Bis Weihnachten geht es für Bayern nur mit purem Willen

Nach dem Erfolg im Supercup gegen Dortmund wird Matchwinner Kimmich gefeiert. "Das Tor war eine Auszeichnung für ihn, weil er nie aufgibt", sagt Flick. Die nächsten Wochen werden nun hart für Bayern.
| Maximilian Koch
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Kein anderer Spieler verkörpert den Siegeswillen beim FC Bayern derzeit so stark wie er: Joshua Kimmich, der die Münchner zum Triumph im Supercup schießt und seine Freude herausschreit.
Kein anderer Spieler verkörpert den Siegeswillen beim FC Bayern derzeit so stark wie er: Joshua Kimmich, der die Münchner zum Triumph im Supercup schießt und seine Freude herausschreit. © imago images / Poolfoto

München - Manchmal hat Hansi Flick Angst vor Joshua Kimmich. Und das ist gut so für den FC Bayern.

Denn sonst wäre dieser Supercup-Triumph gegen Borussia Dortmund, der fünfte Titel der Münchner in diesem Jahr, wohl gar nicht möglich gewesen. "Ich will ihn immer schonen, ihm eine Pause geben", sagte Flick nach dem 3:2-Sieg, "aber dann muss man mit seinem Ärger rechnen. Er will immer auf dem Platz stehen."

Flick über Kimmich-Tor: "Eine wahnsinnige Energieleistung"

Was ein bisschen spaßig klang, war inhaltlich völlig ernst gemeint. Kimmich draußen lassen? Freiwillig? Damit würde sich derzeit kein Trainer auf der Welt einen Gefallen tun. Und das wäre diesem ehrgeizigen Anführer auch nicht zu vermitteln.

Neben Manuel Neuer war Kimmich der entscheidende Bayern-Spieler am Mittwochabend. Sein Tor zum 3:2, das er artistisch per Hacke erzielte, verblüffte Trainer wie Teamkollegen. "Joshua ist ein klasse Spieler. Wie er den im Fallen ins Tor chippt. . .", sagte Kapitän Neuer und staunte. Flick meinte: "Er ist ein absoluter Profi. Das Tor war eine wahnsinnige Energieleistung, eine Auszeichnung für ihn, weil er nie aufgibt."

Der entscheidende Moment im Supercup-Duell zwischen Bayern und Dortmund:Kimmich (am Boden, l.) bugsiert den Ball im Fallen zum 3:2 ins Tor.
Der entscheidende Moment im Supercup-Duell zwischen Bayern und Dortmund:Kimmich (am Boden, l.) bugsiert den Ball im Fallen zum 3:2 ins Tor. © imago images / Poolfoto

Wohl wahr. Seitdem Kimmich dauerhaft im zentralen Mittelfeld eingesetzt wird, agiert er noch dominanter - und eben auch torgefährlicher. Schon vor gut vier Monaten beim vorentscheidenden 1:0-Sieg in Dortmund auf dem Weg zur Meisterschaft hatte Kimmich das goldene Tor erzielt, damals per Traumlupfer. Diesmal gehörte auch Glück dazu.

"Am Ende haben wir den Pokal, das fühlt sich gut an", sagte der BVB-Schreck: "Wir haben für den Pott gefightet, auch wenn es nicht unser bestes Spiel war. Aber man hat gesehen, dass wir die Mentalität besitzen, auch ein Spiel, in dem wir nicht so super spielen, für uns zu entscheiden."

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Flick schwärmt in höchsten Tönen von Kimmich

Das gilt speziell für Kimmich, der bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres auf Platz neun landete - vor Cristiano Ronaldo. In Zukunft könnte es für den Bayern-Profi noch höher hinausgehen. Kimmich habe eine "ganz besondere Mentalität, enorme Qualitäten", schwärmte Flick: "Deswegen ist er auf einem richtig guten Weg, einer dieser Spieler zu sein, die diesen Verein prägen. Kompliment." Ein riesiges Lob seines Trainers. Doch Kimmich wäre nicht Kimmich, wenn er nicht schon vorausgeblickt hätte auf die nächsten Aufgaben.

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"Das, was auf uns zukommt, wird hart. Wir werden schauen, wie wir das wegstecken können", sagte er. Am Sonntag (18 Uhr) spielt Bayern in der Bundesliga gegen Hertha BSC, nach der 1:4-Niederlage in Hoffenheim darf sich die Flick-Elf nicht noch einen Patzer erlauben. Dann stehen die Länderspiele an, ehe es mit einem Mammutprogramm in Pokal, Liga und Champions League weitergeht.

FC Bayern fährt weiter einen Sparkurs

Die Kraft des Willens, die besonders Kimmich in diesen Wochen verkörpert, wird für Bayern nötig sein, um die Phase bis Weihnachten ohne Schäden zu überstehen. Denn: Vielen Stars sind die Strapazen der Triple-Saison anzumerken. Und weiter sind keine Verstärkungen in Sicht.

"Wir müssen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, auch einen dementsprechenden Kader zur Verfügung haben", sagt Flick. Doch Sportvorstand Hasan Salihamidzic und dessen Team tun sich schwer, nur noch bis Montag bleibt ihnen Zeit für drei gewünschte Transfers. Trotz Einnahmen für Thiago (30 Millionen Euro) verfolgen die Münchner einen Sparkurs. Für Flick und sein Team eine herausfordernde Situation.

Doch die nimmt der Coach an - und Titel Nummer sechs ins Visier. "Ich glaube, dass unsere Spieler das möchten", sagte Flick über die Klub-WM in Katar, die bislang nicht genau terminiert ist. Auch wenn die Kraft nachlässt - den nötigen Willen haben Kimmich und die Bayern.

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