Die Rekordtorhüter: Neuer macht es Sepp Maier gleich

Beim Spiel in der Nations League gegen die Ukraine steht Manuel Neuer zum 95. Mal im deutschen Tor und zieht so mit Rekordhalter Sepp Maier gleich. "Das ist mal Zeit geworden", sagt Ikone Maier.
| Patrick Strasser
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Zwischen 1966 und 1979 im Tor der deutschen Nationalmannschaft: Keeper-Legende Sepp Maier.
Zwischen 1966 und 1979 im Tor der deutschen Nationalmannschaft: Keeper-Legende Sepp Maier. © imago/WEREK

Der Rahmen für das Testspiel war wenig glamourös, aber allein diese Namen! Als Manuel Neuer am 2. Juni 2009 im Al-Maktoum-Stadion von Dubai sein Länderspiel-Debüt gegen Gastgeber Vereinigte Arabische Emirate (Nr. 120 der Weltrangliste) feierte, hatte er eine illustre Viererkette vor sich.

Von rechts nach links: Andreas Hinkel, Arne Friedrich, Heiko Westermann und Bayern-Profi Philipp Lahm. Später kamen dann noch Christian Träsch, Robert Huth und Marcel Schäfer in die Partie. Alle sieben Verteidiger haben mittlerweile ihre Karriere beendet, einzig Neuer hält die Stellung - und die Bälle.

Neuer arbeitet weiter am Legenden-Status

Beim damaligen 7:2-Kantersieg, angepfiffen um 22 Uhr Ortszeit bei Temperaturen um die 33 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, war Neuer 23 Jahre jung - für einen Debütanten allerdings schon recht alt, oder? Doch Neuer, von der "FAZ" als "Schalke-Fan und Knuddelpaket im XXL-Format" bezeichnet, wurde zum jüngsten Premieren-Keeper seit Bodo Illgner 1987, damals 20 - und drei Jahre später Weltmeister. Nach der EM 2008 (mit Jens Lehmann im Kasten) schickte sich Neuer an, als vierter Torhüter neben René Adler, der Nummer eins, Robert Enke und Timo Hildebrand seine Rolle zu finden.

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In Dubai präsentierte sich Neuling Neuer zum Abschluss einer Asien-Tour nach Saisonende ziemlich passabel. "Er hat gut gehalten, einige Situationen mit guten Reflexen und im Eins-gegen-Eins bereinigt", urteilte Löw: "Klasse! Reaktionsschnell und mit guter Ausstrahlung! Aber er ist jung und muss noch einiges dazulernen."

Kahn lobte: "Man sieht das Talent"

Und Oliver Kahn, damals ZDF-Experte, lobte: "Man sieht das Talent und das Potenzial, aber er hat immer noch Schwankungen mit sehr guten Phasen und welchen, in denen er Fehler macht. Aber das ist normal in diesem Alter."

Zwischen 1966 und 1979 im Tor der deutschen Nationalmannschaft: Keeper-Legende Sepp Maier.
Zwischen 1966 und 1979 im Tor der deutschen Nationalmannschaft: Keeper-Legende Sepp Maier. © imago/WEREK

Man kann sagen: Die beiden hatten (eine Vor-)Ahnung! Während die übrigen DFB-Profis anschließend in den Urlaub durften, stand für den Schalker Neuer noch ein Turnier an: die U21-EM in Schweden. Die das DFB-Team gewann. Übrigens mit den Defensiv-Kräften Benedikt Höwedes, Jérôme Boateng und Mats Hummels. Um die letzten beiden gibt es immer wiederkehrende Comeback-Diskussionen. Auch hier gilt: Wer immer noch da ist und seinen Mann steht: Manu, wie er gerufen wird, Neuer.

Neuer kennt nur Löw als Bundestrainer

Der 34-jährige Bayern-Kapitän, 2011 nach München gewechselt, hat nie unter einem anderen Bundestrainer als unter Löw gearbeitet und erreicht am Samstag eine magische Marke. Neuer zieht mit Sepp Maier gleich, bestreitet in der Nations-League-Partie gegen die Ukraine in Leipzig (20.45 Uhr, ZDF live) sein 95. Länderspiel.

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"Ich beglückwünsche Manuel Neuer. Das ist mal Zeit geworden. Es ist 41 Jahre her, dass ich die Marke aufgestellt habe. Daran sieht man, was das für eine großartige Leistung von mir war", sagte der 76-Jährige schmunzelnd. Die Bayern-Legende Maier stand zwischen 1966 und 1979 genau 95 Mal im Tor der Nationalelf, am Dienstag in Sevilla gegen Spanien könnte Neuer mit dem dann 96. Einsatz alleiniger Rekord-Nationaltorhüter werden.

Maier gratuliert Neuer

"Manuel wird bestimmt über 120 Länderspiele bestreiten", glaubt Maier. Bei Bayern läuft Neuers Vertrag bis 2023, das Fernziel ist die WM 2022 in Katar. Aufhören? Zurücktreten? "Warum denn? Dem fehlt ja nichts", meint Maier. Der wiederum hat seinem Nachfolger eins voraus: einen EM-Titel, den von 1972. Und dieser letzte in seiner Karriere zu gewinnende Pokal ist Neuers großes Ziel für das wegen der Corona-Pandemie auf den kommenden Sommer verschobene Turnier.

Weltmeister (Maier 1974, Neuer 2014) sind sie beide. Während Maier von 1974 bis '76 drei Mal hintereinander den Europapokal der Landesmeister gewann, holte Neuer 2013 und 2020 die Champions League, setzte mit dem Triple jeweils noch einen drauf. Was Maier verwehrt blieb. Kurzer Meisterschaften-Check: Acht zu vier für Neuer.

Die Pokalsiege? Sechs zu vier für Neuer. Dagegen war Neuer "erst" zwei Mal Deutschlands Fußballer des Jahres (2011 & 2014), Maier dagegen drei Mal der Beste: 1975, 1977, 1978. Da geht noch was!

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