Die Bayern-Angst vor der Länderspielpause: Bitte nicht wie letztes Jahr

Eigentlich kann der FC Bayern entspannt in die Partie gegen Union Berlin gehen - wäre da nicht die Erinnerung an Verletzungen bei den Länderspielen vor einem Jahr. "Ich will nichts heraufbeschwören."
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Hoffen auf eine Länderspielpause ohne Verletzungen (v.l.): Trainer Vincent Kompany, Sportdirektor Christoph Freund und Sportvorstand Max Eberl.
Hoffen auf eine Länderspielpause ohne Verletzungen (v.l.): Trainer Vincent Kompany, Sportdirektor Christoph Freund und Sportvorstand Max Eberl. © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

Auch wenn es Vincent Kompany nicht ganz zugeben wollte: Der FC Bayern blickt durchaus mit Sorge auf die anstehende Länderspielpause nach dem Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky) – und das kann man aufgrund der jüngeren Vergangenheit auch verstehen. Vor ziemlich genau einem Jahr verletzten sich gleich mehrere Profis der Münchner, als sie für ihre Nationalteams unterwegs waren, Alphonso Davies und Dayot Upamecano sogar schwerer. Auch Manuel Neuer, Hiroki Ito, Aleksandar Pavlovic, Jamal Musiala und Kingsley Coman fielen aus. Ein empfindlicher Rückschlag, der letztlich mitentscheidend war für Bayerns Aus im Champions-League-Viertelfinale gegen Inter Mailand.

Erinnerungen an den März 2025

"Ich will nichts heraufbeschwören", sagte Sportvorstand Max Eberl nun, "aber wir wissen, dass uns die letzte März-Länderspielpause gegen Inter Mailand das Genick gebrochen hat." Eberl sprach vom "Casus Knacksus", dem Knackpunkt der Saison. Treffend. Übrigens: Schon im Jahr 2024 waren in der wichtigsten Phase, als es im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid ging, Coman und Raphael Guerreiro verletzt ausgefallen, angeschlagen waren zudem Upamecano, Harry Kane, Matthijs de Ligt, Jamal Musiala, Leroy Sané und Konrad Laimer. Und diesmal?

Er muss erneut pausieren: Jamal Musiala.
Er muss erneut pausieren: Jamal Musiala. © IMAGO/Giuseppe Maffia

Bei Bayern geht die Angst vor der Pause um, auf ein Verletzungs-Triple im dritten Jahr in Folge können die Münchner gut verzichten. Und während auch Vorstandschef Jan-Christian Dreesen Bedenken äußerte, versuchte Coach Kompany, optimistisch zu bleiben. "Ich verstehe das Gefühl von Max und Jan", sagte der Belgier am Freitagvormittag an der Säbener Straße. Vor der März-Pause "haben wir letztes Jahr High Five gemacht: Alle sind fit - und auf einmal hatten wir vier Spieler weg. Das haben wir nicht im Griff."

Kompanys Hoffnung

Doch jetzt, so Kompany weiter, gebe es "einen großen Unterschied. Letztes Jahr waren es Pflichtspiele, jetzt sind es Freundschaftsspiele." Viele Trainerkollegen bei den Nationalteams hätten daher "schon entschieden, dass die Spieler wahrscheinlich keine zwei Spiele machen, das ändert viel. Deswegen hoffe ich, dass alles gut läuft."

Tribünengast: Torhüter Manuel Neuer.
Tribünengast: Torhüter Manuel Neuer. © IMAGO

Hoffen und Bangen. Damit der bayerische Triple-Traum nicht platzt im Viertelfinale der Königsklasse gegen Real Madrid am 7. und 15. April. Sollten alle Spieler fit sein und die Verletzten wie Torhüter Neuer oder Regisseur Musiala rechtzeitig zurückkehren, dann "haben wir ein richtig gutes Gefühl, in diese fantastischen Wochen zu gehen", sagte Kompany.

Neuer und Musiala im Fokus

Während Neuer nach seinem Muskelfaserriss in der Wade wieder trainiert und vor dem Abschlusstraining am Freitag sogar eine kleine Chance auf den Kader gegen Union hatte, wird Musiala nach Schmerzen am operierten linken Sprunggelenk behutsam aufgebaut. "Bei Jamal haben wir eins zu eins das gleiche Ziel. Wir wollen das Beste für Jamal, damit er wieder sein bestes Level erreicht. Dann ist es gut für die Nationalmannschaft und gut für uns", sagte Kompany über den Austausch mit Bundestrainer Julian Nagelsmann: "Wir haben ein gutes Verhältnis, das läuft gut."

Wann Musiala wieder spielen kann, ist offen. Er soll nach den Länderspielen "im richtigen Moment" wieder in die Mannschaft integriert werden, berichtete Kompany: "Sorgen mache ich mir überhaupt nicht. Es ist ein Prozess, der etwas Zeit braucht."

Neben Musiala fallen gegen Union auch Sven Ulreich (Muskelbündelriss), Jonathan Tah (Gelbsperre), Davies (Reha), Luis Díaz und Nicolas Jackson (beide Rotsperre) aus. Doch gegen die Berliner kann ja eigentlich nichts passieren - wenn man auf die Statistik schaut: Von bisher 13 Spielen gegen die Eisernen hat Bayern keines verloren (acht Siege, fünf Remis). Rekord! Und dabei soll es auch bleiben.

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