Bayern besetzt ist, hat man in neun von zehn Spielen keine Chance", sagte Trainer Uwe Neuhaus: "Aber wir wollen jetzt nicht neun Spiele warten, sondern wir wollen da sein, wenn die Bayern uns unterschätzen - oder nicht an ihre hundertprozentige Form herankommen."

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Keine Fans im Stadion zugelassen

Ärgerlich aus Bielefelder Sicht: Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen sind keine Zuschauer zugelassen an diesem Festtag. "Für alle Fans, die jahrelang solchen Spielen entgegengefiebert haben, ist das sehr schade", sagte Arminia-Geschäftsführer Samir Arabi. Coach Neuhaus erwartet trotzdem ein heißes Team: "Der Gegner heißt Bayern München, da hat man schon in der Vorbereitung das Leuchten in den Augen der Spieler gesehen."

Ein weiteres Problem für Neuhaus und Bielefeld: Bayern wird mit einer stärkeren Elf auflaufen als im Pokal gegen Fünftligist 1. FC Düren (3:0). "Ich gehe davon aus, dass alle Nationalspieler bereit sind", sagte Flick.

Von Torhüter und Kapitän Manuel Neuer über Abwehrchef David Alaba bis hin zu  Sturmstar Robert Lewandowski dürften die Topstars in die Anfangsformation zurückkehren. Flicks Alm-Auftrieb - sozusagen. In der Bielefelder Schüco-Arena, die bis 2004 noch Alm hieß.

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FC Bayern verlor drei der letzten zehn Partien in Bielefeld

Für Bayern war dieser Spielort nicht immer ein angenehmer. Von den vergangenen zehn Partien in Bielefeld wurden fünf gewonnen und drei verloren. Zudem gab es zwei Remis. Unvergessen ist eine Begegnung aus der Saison 1997/98. Am 18. April 1998 rettete Lothar Matthäus kurz vor Abpfiff ein 4:4, doch das war im Meisterduell mit Kaiserslautern zu wenig. Kurios: Die Münchner leisteten sich zwei Eigentore durch Mehmet Scholl und Sammy Kuffour, Oliver Kahn patzte doppelt. Ein entscheidender Rückschlag im Titelrennen, das letztlich verlorenging.

So weit ist es in der aktuellen Spielzeit natürlich nicht, doch einen gewissen Druck spüren Flicks Spieler. Bereits am Mittwoch startet die Champions League mit der Partie gegen Atlético Madrid. Es gilt, in allen Wettbewerben auf Kurs zu bleiben. "Wir sind der FC Bayern, wir haben den Anspruch, unsere Ziele zu erreichen", stellte Flick klar. Dafür ruft er nun den Konkurrenzkampf aus: "Wir wollen unseren Fußball spielen und unsere Idee weiter umsetzen. Das geht nur mit hundert Prozent. Wenn ein Spieler keine hundert Prozent geben kann, dann spielt ein anderer."

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Hansi Flick mit Corona-Appell an die Gesellschaft 

Neuzugänge wie Douglas Costa bieten dem Coach nun diese Möglichkeit. Es zeigt sich, wie wichtig die Last-Minute-Transfers tatsächlich waren.

Noch wichtiger ist derzeit selbstverständlich die Corona-Situation in Deutschland, das erklärte auch der Bayern-Trainer und richtete einen eindeutigen Appell an die Gesellschaft.

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"Wir alle wissen nicht, wie es weitergeht, aber wir alle sollten uns an die Regeln halten. Die Maske zu tragen, ist schon ein guter Schutz", sagte Flick. Es stelle sich auch immer wieder die Frage, mit wem man sich treffe. "Ist das sinnvoll, muss es unbedingt sein?", fragte er und forderte: "Wir müssen auch an die Leute denken, die als Risikogruppe gelten."

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