Ebnete Bayern den Weg ins Halbfinale: Wieder König Vidal!

Der chilenische Mittelfeldrackerer Arturo Vidal erzielt gegen Benfica Lissabon den eminent wichtigen Ausgleichstreffer zum 1:1 – und ebnet seinem FC Bayern damit den Weg ins Halbfinale.
| Thomas Becker
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Hinein mit Schwung: Arturo Vidal beim so wichtigen Ausgleichstreffer zum 1:1 gegen Benfica nach 38 Minuten.
dpa Hinein mit Schwung: Arturo Vidal beim so wichtigen Ausgleichstreffer zum 1:1 gegen Benfica nach 38 Minuten.

Lissabon – Die schönste Minute des Spiels im Lissaboner Estadio da Luz war für Arturo Vidal die 38.: Arbeitskollege Douglas Costa hatte mit einem feinen Pass den Mannschaftskapitän Philipp Lahm am rechten Flügel freigespielt (TV-Experte Oliver Kahn lobte im ZDF: „Was für ein sensationeller Laufweg von Lahm!“), dessen auf Thomas Müller zielende Flanke boxte Benficas Keeper Ederson mit einem kühnen Hechtsprung aus dem Strafraum raus – jedoch genau vor die Füße des herannahenden Vidal.

Der hatte schon im Hinspiel vor Wochenfrist das einzige Tor der Partie erzielt: aus nächster Nähe, per Kopf, in Minute zwei, nach Flanke von Juan Bernat. Nun aber sprang der Ball auf ihn zu, das Tor verwaist, der Torwart noch am Boden – und Vidal zog mit links voll ab, mittenrein ins Glück, zum so wichtigen Ausgleich nach dem bitteren 0:1-Schock elf Minuten zuvor.

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"Wie er den Ball reinhämmert!"

 

Sky-Experte Lothar Matthäus zollte dem Chilenen sichtlich beeindruckt Respekt: "Wie er den Ball reinhämmert! Da sieht man, wie wichtig der für die Mannschaft ist.“ Kollege Kahn sah das ganz ähnlich: "Er ist ein ganz wichtiger Faktor seit einiger Zeit. Und für den FC Bayern ist es wichtig, sich immer wieder mit hungrigen Leuten zu verstärken, die noch was gewinnen wollen.“

Genauso tritt "König“ Arturo Vidal in dieser entscheidenden Phase der Saison auf: wie einer, der heiß ist auf jede Menge Titel. Chilenischer und italienischer Meister war er schon, Copa-America-Sieger, Champions-League-Finalist mit Juventus Turin. Aber eben nur Finalist, nicht Sieger: zu wenig für einen Sieger-Typen wie Arturo Erasmo Vidal Pardo. Mit bald 29 Jahren hat er ja nicht mehr ewig Zeit für die ganz großen Titel. Und die Geduld, darauf zu warten ja erst recht nicht.

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Zwischen "Krieger" und bockigem Kleinkind

 

Das war am vergangenen Wochenende mal wieder zu beobachten. Gegen den VfB Stuttgart saß er in Minute 38 schon längst schmollend auf der Bank. Nach 27 Minuten musste er runter vom Feld, wurde ausgewechselt gegen Thomas Müller, in Sicherheitsverwahrung genommen von Trainer Pep Guardiola wegen akuter Rot-Gefahr.

Nach drei Fouls in 26 Minuten war für Vidal Schluss. Der "Krieger“, wie der Chilene des FC Bayern genannt wird, hatte es mal wieder übertrieben. Und weil Guardiola nicht mit zehn Mann zu Ende spielen wollte, nahm er ihn vom Platz. Jeder der 60.000 Zuschauer im Stuttgarter Stadion verstand das – nur Vidal nicht.

Bockig wie ein Kleinkind, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat, trottete er vom Platz und setzte sich neben der Bayern-Bank schmollend auf den nasskalten Boden – und blieb dort erst mal bis zum Pausenpfiff sitzen, trotz diverser Tröstungsversuche der Kollegen Thiago und Lahm.

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Raue Schale, weicher Kern

 

Matthias Sammer, der Sportvorstand des FC Bayern, wollte keine große Sache daraus machen und verwies vor dem Anpfiff des Rückspiels gegen Benfica auf den im Allgemeinen oft falsch eingeschätzten Charakter des stets so robust auftretenden Mittelfeldspielers hin: "Er sieht gefährlich aus, ist aber ein ganz Lieber.“

Logisch, dass Vidal auch gegen Lissabon wieder in Guardiolas Startelf stand – obwohl er in der Königsklasse wie auch Juan Bernat, Joshua Kimmich und Robert Lewandowski mit einer gelben Karte vorbelastet war. Doch diesmal hatte sich der „Krieger“ besser im Griff, wäre stattdessen sogar beinahe erneut als Torschütze auffällig geworden: In Minute 45 geht er steil, nimmt halblinks an, zieht mit vollem Risiko ab – knapp über die Latte. Aber die 38. Minute, die nimmt ihm keiner mehr.

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