FC Bayern gegen Greuther Fürth: Marcel Sabitzer drängt in Nagelsmanns Startelf

Nachhilfe für Hochbegabte: Coach Nagelsmann lässt seine Bayern-Stars neuerdings Einwürfe üben. Musiala und Gnabry sind rechtzeitig fit für Fürth, Sabitzer ist "mal ein Kandidat für die Startelf".
| Patrick Strasser
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Marcel Sabitzer steht vor seinem Startelf-Debüt.
Marcel Sabitzer steht vor seinem Startelf-Debüt. © sampics/AK

München - Bester Laune war Julian Nagelsmann am Donnerstagnachmittag an der Säbener Straße, weil er "gute Nachrichten" verkünden konnte vom Trainingsplatz. Nämlich, dass Serge Gnabry, der zuletzt Rücken hatte und an einem Infekt litt, sowie Jamal Musiala (Knöchelblessur) wieder recht munter auf dem Rasen unterwegs waren. "Sie haben beide sehr gut trainiert und könnten auch spielen", erklärte der Chefcoach vor der Reise nach Mittelfranken zum Duell bei Aufsteiger Greuther Fürth am Freitagabend, (ab 20.30 Uhr live auf DAZN und im AZ-Liveticker) schränkte jedoch ein: "Wir müssen schauen, ob das auch Sinn ergibt. Unwahrscheinlich, dass beide beginnen."

Gibt Sabitzer seine Premiere in der Startelf?

Die Tendenz: Weil Musialas Knöchel recht easy getapt werden kann, dürfte der 18-Jährige auf dem rechten Flügel beginnen, zumal er beim 7:0 letzten Samstag gegen Bochum komplett geschont worden war. Gnabry ("Bei Serge ist es konfus im Rücken. Da kann man schnell ein paar Tage verlieren") sitzt wohl zunächst auf der Bank, könnte im Spielverlauf jedoch reinkommen, da ihm Nagelsmann mit Blick auf das nächste Gruppenspiel der Champions League gegen Dynamo Kiew (Mittwoch) "Rhythmus geben" möchte. Lahme Flügel? Die Gefahr ist gebannt. Trotz des Ausfalls von Kingsley Coman, der nach seiner Herz-OP vergangenen Donnerstag nun erstmals wieder Runden laufen konnte.

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Ansonsten könnte Marcel Sabitzer seine Premiere von Beginn an geben nach dem Wechsel Ende August von RB Leipzig nach München. Der Österreicher sei innerhalb des Kaders und der neuen Kollegen "noch in der Findungsphase", jedoch "mal ein Kandidat für die Startelf". Zur Entlastung von Dauerspieler Leon Goretzka, der das Monopol auf die Achter-Rolle hat. Zudem habe Lucas Hernández seine leichten Knieprobleme überstanden, könnte aber anstelle des zuletzt geschonten Dayot Upamecano eine Pause bekommen.

So viel zum Personal und all den Unwägbarkeiten, dem täglichen Business eines Bundesliga-Trainers.

Nagelsmann aber treiben andere Dinge um: das große Ganze. Die Spielphilosophie, die Taktik, der Matchplan. Und so setzte der 34-Jährige zu einem Referat an anlässlich einer Frage nach seiner bisherigen Bilanz (sieben Siege, ein Remis in acht Pflichtspielen) und erklärte, was ihm als Fußballlehrer Befriedigung verschafft: "Ich möchte Spiele gewinnen und das nicht nur aufgrund der Qualität eines einzelnen Spielers. Ich habe den Anspruch, dass wir Spiele gewinnen, weil wir taktisch gut sind, weil wir eine sehr gute Idee haben. Das ist das Ziel." Und daher fordert er von seiner Mannschaft: "Wir können weiter über einen längeren Zeitraum des Spiels eine bessere Struktur haben. Das haben wir schon oft sehr gut gemacht, aber wir müssen das stringenter über 90 Minuten durchziehen."

Toppmöller setzt spezielles Einwurftraining an

Aber auch auf die Kleinigkeiten, die Details (Trainerlegende Ottmar Hitzfeld hob diese stets gerne hervor), hat Nagelsmann im Auge: etwa die Einwürfe.

Weil ihm das Einwurf-Verhalten seines Teams beim Schützenfest gegen Bochum in den ersten "acht, neun Minuten" (!) missfiel, setzte er diese Woche auf Initiative von Assistenztrainer Dino Toppmöller, zuständig für Standards, ein spezielles Einwurftraining an. Unüblich im Profibereich - wie Nachhilfe für Hochbegabte. "Die Spieler waren demgegenüber sehr offen", berichtete Nagelsmann und betonte: "Es ist wichtig, das zu trainieren. Standards machen 30 Prozent der Tore aus, und Einwürfe gehören da dazu." Und überhaupt: "Der Einwurf ist besonders, weil ein Spieler draußen steht, und man einer weniger ist." Das muss man sich mal überlegen! Für einen Mister 110 Prozent wie Nagelsmann ein Mosaikstein des Coaching-Universums.

Im Fürther Ronhof gilt: Achtung, Einwurf!

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