Der Werner-Hammer: Warum der FC Bayern nicht zugriff

Nationalstürmer Timo Werner wechselt überraschend zum FC Chelsea, der aktuell kein Top-Klub ist. Es ist dennoch nicht die schlechteste Wahl. Auch der FC Bayern war zeitweise am 24-Jährigen dran.
| Johannes Schnabl
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Timo Werner wechselt aller Voraussicht nach zum FC Chelsea.
firo/Augenklick Timo Werner wechselt aller Voraussicht nach zum FC Chelsea.

München/Leipzig - Real Madrid wollte ihn, der FC Liverpool, auch den Bayern wurde Interesse nachgesagt – doch Timo Werner hat sich wohl anders entschieden, seine Zukunft ist nicht weiß oder rot, sondern blau: Laut übereinstimmenden Medienberichten stürmt der deutsche Nationalspieler künftig für den FC Chelsea, der die festgeschriebenen 60 Millionen Euro bezahlen will.

Manch einer mag sich da verwundert die Augen reiben, wurden die Londoner doch vor der Corona-Pause im Achtelfinale der Champions League vom FC Bayern nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen – und mit 3:0 besiegt. Aktuell zählen die Blues nicht zur europäischen First Class. Und dort sieht Werner seine Zukunft?

Die Gründe für den Werner-Wechsel

Doch für diesen eher unerwarteten Wechsel gibt es auch gute Gründe – auf beiden Seiten. Bereits im vergangenen Monat hatte Werner erklärt, dass ihn ein Wechsel ins Ausland besonders interessiere, ein Bundesliga-Klub kam daher kaum mehr in Frage. "Und natürlich spielt es dann auch eine Rolle, dass die gegenseitige Wertschätzung maximal da sein müsste."

An Wertschätzung hätte es Werner beim FC Bayern wohl am meisten gefehlt. Die Münchner hatten schon im vergangenen Jahr die Möglichkeit, den Stürmer für 25 Millionen Euro zu kaufen, doch die sportliche Leitung um Hasan Salihamidzic schien wenig überzeugt. Das hat sich bis heute nicht geändert.

FC Chelsea rüstet personell auf

Zumal Leipzig nach Werners Vertragsverlängerung von der fixen Ablösesumme keinen Cent abrückte. Billiger als die 60 Millionen "wird es nicht", betonte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff vor Kurzem. Gerade in der Corona-Krise eine große Summe, die letztlich auch den FC Liverpool um Jürgen Klopp abschreckte. Der deutsche Teamchef hatte sich zuletzt offensiv um Werner bemüht. Letztlich vergeblich.

Der FC Chelsea dagegen ist nach einer Transfersperre im vergangenen Jahr und einem Winter ohne Neueinkäufe finanziell gut aufgestellt und bereit, viel Geld in den Kader zu investieren. Für die kommende Saison wurde schon der rechte Außenstürmer Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam für 40 Millionen Euro geholt. Auch Bayern-Star Coutinho und BVB-Keeper Roman Bürki stehen auf dem Wunschzettel der Londoner.

Werner könnte in London zur tragenden Säule werden

Trotzdem sieht sich Werner keiner Konkurrenz ausgesetzt wie etwa bei Liverpool oder Real, wo sich Weltklasse-Stürmer auf allen Positionen tummeln. Auch bei den Bayern hätte Werner mit Robert Lewandowski, Thomas Müller, Kingsley Coman, Serge Gnabry und wohl auch Leroy Sané um einen Stammplatz kämpfen müssen. In London sieht ihn Trainer Frank Lampard als tragende Säule seiner jungen Mannschaft, der großes Potenzial nachgesagt wird. Werner könnte vor allem mit dem jungen Stürmerstar Tammy Abraham ein gefährliches Duo bilden.

Mit dem bereits ausverhandelten Deal setzt Chelsea nun ein Ausrufezeichen an die Konkurrenz. Der Klub denkt groß – auch in Corona-Zeiten. Bei Abschluss wird Werner übrigens zum teuersten deutschen Spieler aller Zeiten und mit einem Gehalt von knapp über zehn Millionen Euro pro Jahr auch noch außerordentlich gut bezahlt.

Dass er das wert ist, muss er in England aber noch beweisen. "Da laufen jedes Wochenende viele Bayern Münchens und Real Madrids auf", sagte er kürzlich der "Bild" über die massive Konkurrenz in Europas Topliga. Wie sein neuer Klub selbst kann sich der 24-Jährige in London aber auch entwickeln und mit der Mannschaft wachsen.

Und selbst das nasse, englische Wetter ist kein Problem für Werner: "Ich spiele ja gerne bei Fritz-Walter-Wetter", erklärte er einmal. Auf den zweiten Blick ist Chelsea also vielleicht doch eine ganz gute Entscheidung.

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