Hoeneß-Machtwort zu Laimer: "Solche Spieler müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt"

Die Verhandlungen zwischen Konrad Laimer und dem FC Bayern stocken. Ehrenpräsident Uli Hoeneß spricht ein Machtwort, verteidigt das Angebot des Rekordmeisters und liebäugelt zugleich mit einem PSG-Star.
Patrick Strasser |
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Uli Hoeneß bezieht klar Stellung zur Lage bei den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung von Konrad Laimer beim FC Bayern.
Uli Hoeneß bezieht klar Stellung zur Lage bei den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung von Konrad Laimer beim FC Bayern. © Bernd Thissen

Er läuft und läuft und läuft. Dann läuft's bei den Bayern – meistens. Konrad Laimer hat so viele Kilometer auf seinem Tacho wie kaum ein anderer Profi im Kader von Trainer Vincent Kompany. Ob als Rechtsverteidiger oder wie am häufigsten in dieser Saison als Linksverteidiger – der Österreicher liefert ab. Gekommen 2023 von RB Leipzig, eingeplant als Sechser im Mittelfeld-Zentrum. Seine Flexibilität ist Laimers Trumpf – und zugleich sein Makel.

Wer allzu flexibel ist, gilt als ersetzbar. Spezialisten auf Weltklasse-Niveau sind rar, etwa Mittelstürmer Harry Kane, Torhüter Manuel Neuer und Sechser Joshua Kimmich. Auf den Außenverteidiger-Positionen haben die Bayern neben Laimer noch Josip Stanisic, der meist rechts agiert und Linksfuß Alphonso Davies für die linke Seite. Raphaël Guerreiro, der ab und an ebenfalls rechts wie links hinten aushilft, verlässt die Münchner nach Saisonende. Der Vertrag läuft aus.

Laimer will für Verlängerung bei Bayern mehr Gehalt

Das kommt auf Sportvorstand Max Eberl auch in Sachen Laimer zu. Der gebürtige Salzburger wurde bei seiner ablösefreien Verpflichtung mit einem Vierjahresvertrag bis 2027 ausgestattet. Angesichts des Erfolgs der Mannschaft in dieser Saison (das Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht angepfiffen) und all der Vertragsverlängerungen einiger seiner Mitspieler möchte auch Laimer Wertschätzung in Form eines steigenden Gehalts erfahren. Siehe Davies, Jamal Musiala, Kimmich, Serge Gnabry und Dayot Upamecano, die allesamt neue, teils besser dotierte Arbeitspapiere unterschrieben.

Nicht nur Bayern-Trainer Vincent Kompany (l.) schätzt die Vielseitigkeit von Konrad Laimer, doch genau die wird für den Österreicher zum Verhandlungsproblem.
Nicht nur Bayern-Trainer Vincent Kompany (l.) schätzt die Vielseitigkeit von Konrad Laimer, doch genau die wird für den Österreicher zum Verhandlungsproblem. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Über die ins Stocken geratenen Gespräche mit der Laimer-Seite sagte Eberl am Samstag: "Da kommt man momentan nicht übereinander, aber das ist auch nicht schlimm. Es gibt zwei Standpunkte und da muss man schauen, ob man die Brücke irgendwann irgendwie findet." Sportlich wäre ein Abgang des 28-Jährigen ein Verlust. Finanziell jedoch nicht, selbst wenn Laimer nach Vertragsende ablösefrei ginge. "Er ist ablösefrei gekommen, da würden wir nicht viel verlieren", erklärte der Sportvorstand.

Hoeneß lobt Laimer, "aber er ist eben nicht Maradona"

Eberl hat nun Rückendeckung von Uli Hoeneß. "Konny ist ein Spieler, den ich sehr schätze. Er ist für die Mannschaft extrem wichtig, genauso für die Außendarstellung des Vereins. Er arbeitet unheimlich viel für das Team", sagte der Ehrenpräsident bei DAZN, "aber er ist eben nicht Maradona. Und solche Spieler müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt."

Über Laimers aktuelles Gehalt sagte Hoeneß: "Was er verdient, können nur sehr wenige Vereine in Europa überhaupt anbieten." Das erste Angebot im Poker war der Laimer-Seite offenbar nicht hoch genug. Der Vereinspatron mit einem Machtwort: "Das hat nichts mit unserer grundsätzlichen Politik zu tun, sondern ist eine realistische Einschätzung seiner sportlichen und wirtschaftlichen Wertigkeit." Diese sei "hoch", aber eben nicht im Bereich von einem Harry Kane, so Hoeneß. Womit der Ton gesetzt, die Linie vorgegeben ist: Kein Finanz-Harakiri mit Laimer.

Hoeneß liebäugelt mit Wechsel von PSG-Abwehrmann Hakimi

Zumal der 74-jährige Hoeneß, weiterhin Mitglied des Aufsichtsrates, mit einem anderen Außenverteidiger liebäugelt, dessen Transfer nur auf den ersten Blick überraschend wäre: Achraf Hakimi. Der 27-jährige Marokkaner, seit 2021 bei Paris (und noch bis 2029) unter Vertrag, gilt als einer der besten Rechtsverteidiger der Welt. Wegen einer Oberschenkelverletzung aus dem 5:4 im Hinspiel verpasste er das Rückspiel.

Szene aus dem Halbfinal-Hinspiel: Achraf Hakimi (l.) im Kampf um den Ball mit Konrad Laimer.
Szene aus dem Halbfinal-Hinspiel: Achraf Hakimi (l.) im Kampf um den Ball mit Konrad Laimer. © IMAGO/Baptiste Autissier

Auf die Frage im DAZN-Interview, welchen PSG-Profi er gerne beim FC Bayern sehen würde, antwortete Hoeneß: "Hakimi. Den würde ich nehmen, weil er bei uns gut reinpassen würde." Warum – abgesehen von der Qualität – führte er nicht näher aus. Womöglich ist der Name intern bei Kaderplanungsgesprächen schon gefallen. Wenn nicht, hat Eberl nun einen direkten Auftrag: Erst einmal den Wechselwillen und Gehaltsvorstellungen abklopfen.

Und wenn Laimer bereits diesen Sommer ginge, würde man neben der Einsparung seines Gehalts auch eine Ablösesumme erzielen. Mit Hakimi rechts und Davies links (mit Stanisic als Backup für beide Positionen sowie für die Innenverteidigung) wäre Bayern bestens aufgestellt.

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