Das Wölfe-Rezept: So schlägt man die Bayern

"Das war ein Schock“, sagt Arjen Robben: Die Bayern erleiden beim 1:4 gegen Wolfsburg die erste Pleite in der Liga seit fast 300 Tagen. Wie das gelang? Die AZ erklärt, wie das Guardiola-Team zu schlagen ist.
| Patrick Strasser
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Hart attackiert im Bayern-Zentrum: Bastian Schweinsteiger (l.) im Zweikampf mit seinem ehemaligen Teamkollegen, dem Wolfsburger Luiz Gustavo.
dpa Hart attackiert im Bayern-Zentrum: Bastian Schweinsteiger (l.) im Zweikampf mit seinem ehemaligen Teamkollegen, dem Wolfsburger Luiz Gustavo.

Wolfsburg, München - Danke, Deutsche Fußball-Liga, sehr vorausschauende Planung! Die Bayern waren so was von erleichtert nach ihrer 1:4-Klatsche beim VfL Wolfsburg. Eine englische Woche gleich zu Beginn der Rückrunde – top! „Gut, dass es gleich weitergeht“, sagte Arjen Robben, „nach einer Niederlage spielst du am liebsten so schnell wie möglich wieder.“ Am Dienstag geht es in der Allianz Arena gegen den FC Schalke (20 Uhr, Liveticker auf az-muenchen.de).

„Es wäre schlimm, wenn wir jetzt noch acht Tage bis zum nächsten Spiel warten müssten“, sagte Manuel Neuer. Der vier Mal gedemütigte Welttorhüter sprach energisch: „Wir müssen jetzt die Kurve kriegen und punkten.“

Armes Schalke? Gut möglich. „Wir müssen jetzt reagieren“, forderte Robben, „wieder in unseren Rhythmus kommen.“

Aber wo ist der hin? Eine perfekte Hinrunde, ein Trainingslager, das nur auf diplomatischem Parkett für Ärger sorgte (der „stumme“ Trip nach Saudi-Arabien), mehrere Rückkehrer wie Alaba, Badstuber und Benatia. Selbst die kurzfristigen Ausfälle von Ribéry und Rafinha schienen die Bayern nicht zu schocken. „Wenn wir nicht in der Lage wären, drei Spiele ohne Franck zu gewinnen, hätten wir ein grundsätzliches Problem“, propagierte Sportvorstand Matthias Sammer. Tja. „Das ist in die Hose gegangen“, sagte Neuer über die erste Bundesliga-Niederlage seit 293 Tagen.

Der aktuelle Bayern-Zustand? „Keine Katastrophe“, so Neuer, aber „natürlich ein Schock“, meinte Robben, „vier Gegentore sind ein bisschen viel“. Trainer Pep Guardiola wurde seit seinem Amtsantritt im Juni 2013 nur einmal so vorgeführt: von Real Madrid, im Champions-League-Halbfinale (0:4). Von den Königlichen.

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Aber von den Wölfen? Sie haben mit dem 4:1 der Liga eine grün-weiße Vorlage geliefert, die DVD des Spiels könnte den Titel tragen: Das Wölfe-Rezept: Rudelfußball. So schlägt man die Bayern.

Kaum Torchancen zulassen:
Das wichtigste Mittel, um den Titelverteidiger zu stoppen, erklärte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking: „Wir haben sie möglichst oft von unserem Tor weggehalten. Sie hatten kaum Torchancen.“ Laut „bundesliga.de“-Statistik sogar 16, Wolfsburg 13 – die Effektivität war also das Manko der Gäste. Thomas Müller und Robert Lewandowski wurden komplett aus dem Spiel genommen, nur Robben konnte in der zweiten Hälfte für etwas Gefahr sorgen. WM-Held Mario Götze (litt unter einer Magenverstimmung), der erst nach 71 Minuten kam, blieb wirkungslos. Wie auch Joker Nummer II, Claudio Pizarro.

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Das Mittelfeld-Duo Alonso/Schweinsteiger attackieren:
Mit aggressivem Pressing störte die Wolfsburger Doppelsechs um Ex-Bayer Luiz Gustavo und Laufwunder Maximilian Arnold Bayerns Zentrale mit den Weltmeistern Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger. Guardiola hatte das Problem wohl kommen sehen und stellte ihnen David Alaba zur Seite – es half nichts. Heckings Wolfsburger schafften es, den „elder statesmen“ des Mittelfelds, bisher nur 201 Minuten gemeinsam auf dem Platz, die Lust am Spiel (-aufbau) zu nehmen. Sowohl Alonso (33) als auch Schweinsteiger (30) verzettelten sich in Fouls und persönliche Scharmützel. Für die Spiele ab März, April – wenn es in der Champions League richtig ernst wird, plant Guardiola wieder mit Kapitän Philipp Lahm im Zentrum, seinem „intelligentesten Fußballer“. Neben Alaba. Wäre dann noch Platz für Schweinsteiger/Alonso?

Lange Bälle, schnelle Konter:
„Wir wollten die Bayern ein wenig locken und dann nach Ballverlust schnell nach vorne in die freien Räume spielen“, analysierte Hecking treffend. So fielen die Tore zum 1:0, 3:0 und 4:1. Vor allem Dante sah schlecht aus. „Sie haben uns mit ihren Kontern bestraft“, sagte Robben. „Vielleicht hat jeder einen Schritt weniger gemacht. Wir müssen schauen, dass wir Ordnung reinkriegen und nicht in solche Konter laufen“, forderte Schweinsteiger. Bald stellt sich heraus, ob es ein heilsamer Schock war, „vielleicht der richtige Wake-up-Call“, meinte Robben.

Nach dem Motto: Danke, liebe Wölfe, für die Watschn.

 

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