Der Frankfurt-Faktor: Hansi Flicks unglaubliches erstes Jahr beim FC Bayern

Nach dem 1:5 gegen die Eintracht wurde Niko Kovac vor fast genau einem Jahr entlassen. NachfolgerHansi Flick hat mit dem FC Bayern eine spektakuläre Wende geschafft. "Erfolg hat man nie alleine", sagt der Bayern-Trainer.
| Maximilian Koch
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Hansi Flick hat beim FC Bayern bereits im ersten Jahr alles erreicht, was es zu erreichen gibt.
Hansi Flick hat beim FC Bayern bereits im ersten Jahr alles erreicht, was es zu erreichen gibt. © imago images / Sven Simon

München - Es war eine Watschn mit Anlauf, die der FC Bayern an jenem 2. November des vergangenen Jahres in Frankfurt kassierte. 1:5 hieß es am Ende für eine überforderte Mannschaft von Niko Kovac gegen die Eintracht, der Trainer war anschließend nicht mehr zu retten, er wurde einen Tag später freigestellt. Und Hansi Flick übernahm.

Der Rest ist eine einzige Erfolgsgeschichte mit zahlreichen Rekorden und fünf Titeln in einer Saison. Ob es sogar das schönste Jahr in Flicks Leben war? "Ich könnte jetzt antworten mit: ja", sagte der Bayern-Trainer vor dem Duell mit der Eintracht an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker). "Es war ein sehr erfolgreiches Jahr. Was mich beeindruckt hat, ist, wie die Mannschaft als Team zusammengewachsen ist." Und eben genau das ist sein Verdienst, Flicks Werk.

Von 44 Spielen unter Hansi Flick hat Bayern 40 gewonnen

Ebenso der Fakt, dass der Trainer sich selbst nicht in den Mittelpunkt stellt, sondern jeden Mitarbeiter des Klubs wertschätzt. Es ist kein Zufall, dass empathische Fußballlehrer wie Flick, Jupp Heynckes und Ottmar Hitzfeld die großen Titel gewonnen haben. "Erfolg hat man nie alleine", stellte Flick klar: "Ich sehe das nie aus meiner Perspektive. Es ist wichtig, dass komplett alle mit dabei sind. Wir haben ein sensationelles Trainerteam, es war im letzten Jahr eine tolle Teamleistung." So bringt man eine Gruppe hinter sich.

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Wer weiß: Vielleicht wären die Bayern-Bosse ohne das 1:5 gegen die Eintracht gar nicht auf die Idee gekommen, Co-Trainer Flick zum Chef zu machen.

Der Frankfurt-Faktor. Zunächst war der jetzige Triple-Coach ja auch nur eine Zwischenlösung, der Markt wurde nach größeren Namen abgesucht. Knapp ein Jahr später ist Flick mit der größte Trainername im Weltfußball. So schnell kann's manchmal gehen.

Vor Frankfurt hat Flick großen Respekt - nicht nur wegen der Klatsche aus dem November 2019. "Eine Mannschaft mit sehr viel Leidenschaft, die sehr laufstark und gut bei Standardsituationen ist", warnte der Coach. "Für uns wird wichtig sein, dass wir von Anfang an konzentriert sind und unser Spiel durchziehen."

Das gelang in der Champions League gegen Atlético Madrid (4:0) hervorragend, in der Bundesliga aber bislang nicht immer. Acht Gegentore in vier Partien sorgen bei Torhüter Manuel Neuer für Zorn. Das soll sich ab sofort bessern.

Rummenigge: "Flick war ein Glücksfall für den FC Bayern"

"Wir haben Zeit gebraucht, wieder in den Rhythmus reinzukommen", erklärte Flick. Die Dominanz erwartet er nun auch wieder im Liga-Alltag. Damit dieses fantastische Jahr angemessen beendet wird. 40 von 44 Pflichtspielen haben die Bayern unter Flick gewonnen, kein Trainer war je besser.

"Als Hansi als Cheftrainer übernommen hat, war das ein Glücksfall für den FC Bayern", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der Flicks Vorgänger Kovac stets kritisch gegenüber gestanden hatte: "Es war ein Effekt, als wenn einer das Licht wieder angeschaltet hätte." Knapp zwölf Monate später erstrahlt der FC Bayern hell wie selten zuvor.

"Rein sportlich ist alles in Ordnung", sagte Flick, doch es gibt auch eine Sache, die ihn stört: dieses elendige Coronavirus. "Die Situation ist nicht so einfach. Es ist wichtig, sich an die Regeln zu halten und den Experten zu vertrauen", erklärte er. Flick und die Mannschaft vermissen die Fans, "ohne sie fehlen die Emotionen", sagte der Coach weiter: "Mit ihnen zusammen die Titel zu feiern - das, wäre noch schöner gewesen." Abgesehen davon war das erste Flick-Jahr ziemlich perfekt.

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