FC Bayern: Lewandowski sammelt im Vorbeigehen die nächsten Rekorde

Lewandowski knackt mit dem Dreierpack gegen Hertha die Marke von 300 Pflichtspieltoren für Bayern. "Er ist wahrscheinlich top of the top", sagt Coach Nagelsmann über die historische Bedeutung dieser Leistung.
| Patrick Strasser
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Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 5:0. gegen Hertha BSC.
Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 5:0. gegen Hertha BSC. © picture alliance/dpa

München - Ein Dreierpack? Da muss Robert Lewandowski fast schon gähnen. Zum 15. Mal in seiner Karriere erzielte der nimmersatte Torjäger beim 5:0 des FC Bayern gegen Hertha drei oder mehr Treffer in einem Bundesligaspiel. Für einen wie ihn beinahe Alltag.

Thomas Müller über Lewandowski: "Drei Tore im Vorbeigehen"

So meinte Thomas Müller mal ausnahmsweise etwas nicht witzig oder ironisch als er über den Weltfußballer nach der Partie urteilte, Lewandowski habe "drei Tore im Vorbeigehen" erzielt. Einfach so. Weil er's kann.

Nach dem Tor zum 5:0 in der 85. Minute hielt Lewy, wie er gerufen wird, drei Finger in die Kameras. Wollte er das dritte Kind nach den Töchtern Klara und Laura ankündigen? Nö, nur beiläufig an einen ganz normalen Arbeitstag dokumentieren: Wieder drei, macht fünf in drei Partien.

Über 300 Tore für die Bayern

Ob der 33-Jährige gewusst hat, dass sein zweiter Treffer, der Abstauber mit links nach hervorragender Vorarbeit von Joker Leroy Sané, ein besonderer, ein runder Treffer war? Nummer 300 für den FC Bayern, auf das er Nummer 301 folgen ließ.

Und das in 333 Pflichtspielen seit seinem (ablösefreien!) Wechsel 2014 von Borussia Dortmund - wohl der Königstransfer aller ablösefreien Wechsel hierzulande überhaupt.

Eine unfassbare Torquote

Seine Torquote für die Münchner seither: unfassbare 0,90 Treffer pro Spiel. Bevor es um eine Sensation gehen soll (Teaser: er hat freiwillig einen liegengelassen!) sei hier noch im Vorbeigehen erwähnt, dass seine Tore gegen die bemitleidenswert schlechten Herthaner eine weitere Bestmarke einbrachten.

Lewandowski könnte bald einen weiteren Müller-Rekord knacken

Er traf in seinem 13. Bundesligaspiel in Folge, das ist neuer persönlicher Rekord (zuvor in der Saison 2012/13 mit dem BVB). Lediglich dem am Sonntag vor zwei Wochen verstorbenen Gerd Müller († 75) gelang das in der Bundesliga häufiger in Serie, und zwar: 16 Mal in der Saison 1969/70. Noch drei Spiele also bis zum Ausgleich, noch vier für das Überholmanöver.

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Und jetzt zur eigentlichen Leistung: In der Entstehung des 1:0 ließ er den Ball für Müller gekonnt durch. Daher habe er, so erzählte Müller, den Polen in der Halbzeit gefragt, "ob er noch nicht fit ist oder er jetzt das nächste Level erreicht hat, weil er auf einmal Bälle im Strafraum für einen besser Postierten sogar durchlässt".

Früher hat er lieber selbst geschossen

Zählt ja nicht mal als Vorlage, die gehörte Alphonso Davies! Früher habe er und das war Gegenstand von teaminternen sowie medialen Debatten - in aussichtsreichen Situationen lieber selbst geschossen, merkte Müller an.

Vor gut zwei Jahren hat es klick gemacht als Trainer Niko Kovac (welch Verdienst!) den oft zu egoistischen Torjäger zum Vize-Kapitän ernannte. Müllers treffende Analyse: "Er merkt, dass wenn er ein wenig selbstloser spielt, er trotzdem von uns bedient wird und seine Tore macht."

Nagelsmann: "Wir haben unser bestes Saisonspiel gemacht"

Die Fließbandproduktion läuft auf Hochtouren. Hilfreich, dass Trainer Julian Nagelsmann feststellte: "Wir haben unser bestes Saisonspiel gemacht." "Robert ist auch charakterlich unglaublich gut", sagte der Coach, "wenn du so viel gewinnst und dann vom ersten Spiel an wieder so gierig bist, ist das außergewöhnlich."

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Er könne mit "jedem möglichen, erlaubten Körperteil ein Tor erzielen", so der nur ein Jahr ältere Coach. Ist Lewandowski also der beste Bundesligaspieler der Geschichte? Nagelsmann überlegte und sagte: "Die Bundesliga gibt es schon ein paar Jahre. Er ist wahrscheinlich top of the top."

Nur Haaland könnte Lewandowski Konkurrenz machen

Der Gipfel der Spitze. Vor dem Spiel erhielt der sechsmalige Torschützenkönig der Liga (Gerd Müller führt mit sieben) die Auszeichnung als Deutschlands Fußballer des Jahres. Beide Trophäen könnte ihm in dieser Saison wohl nur einer streitig machen: die andere Tormaschine: Dortmunds Erling Haaland.

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