Corentin Tolisso: Opfer bayerischer Sparpolitik?

Die Bayern passen ihre Transferstrategie an der Corona-Situation an. Mit Spielerverkäufen sollen mögliche Neuzugänge finanziert werden. Wechsel-Kandidaten wie Corentin Tolisso müssen jetzt liefern - die AZ zeigt, an welchen Stellen der Franzose punkten kann.
AZ |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
4  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ bei Google News
Neigt sich seine Zeit in München dem Ende zu? Corentin Tolisso.
Neigt sich seine Zeit in München dem Ende zu? Corentin Tolisso. © firo/Augenklick

München - Hansi Flick sprach nur aus, was den Machern in der Chefetage an der Säbener Straße schon länger Sorgen bereitet: "Die Situation ist nicht einfach, das Festgeldkonto ist nicht mehr so gefüllt", sagte der Bayern-Trainer am Dienstag auf der PK vor dem Augsburg-Spiel.

Lesen Sie auch

Neue Transferstrategie erforderlich

In der aktuellen Pandemie-Situation leidet auch der Bundesliga-Krösus unter massiven Einnahmeverlusten, was zur Folge hat, dass der Triple-Sieger seine Transferstrategie konsequent neu ausrichten muss. Neue Spieler sollen möglichst ablösefrei, maximal aber für 15 Millionen Euro kommen – von der Ausnahme Dayot Upamecano mal abgesehen – und eigene Akteure verkauft werden.

Das prominenteste Opfer der neuen bayerischen Sparpolitik könnte nun Corentin Tolisso werden. Auch in seinem dritten Jahr in München wechselt der Weltmeister stets zwischen Startelf und Bank. Laut "Sport Bild" soll der bis 2022 laufende Vertrag des Franzosen deshalb nicht verlängert werden. Im kommenden Sommer wäre die letzte Chance, noch eine Ablöse für den 26-Jährigen zu bekommen.

Gleiches gilt übrigens für Michaël Cuisance. Auch mit Tolissos Landsmann planen sie in München nicht mehr – und hoffen darauf, dass Olympique Marseille die vereinbarte Kaufoption über 18 Millionen Euro zieht.

Lesen Sie auch

Tolisso steht in Goretzkas Schatten

Während Tolisso bem FC Bayern nie so richtig Fuß fassen konnte, entwickelte sich Leon Goretzka zu einem der Schlüsselspieler im Triple-Kader von 2020. Der deutsche Nationalspieler wechselte 2018 genau ein Jahr später als Tolisso nach München und profitierte auch immer wieder von dessen Verletzungen.

Zudem trennt die beiden, dass der Vertrag von Goretzka von Seiten der Münchner so schnell wie möglich verlängert werden soll. "Wir haben Spieler, mit denen wir sehr zufrieden sind und grundsätzlich auch gern verlängern wollen", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge im Dezember gegenüber der AZ. 

Will Tolisso einen der Stammplätze im Mittelfeld ergattern, muss er es schaffen, an Goretzka vorbeikommen. Dabei könnte ihm helfen, sein offensives Potenzial voll auszuschöpfen.

Lesen Sie auch

Mittelfeld-Rolle neu interpretieren

Während seine defensiven Fähigkeiten limitiert scheinen, machte Tolisso in München besonders im Angriff auf sich aufmerksam.  Dass er der Mannschaft offensiv helfen kann, hat er bereits in der Vergangenheit bewiesen. Vor allem in der Champions League fühlt sich der 26-Jährige wohl.

In 21 Spielen kommt er für die Münchner auf Sieben Tore sowie fünf Vorlagen. Zum Vergleich: Sein ärgster Konkurrent Goretzka erzielte in 18 Champions-League-Partien nur drei Tore (ein Assist) für die Bayern. Zwar sprechen die Statistiken in allen Wettbewerben für Goretzka, doch hat dieser insgesamt auch deutlich mehr Spielzeit vorzuweisen.

Die nächsten Einsatzchancen, die Tolisso von Hansi Flick bekommt, muss er also am besten direkt in Tore und Vorlagen ummünzen. Nur dann hat er eine Chance, gegen Goretzka als offensive Alternative anzukommen. Ab sofort spielt er beim FC Bayern um seine Zukunft. 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
4 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Meister19 am 22.01.2021 11:26 Uhr / Bewertung:

    Tolisso ist ein guter Fussballer, mehr aber nicht. Um ein Spitzennivau zu erreichen, müsste er zulegen. Das tut er aber nicht, weil meiner Meinung nach seine Leistungsgrenze erreicht ist. Für den FCB ist er zu schwach und deshalb sollten sich die Wege trennen. Von diesen Kandidaten gibt es mehrere im Kader, z. Bsp. Süle und einige Neuzugänge. Ab Sommer muss eine vernünftige Transferstrategie her, die es seit zwei Jahren nicht mehr gibt. Bezweifele aber, dass das mit Brazzo klappt.

  • rosa kuntz am 22.01.2021 09:59 Uhr / Bewertung:

    Die Sorgen um ihr Erspartes haben nicht nur der FC Bayern und andere "Großsparer". Es ist grundsätzlich ratsam, mit seinem Geld sorgsam und überlegt umzugehen. Das ist bei allen Investitionen so. Tolisso war schon oft, schwer verletzt und hatte lange Rekonvaleszenszeiten. Da braucht es sowohl zur körperlichen als auch zur mentalen Erholung seine Zeit. Die gewährt man ja auch großzügig Spielern wie Sane u.a. darum sollte man auch Tolisso genauso dabei unterstützen, wieder ein nützlicher Teil der Mannschaft zu werden.
    Ihn in der derzeitigen Verfassung für andere Clubs interessant zu machen, ist eher der falsche Ansatz.

  • Meister19 am 22.01.2021 12:24 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von rosa kuntz

    Die Zeit hat der FCB nicht mehr. In einem Jahr geht er dann ohne Ablöse. In der jetzigen Zeit ein no go.
    Siehe Alaba, da wurde es versäumt.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.