Der FC Nimmersatt - und kein Ende in Sicht

93 von 99 Punkten holten die Fußballer des FC Bayern München im Jahr 2013 – und sie machen immer weiter.  
| Florian Bogner, Patrick Strasser
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93 von 99 Punkten holten die Fußballer des FC Bayern München im Jahr 2013 – und sie machen immer weiter.

München - Manchmal lässt sich die Fußball-Welt auch durch zwei Labormäuse ausdrücken. „Und was machen wir nächste Woche, Brain?“, stand auf einem Spruchband der Bayern-Südkurve beim 3:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV, und die Antwort gleich drunter: „Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen!“ Eine Anspielung auf die Klub-WM, ganz klar. Ausgedrückt durch die immer wiederkehrenden Sätze der Zeichentrickserie „Pinky und der Brain“, die von zwei Labormäusen handelt, die jede Folge versuchen, die Weltherrschaft zu erringen.

Ein nettes, witziges Bonmot mit einem wahren Kern: In der Bundesliga sind dem FC Bayern schlicht die Gegner ausgegangen. 30 Siege hat der neue Herbstmeister im Kalenderjahr 2013 eingefahren – in 33 Spielen. „Gratulation an den FC Bayern für ein unglaubliches Jahr 2013“, sagt der Trainer des FC Nimmersatt, Pep Guardiola. Herzlichen Glückwunsch auch an Borussia Dortmund, den SC Freiburg und Bayer Leverkusen – sie waren die einzigen Klubs, die Bayern 2013 ein Remis abringen konnten. 93 von 99 möglichen Liga-Punkten heimste Bayern ein, ein Überrekord, einer für die Ewigkeit – auch wenn Guardiola das Lob dafür ablehnt: „Ich bin erst eine kurze Periode hier, Jupp Heynckes hat das meiste gemacht. Ich freue mich einfach, ein Teil des Vereins zu sein“, sagt er.

„Es gibt den schönen Film mit Jack Nicholson: ’Besser geht's nicht’“, schwärmt dafür Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. „Wir haben unser Soll für 2013 erledigt, sind Herbstmeister, haben uns eine gute Position erarbeitet. Wir müssen schauen, dass es 2014 wenigstens ein bisschen so weiter geht.“ Weil Dortmund abermals in Hoffenheim patzte (2:2), sind’s zwölf Punkte Vorsprung auf den BVB, nur Leverkusen hält noch mit. „Das ist viel Vorsprung, das hätte ich nicht erwartet“, sagt Rummenigge. „Wir gehen unseren Weg – unaufgeregt und ohne Arroganz.“

Dabei wäre die durchaus zu verzeihen, angesichts der Rekorde, die Bayern 2013 angehäuft hat (siehe Kasten). „Wegen uns kann’s noch länger so gehen“, sagt Lahm. „Wir sind noch nicht am Ende, haben nächste Woche noch was vor.“ Die Klub-WM in Marokko steht ja noch aus. Von den eigenen Fans in München haben sie sich aber schon mal verabschiedet. Vor der obligatorischen Lasershow zum Jahresabschluss präsentierten die Bayern zudem ein eigenes Spruchband. „Gemeinsam haben wir Geschichte geschrieben“, stand drauf.

Zuvor war der Schlussakt des Unternehmens Sahnejahr allerdings für einen kurzen Moment in Gefahr geraten. Wie gegen Manchester City führte der FC Bayern 2:0 (Tore: Mandzukic, Götze), dann schoss Pierre-Michel Lasogga (88.) das 1:2. Für vier Minuten war plötzlich Bibbern angesagt, bis Xherdan Shaqiri das 3:1 machte (90.+2). „Wir waren leichtsinnig“, sammerte Sportvorstand Matthias Sammer. „Wir müssen uns leichter tun! Kann doch nicht sein, dass wir am Ende noch zittern müssen.“ Guardiola analysierte es so: „Wir hatten zu viele einfache Ballverluste. Die Spieler hatten schon Marrakesch im Kopf.“ Es sei ihnen zu verzeihen, das letzte ganz große Ding ruft schließlich. Wobei ihnen gesagt sei: Pinky & Brain, die Labormäuse, haben das mit der Weltherrschaft nie geschafft.

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