Der FC Bayern ist endlich zurück in der Normalität

Der FC Bayern steht nach dem 1:0 auf Schalke zum elften Mal in Serie im Pokal-Halbfinale. "Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen", sagt Trainer Hansi Flick. Ärger mit den Ultras bleibt aus.
| Julian Buhl
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Banner in der Schalker Fankurve: Die S04-Anhänger machen ihrem Unmut über den Deutschen Fußball-Bund Luft.
firo/Augenklick Banner in der Schalker Fankurve: Die S04-Anhänger machen ihrem Unmut über den Deutschen Fußball-Bund Luft.

München/Gelsenkirchen - Die Spieler des FC Bayern liefen vor den Gästeblock der Veltins-Arena und klatschten ihren mitgereisten Fans zu. Das ist nicht deshalb erwähnenswert, weil der 1:0-Erfolg der Münchner beim FC Schalke 04 im Viertelfinale des DFB-Pokals am Dienstagabend nicht zu erwarten gewesen wäre.

Sondern aufgrund des Skandalspiels vom vergangenen Samstag in Sinsheim, wo an Hoffenheims Klubmäzen Dietmar Hopp gerichtete Hetz- und Hassplakate im Bayern-Block fast für einen Spielabbruch gesorgt hätten. Nachdem die Münchner Profis gemeinsam mit ihren Hoffenheimer Kollegen die letzten Minuten des Spiels boykottiert hatten, waren sie auch nicht mehr zu ihren Fans gegangen.

Dass sie das auf Schalke nun wieder bedenkenlos tun konnten, war auch ein Sinnbild für einen Schritt Richtung Normalität. Von den Bayern-Ultras waren keine weiteren Provokationen ausgegangen. Die Schalker Fans hielten zwar ein paar provokante Spruchbänder hoch, lieferten damit aber ebenfalls keinen Anlass für eine Spielunterbrechung oder gar einen Abbruch.

Banner in der Schalker Fankurve: Die S04-Anhänger machen ihrem Unmut über den Deutschen Fußball-Bund Luft.
Banner in der Schalker Fankurve: Die S04-Anhänger machen ihrem Unmut über den Deutschen Fußball-Bund Luft. © firo/Augenklick

Hasan Salihamidzic: "Sehr souveräne" Leistung des FC Bayern

"Klar hat man das Thema im Hinterkopf gehabt", gab Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic hinterher in den Katakomben der Arena zu, fügte aber schnell an: "Heute haben wir Fußball gesehen und so wollen wir das auch weiterhin haben."

Auch auf dem Platz hatten die Münchner für gewohnte Verhältnisse und damit für doppelte Bayern-Normalität gesorgt. Schon zum elften Mal in Folge zogen sie in die vorletzte Pokalrunde ein und bauten ihren eigenen Rekord damit weiter aus. "Wir sind im Halbfinale und deswegen bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft", sagte Hansi Flick, dessen Team nun 13 der vergangenen 14 Pflichtspiele gewonnen hat (ein Remis).

"Es war im Großen und Ganzen wirklich sehr souverän", sagte Salihamidzic nach dem Sieg, für den Matchwinner Joshua Kimmich mit seinem Treffer gesorgt hatte.

Hansi Flicks Sturm-Experiment scheitert

Alles - wie noch zuletzt beim 6:0 in Sinsheim - gelang den Bayern aber nicht. "Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass wir mehr Tore schießen", sagte Salihamidzic. Der Ex-Schalker Leon Goretzka vergab gleich mehrere Möglichkeiten und musste sich deshalb die Frotzeleien seiner Teamkollegen gefallen lassen.

"Die Jungs haben gesagt, dass ich hier auf Schalke kein Tor machen wollte", verriet er und versicherte das Gegenteil. Philippe Coutinho scheiterte mit einem Schlenzer an der Latte. Und Flicks Experiment mit Thomas Müller als Sturmspitze funktionierte bei weitem nicht so gut, wie das mit Kimmich als Innenverteidiger. Dass Müller nicht seinen allerbesten Tag erwischt hatte, war spätestens bei einem Eckball in Hälfte zwei zu beobachten, den er kurz ausführen wollte, dann aber direkt ins Toraus schoss.

"Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat sehr clever gespielt", befand Flick dennoch: "Es war nicht einfach, weil Schalke sehr defensiv agiert und die Räume eng gemacht hat." Sein Team habe "trotzdem Chancen kreiert – zwischenzeitlich hatten wir über 80 Prozent Ballbesitz". Als Belohnung dafür gab Flick am Mittwoch und Donnerstagvormittag frei. "Wir sind gut drauf, haben einen Lauf und viel Selbstvertrauen", sagte Salihamidzic.

Neuer: "Da dürfen wir jetzt nicht nachlassen"

"Wir haben uns vor ein paar Wochen, als wir in der Bundesliga noch hintendran waren gesagt, dass es eigentlich nur noch Endspiele für uns gibt", erklärte Neuer das aktuelle Erfolgsrezept: "Da dürfen wir jetzt nicht nachlassen."

Das gilt auch für ein mögliches Halbfinale bei Viertligist Saarbrücken. Wunsch- oder Horrorlos für die Bayern? "Wir nehmen es, wie es kommt", sagte Salihamidzic: "Wir wollen einfach nach Berlin." Ein Schritt zum Pokalfinale fehlt noch. Einen doppelten Richtung Normalität haben die Bayern auf Schalke bereits getan.

Lesen Sie auch: Neuer mit kleinem Seitenhieb gegen Ex-Klub Schalke

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