Bevor die Saison überhaupt losgegangen ist: FC Bayern feiert schon jetzt sein erstes Triple

Fußballer des Jahres, Fußballerin des Jahres, Trainer des Jahres: Der FC Bayern darf sich über die nächsten individuellen Auszeichnungen freuen. Beim Rekordmeister richtet sich der Blick aber jetzt schon auf den Oktober.
Patrick Strasser |
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Europas bester Torjäger, Deutschlands Fußballer des Jahres und bald auch Weltfußballer? Beim FC Bayern drücken sie Harry Kane ganz fest die Daumen.
Europas bester Torjäger, Deutschlands Fußballer des Jahres und bald auch Weltfußballer? Beim FC Bayern drücken sie Harry Kane ganz fest die Daumen. © IMAGO/Maximilian Koch

Der sechste Jahrestag war gerade, am Sonntag. Sechs Jahre ist es her, dass sich der FC Bayern in Lissabon das zweite Triple der Vereinsgeschichte sicherte. Mit dem 1:0-Erfolg im Endspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain konnte der Henkelpott dingfest gemacht werden – unter Trainer Hansi Flick, leider infolge der Corona-Pandemie ohne Fans. Es folgte im Herbst der Uefa-Supercup-Gewinn, im Februar 2021 der Sieg bei der Fifa-Klub-WM. Sechs Titel, mehr ging nicht. Einer der Höhepunkt in der glorreichen Geschichte der Münchner.

Torjäger Robert Lewandowski wurde 2020 und 2021 Deutschlands Fußballer des Jahres – eben, weil der Pole in jenen Jahren fünfmal hintereinander zum Torschützenkönig der Bundesliga avancierte und 2020/21 den bis heute bestehenden Torrekord (41 Saisontreffer) aufstellte. Lewandowski wurde zudem 2020 Europas Fußballer des Jahres. Er war auf dem Zenit – parallel zu den Sechs-Titel-Bayern. Nur den Ballon d’Or für den Weltfußballer des Jahres, den konnte "Lewangoalski", wie ihn Thomas Müller stets nannte, nicht einheimsen. Der wurde 2020 nicht vergeben – wegen Corona.

Bayern hofft auf Weltfußballer-Wahl bei Kane

Den Goldenen Ball bekommt dieses Jahr Harry Kane – geht es nach den Bayern. Und das ganz ohne Champions-League-Sieg, ohne den Weltmeistertitel mit England (Dritter). Ein Stück Gold bekam er bereits, den "Goldenen Schuh" für Europas besten Torjäger der vergangenen Saison. Die Münchner Bosse machten eine große Show daraus, um aller Welt den Stellenwert von Kane (146 Tore in 148 Pflichtspielen) zu zeigen. Dreimal Torschützenkönig wurde der 33-Jährige bereits, mit ihm gewannen die Bayern fünf der letzten sechs nationalen Titel, zuletzt den Supercup durch das 2:1 in Dortmund. Lediglich der VfB Stuttgart grätschte mit dem DFB-Pokalsieg 2025 dazwischen.

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Was Kane seit Sonntag sicher hat: Eine weitere Auszeichnung: Er ist Deutschlands Fußballer des Jahres, erstmals seit Lewandowski vor fünf Jahren. "Ein weiterer Meilenstein in einer herausragenden Karriere. Bei den großen individuellen Auszeichnungen kommt man in diesem Jahr an Harry Kane nicht vorbei - denn er hat auf jeder Bühne geglänzt", freute sich Bayerns CEO Jan-Christian Dreesen. Pech für Michael Olise, ebenfalls ein Mann von Weltklasse-Format, dass Kane alles abräumt. Der Franzose wurde Zweiter – wie 2025, damals hinter Florian Wirtz. Auch bei den Frauen gelang den Bayern der Doppelschlag. Giulia Gwinn wurde wie im Vorjahr Fußballerin des Jahres, Klara Bühl (2.), Pernille Harder (7.), Linda Dallmann (9.) und Franziska Kett (10.) ebenfalls in die Top Ten gewählt.

Bayern-Boss über Kane: "Eigentlich führt kein Weg an ihm vorbei"

Bayerns erstes Triple, errungen bevor die Saison überhaupt erst losgeht, komplettiert Vincent Kompany als Trainer des Jahres. Die Liga sieht komplett rot, die nationale Dominanz war selten größer. "Wenn Frauen- und Männerfußball gemeinsam Geschichte schreiben, dann ist das FC Bayern – und das mit Ausrufezeichen", meinte Präsident Herbert Hainer voller Stolz.

Bayerns Marketing-Vorstand Rouwen Kasper (l.)
Bayerns Marketing-Vorstand Rouwen Kasper (l.) © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER

Bleiben zwei Sehnsuchtsziele. Der Gewinn des Champions-League-Pokals und die Auszeichnung eines Bayern-Profis mit dem Ballon d’Or, der Ende Oktober mit einer großen Gala in London vergeben wird. Kane doch kein Zufall sein, oder? "Eigentlich führt kein Weg an ihm vorbei", sagte Bayerns Marketing-Vorstand Rouven Kasper bei "Sky Sport" und erlaubte sich einen Seitenhieb gegenüber Real Madrid: "Wenn man auf die Statistiken schaut, kann es keinen anderen geben. Es ist egal, wenn jemand von Real Madrid will, dass es einer ihrer Spieler ist." Bei Real hoffen Kylian Mbappé, Vinícius Junior und Jude Bellingham auf die besondere Auszeichnung.

Die welcher Bayern-Profi zuletzt gewann? Karl-Heinz Rummenigge, 1981 und 1980.

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