FC Bayern: Aussage von Niklas Süle zeigt, wie wichtig Arjen Robben künftig wäre

Niklas Süle spricht im AZ-Interview über seine starke Debüt-Saison beim FC Bayern, Vorbild Arjen Robben und Mentor Jupp Heynckes. Bei Robben zieht der Youngster einen markanten Vergleich.
| Maximilian Koch
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Routinier und Youngster: Arjen Robben (li.) und Niklas Süle beim FC Bayern.
imago/Claus Bergmann Routinier und Youngster: Arjen Robben (li.) und Niklas Süle beim FC Bayern.

München - Bleibt Arjen Robben über den Sommer hinaus beim FC Bayern? Niklas Süle ist ein Verfechter dieses Szenarios - und erklärt im exklusiven Gespräch mit der AZ, warum ihm der Niederländer manchmal wie ein 18-Jähriger vorkommt. Und, was ihm Coach Jupp Heynckes mit auf den Weg gegeben hat. Ferner erzählt der 22-Jährige, ob er sich schon Gedanken über ein Meister-Tattoo gemacht hat.  

AZ: Herr Süle, verfolgen Sie die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang?
NIKLAS SÜLE: Bis jetzt habe ich noch nicht so viel gesehen. Wieso?

Von der Statur her könnten Sie ja eigentlich auch die deutschen Bobs in den Olympischen Eiskanal schieben.
(lacht) Das stimmt.

"Jupp Heynckes brennt auf das Maximale"

Kommen wir mal zum Fußball. Jupp Heynckes hat Sie zuletzt sehr gelobt – im Training gibt er Ihnen auch mal klare Ansagen. Brauchen Sie das?
Mit den Trainern in meiner Karriere habe ich einiges durchgemacht, da wurde es auch mal lauter. Offensichtlich brauchte ich manchmal eine klare Ansage.

Was haben Sie speziell von Heynckes gelernt?
Der Trainer hat zu mir gesagt: "Niklas, Du bist 22, Nationalspieler, spielst bei Bayern. Aber das Schwierige ist, dieses Niveau über Jahre zu halten und noch mal einen draufzusetzen." Dieses Denken hat der Trainer immer gelebt. Er hat 2013 in seiner vermeintlich letzten Saison das Triple geholt. Und er ist jetzt genauso heiß, er brennt auf das Maximale. Seine Autorität ist einfach beeindruckend. Er hilft mir, noch besser zu werden.

Es läuft für Sie prima in Ihrer ersten Bayern-Saison. Wie fällt das Zwischenfazit aus?
Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich so viel spiele und der Trainer mir so sehr vertraut, hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Das sind fantastische Jungs hier, sie haben mich super aufgenommen. Ich bin rundum glücklich.

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Sie schwärmen ja richtig.
Ja. Es gefällt mir hier sehr gut. Meine Begeisterung für Bayern ist nochmal gestiegen, seitdem ich von Hoffenheim hierher gewechselt bin. Der Klub ist sehr familiär, auch wenn man das von außen vielleicht gar nicht so sieht.

Niklas Süle: Riesiger Druck beim FC Bayern

Wollen Sie für immer bei Bayern bleiben?
Das kann ich mir vorstellen. Es ist mein erstes Jahr hier, aber ich muss sagen, dass ich mich super eingefunden habe. Ich bin mehr als zufrieden, habe noch lange Vertrag. Ich kann mir momentan nichts anderes vorstellen als Bayern.

Es gab auch einige Skeptiker, die Ihnen einen Platz auf der Ersatzbank vorhergesagt haben. Spüren Sie ein wenig Genugtuung?
Mich interessiert es nicht, was irgendwelche Skeptiker sagen. Dann wäre ich auch völlig falsch bei Bayern. Ich wusste, was ich kann, als Bayern mich geholt hat. In der ersten Saison wollte ich erstmal reinfinden in diesen großen Verein. Vom Druck her ist es eine riesige Steigerung im Vergleich zu Hoffenheim. Ich wollte es keinem anderen zeigen, nur mir.

Jetzt stehen Sie bei 26 Einsätzen und haben damit öfter gespielt als Jérôme Boateng und Mats Hummels.
Ich hatte natürlich auch das Glück, dass ich von Verletzungen und Krankheiten verschont geblieben bin. Mats und Jérôme hingegen haben ein paarmal wegen Verletzungen gefehlt. Aber ich hatte auch meine Einsätze, als beide fit waren. Ich wünsche Mats und Jérôme, dass sie für den Rest der Saison gesund bleiben.

Orientieren Sie sich an Boateng und Hummels?
Sie sind Weltmeister, haben über Jahre abgeliefert. Das ist ja das Schwierigste, vor allem als Abwehrspieler: So wenige Fehler zu machen wie die beiden in den vergangenen Jahren. Mats und Jérôme spielen konstant auf diesem Topniveau. Ich schaue mir viel von ihnen ab im Training. Ich habe das Glück, dass ich mit 22 immer einen von beiden an meiner Seite habe. Da kann ich extrem viel lernen und besser werden. Das ist ein Privileg für mich.

Niklas Süle schwärmt von Arjen Robben

Sind Sie jetzt ein besserer Spieler als im Sommer?
Das Trainingsniveau bei Bayern ist unglaublich hoch. Wie Arjen Robben hier mit 34 Jahren jeden Tag am Maximum trainiert – das zieht dich einfach mit. Wenn du keinen guten Tag hast, sagt dir Robben auch mal Bescheid. Es ist faszinierend zu sehen, wie er, der 2013 das goldene Tor zum Gewinn der Champions League geschossen hat, jeden Tag an sich arbeitet. Wie ein 18-Jähriger, der gerade zu den Profis gekommen ist. Fantastisch. Robben ist ein großes Vorbild für mich. Diese Einstellung ist großartig, aber ich denke, gerade in diesem Punkt habe ich auch noch einmal zugelegt, seit ich beim FC Bayern bin.

Bald dürfen Sie Ihre erste Meisterschaft feiern. Gibt es dann ein neues Tattoo?
Nein, Tattoos sind erstmal keine weiteren geplant. Sollten wir den Titel gewinnen, werde ich die Bilder von der Meisterschaft im Kopf behalten, nicht auf meinem Körper. Im Vereinsfußball in Deutschland ist die Meisterschaft das Größte. Für mich und die anderen, die das erste Jahr hier sind, wäre es etwas Riesiges.

In Zukunft könnten Sie eine neue Bayern-Ära prägen mit jungen Spielern wie Joshua Kimmich, Kingsley Coman sowie den Neuzugängen Leon Goretzka und Serge Gnabry. Reizt Sie das?
Ich freue mich, wenn Jungs hierherkommen, die ich schon lange kenne, Goretzka und Gnabry ja gefühlt schon seit zehn Jahren. Es ist toll, sie hier bei Bayern wiederzutreffen, bei einem der größten Vereine der Welt. Wir sind ja alle 1995er-Jahrgang. Das sind super Typen. Schön, dass beide kommen.

Niklas Süle glaubt an Leon Goretzka

Auf was dürfen sich die Bayern-Fans bei Goretzka und Gnabry freuen?
Leon hat eine Wahnsinnsqualität. Das hat man auch beim Confed Cup gesehen und die letzten Jahre in der Bundesliga. Dass er es hier packen kann, ist völlig klar für mich. Wir sind befreundet. Auch Serge hat die nötige Qualität, es hier zu schaffen. Davon bin ich überzeugt.

Lesen Sie hier: Was steckt hinter dem Madrid-Trip der drei Bayern-Stars?

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