Interview

Ex-Löwe Marius Wolf: "Siege gegen Bayern sind immer schön"

Ex-Löwe Marius Wolf spricht im AZ-Interview über das Duell zwischen dem FC Bayern und Köln, Tattoos, schnelle Autos, "Weltklasse"-Mann Niklas Süle und seinen Traum: "Ich will noch mal für Sechzig spielen".
| Maximilian Koch
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Der 25-jährige Marius Wolf spielt seit 2020 für den 1. FC Köln. 2018 gewann er mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal - im Finale gegen den FC Bayern. Von 2012 bis 2016 trug Wolf das Trikot des TSV 1860.
Der 25-jährige Marius Wolf spielt seit 2020 für den 1. FC Köln. 2018 gewann er mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal - im Finale gegen den FC Bayern. Von 2012 bis 2016 trug Wolf das Trikot des TSV 1860. © Frederic Scheidemann/Getty Images Europe/Pool/dpa/Archivbild

AZ: Herr Wolf, der FC Bayern hat in der Champions League gegen Lazio Rom brilliert, in der Bundesliga zuletzt aber gegen Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt geschwächelt. Ziehen Sie daraus Hoffnung für die Partie am Samstag in München?
MARIUS WOLF: Hoffnung gibt es immer, aber bei uns muss natürlich alles passen, damit wir punkten können. Wir gehen in das Spiel, um es zu gewinnen. Wenn es dann ein Punkt wird am Ende, ist sicher auch jeder bei uns zufrieden. Schon im Hinspiel beim 1:2 haben wir gut mitgehalten. Das hat uns Selbstvertrauen gegeben.

Wolf: "Insgesamt waren die Münchner wieder so stark, wie man sie kennt"

Hat Sie Bayerns 4:1-Sieg in Rom beeindruckt?
Es war wirklich ein richtig gutes Spiel von Bayern. Lazio hat sie zwar auch eingeladen, aber insgesamt waren die Münchner wieder so stark, wie man sie kennt. Die hohen Belastungen gehen an niemandem spurlos vorbei, auch an den Bayern-Spielern nicht. Der Kader ist nicht der größte, trotzdem hat die Mannschaft riesige Qualität.

Wie muss Köln spielen, um mindestens einen Punkt aus der Arena mitzunehmen?
Wir müssen das zeigen, was uns starkmacht: Geschlossen agieren, kompakt stehen, das Zentrum dicht machen. Jeder muss sich an den Plan halten, seine Aufgaben erfüllen und seinen Mitspielern helfen. Dann haben wir eine Chance.

Im Duell gegen  Kingsley Coman und Alphonso Davies

Sie spielen auf der rechten Seite, dürften es also mit Kingsley Coman und Alphonso Davies zu tun bekommen, die zu den schnellsten Spielern der Liga zählen. Wie wollen sie da bestehen?
Coman und Davies sind zwei super Spieler. Gegen sie muss man hart spielen, eklig sein in den Zweikämpfen. In der Jugend war ich auch ein sehr schneller Spieler, das habe ich ein bisschen verloren, weil ich rasch gewachsen bin und an Muskelmasse zugelegt habe. Aber es ist noch okay (lacht).

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Sie mögen die Geschwindigkeit, fahren privat Ferrari.
Der eine mag Autos, der andere Schuhe oder Pferde. Ich interessiere mich sehr für Autos, habe daran großen Spaß. Es gibt einfach sehr schöne Autos, ich habe mir damit einen kleinen Traum verwirklicht.

"Ich will irgendwann auch noch mal für Sechzig spielen"

Sie haben von 2012 bis 2016 für den TSV 1860 gespielt. Würde ein Sieg gegen Bayern besonders süß schmecken?
Als alter Sechzger sage ich: Auf jeden Fall! Ich will irgendwann auch noch mal für Sechzig spielen, es ist mein Traum, zurückzukehren. Siege gegen Bayern sind immer speziell und schön, das Pokalfinale mit Eintracht Frankfurt 2018 (3:1, Anm. d. Red.) war einmalig. Gegen die beste Mannschaft der Welt möchte jeder Spieler gern gewinnen. Auch in meiner Jugend waren das immer geile Duelle mit Bayern.

So will er auch an diesem Samstag gegen den FC Bayern jubeln: Marius Wolf (l.), der Rechtsaußen des 1. FC Köln.
So will er auch an diesem Samstag gegen den FC Bayern jubeln: Marius Wolf (l.), der Rechtsaußen des 1. FC Köln. © imago images/Kirchner-Media

Wie eng ist Ihr Kontakt zu den Löwen und München aktuell?
Zum Verein nicht so eng. Letzte Saison waren noch einige Kumpels von mir da. Aber ich schaue mir die Spiele regelmäßig an, jetzt auch das Derby gegen Haching. Und ich habe ja ein Haus in München gebaut, nach meiner Karriere will ich dort leben. Wenn man durch die Stadt geht, merkt man immer, dass es sehr viele Löwen-Fans in München gibt. Das ist schön.

Auch als Ex-Löwe ist Wolf von Bayern-Spielern begeistert

Obwohl Sie selbst Löwen-Fan sind: Gibt es Bayern-Spieler, die Sie begeistern?
Klar, da gibt es einige. Trotz der Müdigkeit zuletzt hat die Mannschaft eine enorme Klasse. Robert Lewandowski beeindruckt mich, Thomas Müller. Da könnte ich viele nennen. Müller hat eine große Bedeutung für Bayern.

Und wie sehen Sie Ihren "Artgenossen" Niklas Süle, der neuerdings Rechtsverteidiger spielt und gegen Lazio überzeugt hat?
Süle ist aus meiner Sicht ein extrem guter Verteidiger. Ich finde es schade, dass er so viel Kritik einstecken musste. Er ist nach seinem Kreuzbandriss sehr schnell zurückgekommen, hat sich in der Endphase der letzten Saison auch ein Stück weit geopfert für den FC Bayern. Süle ist ein Weltklasse-Innenverteidiger und macht es auch rechts gut.

Sie haben sich nach dem Pokaltriumph mit Frankfurt ein großes Tattoo stechen lassen - mit Pokal und dem Datum des Finals. Gibt es bald auch ein Tattoo für den 1. FC Köln?
Es wird wohl schwer, in dieser Saison noch einen Titel zu gewinnen (lacht). Ich wollte den Triumph mit Frankfurt damals verewigen, es war mein erster großer Titel - und dann gleich eine solche Überraschung gegen Bayern. Ich hoffe, dass da noch einige Tattoos dazukommen. Vielleicht auch eins für Sechzig.

 

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