FC Bayern: Flexibel einsetzbar - Wie dieses Quartett Flick hilft

Wohl dem Trainer, der vielseitig einsetzbare Spieler hat. Die AZ zeigt, wie David Alaba, Joshua Kimmich, Thiago und Thomas Müller Trainer Hansi Flick aus der Patsche helfen – und das Bayern-Spiel prägen.
| Simon Stuhlfelner
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Spielt seit Wochen auf Top-Niveau in der Innenverteidigung: David Alaba.
Spielt seit Wochen auf Top-Niveau in der Innenverteidigung: David Alaba. © Sven Hoppe/dpa

München - Lars Lukas Mai, Oliver Batista Meier, Michael Cuisance, Leon Dajaku, Jann-Fiete Arp, Joshua Zirkzee – nein, das ist nicht die Aufstellung des FC Bayern II fürs nächste Drittliga-Spiel am Samstag gegen Sonnenhof Großaspach. Es ist eine Aufzählung der Ersatzspieler, die am Dienstag beim 1:0-Sieg im DFB-Pokal beim FC Schalke 04 auf der Ersatzbank der Profis saßen. 

Personalnotstand beim FC Bayern

Ersatzkeeper Sven Ulreich und Routinier Javi Martínez (beide 31) mögen sich zwischen all den Teenagern oder gerade 20-Jährigen reichlich alt vorgekommen sein. Neben Martínez saß nur noch Winter-Neuzugang Álvaro Odriozola (24) als einigermaßen erfahrene Alternative auf der Bank. Nach den Verletzungen von Niklas Süle, Kingsley Coman, Ivan Perisic und Robert Lewandowski sind die personellen Alternativen für Trainer Hansi Flick derzeit mal wieder überschaubar. Besonders in der Innenverteidigung wurde es nach den kurzfristigen Ausfällen von Jérôme Boateng (Magen-Darm) und Lucas Hernández (Sehnenreizung) eng.

Wohl dem, der da einen Joshua Kimmich hat. Der Außenverteidiger respektive Mittelfeld-Sechser brillierte auf Schalke auch als Innenverteidiger, zusammen mit dem ebenfalls starken David Alaba, früher mal Außenverteidiger, dirigierte und dominierte Kimmich das Spiel als innenverteidigender Spielmacher. Der Junge kann einfach alles, schwärmte Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf AZ-Nachfrage, "egal, wo man ihn hinstellt, ist er Weltklasse."

Kimmich und Alaba schließen mit ihrer Flexibilität derzeit eine Lücke, die der FC Bayern durch seine knapp kalkulierte Kaderplanung im Sommer aufgemacht hat. Wie Thomas Müller und Thiago gehören sie aktuell zu den unverzichtbaren Leistungsträgern in Flicks Team. Sie sind Bayerns flexible Säulen.

David Alaba

Spielt seit Wochen auf Top-Niveau in der Innenverteidigung: David Alaba.
Spielt seit Wochen auf Top-Niveau in der Innenverteidigung: David Alaba. © Sven Hoppe/dpa

Auch so ein Alleskönner. Als Linksverteidiger mit viel Geschwindigkeit, als Innenverteidiger mit Übersicht, cleverem Zweikampfverhalten und feiner Spieleröffnung, als Freistoßschütze mit raffinierter Technik – egal wo: Alaba überzeugt. "Ich bin mit ihm total zufrieden, weil er es im Zweikampf gut macht und in Ballbesitz gute Lösungen für die Spieleröffnung hat. Deswegen ist er zurzeit auf dieser Position sehr wichtig", sagte Flick jüngst.

In Österreichs Nationalteam agiert Alaba, dessen Vertrag 2021 ausläuft, als Sechser, eine Position, auf die er auch beim FC Bayern immer mal wieder leise Ambitionen anmeldet. Man könnte sich das ja durchaus vorstellen: Alaba und Kimmich als Schaltzentrale des Bayern-Spiels nicht in der Abwehr, sondern gemeinsam im Mittelfeld. Hinten links gibt es mit Alphonso Davies mittlerweile eine überzeugende Alternative.

Joshua Kimmich

Joshua Kimmich jubelt nach seinem Tor auf Schalke.
Joshua Kimmich jubelt nach seinem Tor auf Schalke. © imago/Team 2

Könnte man ihn klonen – der Nationalspieler würde in Bayerns Wunschaufstellung mindestens zweimal vorkommen: als Rechtsverteidiger und als Sechser. "Für mich ist er einer der besten Spieler Europas", adelte Sportdirektor Hasan Salihamidzic den Allrounder, der Zweikampfhärte, Schnelligkeit und Technik in sich vereint. Zudem hat er sich zu einem absoluten Leader entwickelt.

Thiago

Dreh- und Angelpunkt im Bayern-Mittelfeld: Thiago (l.).
Dreh- und Angelpunkt im Bayern-Mittelfeld: Thiago (l.). © Guido Kirchner/dpa

Dass der Spanier eines der feinsten Füßchen im Team hat, ist ja altbekannt. Unter Flick allerdings scheint Thiago auch neue Qualitäten zu entdecken: Er rackert im Gegenpressing, hilft in der Abwehrarbeit aus und, ja, er grätscht sogar im eigenen Strafraum. Auf Schalke führte er die meisten Zweikämpfe aller Münchner Spieler, 83 Prozent davon gewann er – stark. In dieser Form ist Thiago eine wichtige Säule fürs Triple, flexibel ist er ja sowieso.

Thomas Müller

Thomas Müller (l.) spielte auf Schalke im Sturm – und blieb dabei wirkungslos.
Thomas Müller (l.) spielte auf Schalke im Sturm – und blieb dabei wirkungslos. © Guido Kirchner/dpa

Zugegeben, das Experiment mit Müller in vorderster Sturmspitze funktionierte auf Schalke nicht so gut. Gegen den FC Augsburg am Sonntag (15.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) könnte wieder Joshua Zirkzee den Vorzug als Lewandowski-Ersatz bekommen, Serge Gnabry wäre eine weitere Alternative.

"Müller mit dem Rücken zum Tor ist nicht halb so gut", sagte Experte Marcel Reif bei "Bild.de". Allerdings: Als Raumdeuter, der verschiedene Positionen und Funktionen auf dem Platz ausfüllen kann, ist auch Müller derzeit ungemein wertvoll für Flick. Eine flexible Säule eben.

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