Kompany-Comeback vor Köln? Bayern-Bosse diskutieren Rückkehr des Trainers
Diesmal sehnen die Bayern die Länderspiel-Pause herbei. Noch eine Partie, das Duell am Samstag (15.30 Uhr, Sky) beim FSV Mainz 05 – dann ist die dritte Phase der Hinrunde endlich vorbei. Geschafft sind dann vor allem das Trainerteam, die Ärzte und Physiotherapeuten. Von diesen vier Wochen seit der ersten Unterbrechung durch die Länderspiele ab Mitte September bis Anfang Oktober.
Erstmals dauerte jene Abstellungsperiode drei Wochen. Die Unterbrechung kam den Münchnern nach sechs Siegen in sieben Pflichtspielen ungelegen. Der Lauf war gebremst, der Rhythmus weg. Nach der XXL-Länderspielpause kam man nur schwer in die Gänge: Vier – teils überflüssige – Unentschieden in acht Spielen und eine Menge anderer, ernsthaftere Probleme und Sorgen. Trainer Vincent Kompany brach zusammen, musste ins Krankenhaus, erholt sich von einer Hirnhautentzündung. Der Vater von Joshua Kimmich starb. Der Vize-Kapitän nahm sich eine Auszeit, um das zu verarbeiten.
Nach und nach brach beinahe die gesamte Offensiv-Abteilung weg. Erst Jamal Musiala, dann Luis Díaz und beim 2:2 gegen Dortmund Serge Gnabry und Ismael Saibari. Letztere fallen monatelang aus.
Hoeneß lobt dezimierte Bayern: Atlético "in ihrem Stadion regelrecht vorgeführt"
Nach dem 2:0 in der Champions League bei Atlético Madrid lobte Ehrenpräsident Uli Hoeneß die Seinen im "Kicker": "Ich hatte vorher unheimliche Bedenken. Bei Atlético ist es immer schwierig. Ich weiß, wie hart sie spielen können." Er sei, so Hoeneß, "mit großer Nervosität vor dem Fernseher gesessen" und wäre danach "total begeistert" gewesen.
Der 74-Jährige: "Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir Atlético in ihrem Stadion regelrecht vorgeführt. So eine tolle Auswärtsleistung habe ich seit Jahren nicht gesehen." Es war eine Willens- und Energieleistung. Nun noch die Hürde Mainz überstehen, in den letzten Jahren stets eine der kniffligsten Herausforderungen. In der Mewa Arena verloren die Münchner vier (!) ihrer letzten sechs Gastspiele.
Muss Davies in Mainz pausieren?
Noch einmal müssen sie sich überwinden, noch einmal improvisieren – und Kreativität beweisen, was die Offensive betrifft. Eventuell muss Alphonso Davies (Belastungssteuerung) pausieren. "Seine Explosivität braucht auch Ruhephasen", meinte Interims-Trainer Aaron Danks am Freitagvormittag.

Eine erste, gute Nachricht gab es schon: Am Donnerstag konnte Musiala an der Säbener Straße sein Comeback im Teamtraining geben. "Das ist sehr positiv, aber das Spiel kommt zu früh für Jamal", so Danks, der betonte: "Nächste Woche machen sie (Musiala und Luis Díaz, d.Red.) individuelle Einheiten und wenn die Nationalspieler zurückkehren, werden sie im vollen Teamtraining sein."
AZ-Info: Bayern-Bosse diskutieren Kompany-Rückkehr vor Köln-Spiel
Erst Mainz, dann Muße. Der Brite Danks macht Kurzurlaub in der Heimat, sagte: "Ich freue mich auf die Ruhe in der Länderspiel-Pause. Es wird wichtig, nach Hause zu kommen und Zeit mit der Familie zu verbringen." Um danach, vor dem Heimspiel am 20. November gegen den 1. FC Köln, wieder ins zweite Glied zu rücken?
Nach AZ-Informationen diskutieren die Bosse der Bayern, ob Kompany in den Tagen vor dem Köln-Spiel ans Trainingsgelände zurückkehren kann – falls die Ärzte grünes Licht geben. Es hörte sich schon ein wenig nach Bilanz an, als Danks über seine Erfahrung als Teilzeit-Chef sprach: "Wir haben die Zeit durchgestanden und es mit Vinnies Führungsart gemacht. Alles, was er in uns entwickelt hat, haben wir versucht zu zeigen."
