"Der ganze Klub will in dieses Finale": Hungrige Bayern nehmen nach RB-Sieg den Pokal ins Visier

"Dieses Jahr muss es mal wieder klappen", sagt Bayerns Vize-Kapitän Kimmich mit Blick auf das erstmals seit 2020 zum Greifen nahe Pokal-Finale – für Fans, Familie und Freunde. Neuer winkt Rekord.
Patrick Strasser |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Bayerns Offensiv-Trio Kane, Olise und Díaz zeigte sich auch beim Sieg über Leipzig in starker Verfassung.
Bayerns Offensiv-Trio Kane, Olise und Díaz zeigte sich auch beim Sieg über Leipzig in starker Verfassung. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Überfluss wird schnell zu Überdruss. Selbst Bundesliga-Meisterschaften haben einen gewissen Sättigungswert. In den letzten 13 Jahren hat der FC Bayern zwölf Mal die Schale entgegennehmen dürfen, lediglich der Ausrutscher 2023/24 (als Leverkusen so dominant wie sonst nur die Münchner auftrumpfte) machte die Serie kaputt. Und was man lange nicht hat anfassen dürfen, das möchte man mit beiden Händen greifen.

Sehnsucht nach dem Pokal

Der DFB-Pokal, oftmals lediglich das Anhängsel der Meisterschale, um das nationale Double komplett zu machen, ist zum Sehnsuchtsziel des FC Bayern geworden. Dafür haben die Münchner aber auch leiden müssen. In den vergangenen fünf Spielzeiten scheiterten sie im Pokal dreimal schon in der zweiten Runde, einmal im Viertel- und einmal im Achtelfinale. Mit dem 2:0 vom Mittwochabend gegen RB Leipzig ist das Etappenziel Halbfinale erreicht.
Mit akzentuierter Betonung hob Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen das "wir" und das Adjektiv "ganze" in zwei Sätzen hervor: "Wir haben eine Riesensehnsucht. Der ganze Klub will in dieses Finale."

Der Traum von Berlin

Präsident Herbert Hainer sprach von "einem großen Traum". 23. Mai, Berlin. Das ist das Datum, das ist das Ziel. Weil es greifbarer, ein Stück planbarer ist, als der Samstag darauf. Am 30. Mai steigt das Champions-League-Endspiel in Budapest. Doch da sind die Gegner von einem anderen Kaliber – drei K.o.-Runden müssen dafür international überstanden werden.

Der Weg ins Finale

Im Pokal nur noch das Halbfinale (am 21. oder 22. April, ausgelost wird am 22. Februar). Berlin, das Olympiastadion, der goldene Pokal – alles in Sichtweite. Angesichts der Halbfinalgegner, die man allesamt schon bezwungen hat in dieser Bundesliga-Saison: Bayer Leverkusen (3:0), der SC Freiburg (6:2) und der VfB Stuttgart (5:0 und 2:1 im Supercup) auch packbar.

Ein besonderes Erlebnis

Doch was macht dieses Pokalendspiel aus, was macht Berlin für die Bayern zum Trip des Jahres? Die selbstverschuldete Abstinenz der letzten Jahre habe "extrem genervt", gestand Vizekapitän Joshua Kimmich und sagte: "Das Finale, dieser Tag in Berlin ist ein cooles, jedes Mal besonderes Erlebnis." Intern pushe man sich ständig an der Säbener Straße mit Sätzen wie: "Wir alle wollen nach Berlin! Dieses Jahr muss es mal wieder klappen!"

Es winkt also der Vereinsausflug des Jahres, auf den sich sämtliche Familienangehörige und Freunde freuen, die mit Karten eingedeckt werden können. Meist reisen auch viele der Mitarbeiter der Säbener Straße zur großen Sause, die rein atmosphärisch von 20.000 bis 30.000 Fans beider Lager geprägt wird.

Der Reiz des direkten Erfolgs

Und die Profis lieben es, nach einem Erfolg direkt danach den Lohn, eine Trophäe, entgegennehmen zu dürfen. Meisterschaften gewannen die Bayern in den letzten Jahren oft ohne eigenes Spiel – wie 2025 – vor dem Bildschirm, ob auf der heimischen Couch oder beim Rudelgucken im Käfer-Restaurant.

Berlin ist direkter, das pure Vergnügen – wenn’s klappt. "Diejenigen, die schon dort gewesen sind, wissen, wie besonders es ist, in Berlin zu spielen", sagte Kapitän Manuel Neuer. Der 39-Jährige ist Mister Pokal des aktuellen Teams, hat bei acht Endspielteilnahmen sechsmal den Pott stemmen dürfen – davon ein Mal (2011) mit Schalke.
Bastian Schweinsteiger ist mit sieben Goldmedaillen der erfolgreichste Spieler des Wettbewerbs, Neuer könnte den Ex-Bayern-Profi einholen. Wie der Torhüter haben auch Oliver Kahn, Philipp Lahm, David Alaba, Franck Ribéry, Claudio Pizarro und Thomas Müller sechs Pokalfeiern hinter sich.

Der Anspruch des FC Bayern

"Das war immer ein tolles Wochenende für uns, eine tolle Atmosphäre", sagt Hainer. Für den Präsidenten gehöre es "zu unserem Anspruch, dass wir den Pokal von Zeit zu Zeit gewinnen." Der Clou wäre es, wenn Berlin die Generalproben-Party für Budapest wäre, schließlich lebt der Triple-Traum. "Wir sind in Position", meinte Kimmich und Neuer sagte: "Der Drang ist da, gerade mit der Mannschaft, die wir jetzt haben." Grinsend ergänzte er: "Es läuft."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.