Der Sabitzer-Deal ist gut und schlecht für die Bundesliga

Marcel Sabitzer ist bereits die dritte Schlüsselfigur von RB Leipzig, die sich in diesem Sommer demFC Bayern anschließt. Gut für die Spannung in der Liga ist das nicht - aber ein bekanntes Muster.
| Maximilian Koch
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Bayerns Neuzugang Marcel Sabitzer.
Bayerns Neuzugang Marcel Sabitzer. © Jan Woitas/dpa

München - Mitleid ist bei RB Leipzig kaum angebracht - erst recht nicht in Transferfragen. Jahr für Jahr werfen die Sachsen mehr als nur einen Blick zu ihrem Partnerklub nach Salzburg rüber und verpflichten regelmäßig die besten Spieler von dort.

Beispiele gefällig? Torhüter Peter Gulasci, Mittelfeldstar Naby Keita (inzwischen beim FC Liverpool), Offensivjuwel Dominik Szoboszlai oder auch die Bayern-Neuzugänge Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer wechselten einst für vergleichsweise wenig Geld die Red-Bull-Seiten. Das böse Wort Wettbewerbsverzerrung macht bei den Deals Brause-Klubs immer wieder die Runde - freilich nicht ohne Grund.

Marcel Sabitzer war schon als Kind Fan des FC Bayern

Diesen Vorwurf kann man dem FC Bayern nicht machen - und doch: Die Münchner beeinflussen den Wettbewerb in der Bundesliga mit ihren Transfers maßgeblich, das zeigen allein schon die Einkäufe in diesem Sommer. Von Rivale RB kamen Trainer Julian Nagelsmann (34), der beste Abwehrspieler Upamecano (22) und nun auch der beste Mittelfeldspieler und Kapitän Sabitzer (27), der am Montag seinen Medizincheck in München absolvierte und einen Vierjahresvertrag bis 2025 unterzeichnete.

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"Ich bin sehr glücklich, für den FC Bayern spielen zu dürfen", sagte Sabitzer: "Schon als Kind war mein Bayern-Trikot mein großer Stolz, jedes Jahr zu Weihnachten bekam ich ein neues. Ich werde alles für diesen Verein geben, möchte so viele Spiele wie möglich gewinnen und natürlich viele Titel holen."

Der FC Bayern bedient sich gerne bei der Konkurrenz

Die Personalie Sabitzer unterstreicht: Leipzig wird immer mehr zum neuen Lieblingsladen des FC Bayern, hier lässt es sich derzeit besonders gut einkaufen. Mit dem netten Nebeneffekt, dass man einen Rivalen im Meisterkampf empfindlich trifft. "Der FC Bayern hat noch nie einen Spieler mit dem Ziel verpflichtet, einen seiner Konkurrenten zu schwächen", sagte Ex-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zwar vor einigen Monaten.

Doch dem Faktencheck hält diese These nicht stand, der Kauf bei der Konkurrenz ist vielmehr ein bekanntes Muster. Gut für die Spannung in der Liga ist das nicht.

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In den 1990er-Jahren bedienten sich die Münchner ausgiebig beim Karlsruher SC, Werder Bremen oder dem 1. FC Kaiserslautern, im darauffolgenden Jahrzehnt war besonders Bayer Leverkusen gefragt: Topspieler wie Zé Roberto, Michael Ballack oder Lucio wechselten zu Bayern, Leverkusen blieb "Vizekusen" - bis heute.

Ab 2010 rückte Borussia Dortmund in den Fokus, der BVB ärgerte Bayern mit zwei Meisterschaften in Serie. Und musste die Verluste von Mario Götze (2013), Robert Lewandowski (2014) und Mats Hummels verkraften (2016). Jetzt ist mit Leipzig der nächste Titelrivale an der Reihe, von Zufall kann da keine Rede sein.

Kahn schwärmt: "Sabitzer bringt alles mit"

Andererseits: Wenn Bayern diese Topspieler und -trainer nicht verpflichten würde, dann hätten stattdessen europäische Klubs leichtes Spiel. Die Liga bleibt also auch dank der Transferpolitik der Münchner attraktiv.

Dass Sabitzer eine Attraktion ist, hat der Österreicher in seinen sechs Jahren bei RB Leipzig eindrucksvoll bewiesen. Er kann als Sechser, Achter, Zehner und auf der offensiven Außenbahn spielen. "Marcel Sabitzer bringt alles mit, was ein Spieler für den FC Bayern braucht", sagte Vorstandschef Oliver Kahn: "Er wird außerdem keine lange Eingewöhnungszeit benötigen, weil er mit der Philosophie unseres Trainers Julian Nagelsmann bereits bestens vertraut ist."

Adduktorenprobleme: Sabitzer verpasst die anstehenden Länderspiele

Sportvorstand Hasan Salihamidzic hob die "großartige Mentalität" des Neuzugangs vor: "Er ist sehr ehrgeizig und hat als Kapitän von RB auf und neben dem Platz Verantwortung getragen."

Wegen muskulärer Probleme im Adduktorenbereich verpasst Sabitzer übrigens die anstehenden Länderspiele mit Österreich. Zeit genug also für die Eingewöhnung in München.

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