Bayerns Machtwort im Alaba-Poker: Eine Strategie mit Aussicht auf Erfolg?

Der FC Bayern zieht das aktuelle Vertragsangebot an seinen Abwehrchef zurück, nachdem der eine Frist verstreichen lässt. Nach AZ-Informationen ist Real Madrid der favorisierte Verein von David Alaba.
| Patrick Strasser
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Das Vertragsangebot für David Alaba ist Geschichte: Der FC Bayern zieht die Offerte zurück.
Das Vertragsangebot für David Alaba ist Geschichte: Der FC Bayern zieht die Offerte zurück. © imago images / FC Bayern München

München - Es hätte alles so schön sein können. Ein nachbarschaftliches Duell des FC Bayern mit RB Salzburg in der Champions League, die Vorfreude auf Pflichtspiel Nummer eins zwischen dem deutschen und dem österreichischen Abo-Meister am Dienstag um 21 Uhr (Sky und im AZ-Liveticker) stieg von Tag zu Tag – wenn nun auch in Salzburg keine Fans mehr im Stadion zugelassen sind.

Die Sahne auf der Vorfreude-Torte dieses prickelnden Duells: Austrias bester Fußballer ist Bayerns Abwehrchef. Man fiebert dem Heimatbesuch von David Alaba (28) entgegen. Doch nun ist alles anders. An der Säbener Straße hängt der Haussegen seit Sonntagabend schief, es ist Unruhe eingekehrt – und das trotz acht Siegen in Serie und der Tabellenführung in der Bundesliga. Der Grund für die Missstimmung: der Poker um David Alaba.

FC Bayern zieht die Reißleine

Nach monatelangem Feilschen mit mehreren Verhandlungsrunden um eine Verlängerung seines Vertrages über Sommer 2021 hinaus hat der FC Bayern nun in Person von Präsident Herbert Hainer die Reißleine gezogen, völlig überraschend ein Machtwort gesprochen.

Weil eine bis dato unbekannte Frist für die Alaba-Seite Ende Oktober ablief, hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic am Samstag bei Berater Pini Zahavi nachgehakt. "Die Antwort war, dass das Angebot immer noch unbefriedigend ist und wir weiter nachdenken sollen", so Hainer: "Jetzt haben wir entschieden, das Angebot komplett vom Tisch zu nehmen. Das heißt: Es gibt kein Angebot mehr."

Ablösefreier Abgang von David Alaba droht

Basta, Alaba! Die Bayern-Bosse nehmen das Heft des Handelns in die Hand, wollen den Druck auf Alaba erhöhen. Eine Strategie mit Aussicht auf Erfolg? Nun droht der Abgang eines Leistungsträgers und Publikumslieblings im Sommer – ablösefrei. Der Berater soll vom Vorstoß der Bayern völlig überrascht gewesen sein, auch Alaba versicherte Montagnachmittag, er habe es "aus den Nachrichten erfahren".

Wohl auch daher ging Alaba zum verbalen Gegenangriff über: "Ich habe immer betont, dass ich es sehr gern gehabt hätte, dass Internes auch intern bleibt. Meine Person in der Öffentlichkeit so darzustellen, wie es in den letzten Monaten war – da kann ich die Perspektive der Fans verstehen", sagte er: "Ich kann versichern, dass die Summen, die in den Raum gestellt werden, nicht der Wahrheit entsprechen. Ich war enttäuscht und auch irgendwo verletzt darüber, dass es von offizieller Stelle nicht dementiert wurde, dass ich die Zahlen, die in den Medien jetzt preisgegeben werden, nie gefordert habe."

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Fordert David Alaba ein Jahresgehalt von 20 Millionen Euro?

Gerüchtweise steht ein gefordertes Jahressalär von 20 Millionen (damit wäre Alaba Spitzenverdiener der Münchner vor Robert Lewandowski und Manuel Neuer) im Raum, der Verein soll elf Millionen Grundgehalt und Prämienzahlungen in Höhe von sechs Millionen bieten.

Weil auch Zahavi eine zweistellige Millionen-Summe allein für die Unterschrift als Honorar gefordert haben soll, hatte Ehrenpräsident Uli Hoeneß den Berater als "geldgierigen Piranha" bezeichnet. Die Argumente, mit denen der Israeli Zahavi die Verhandlungen bestreite, "gehen auf keine Kuhhaut", tobte Hoeneß damals.

David Alaba: "Ein Schlag ins Gesicht"

Bei Sky legte Alaba nach: "Dieser Respekt und die Wertschätzung, wonach ich gesucht habe, wo die Vertragsverhandlungen begonnen haben, ging es nicht in die richtige Richtung. Nach dem zweiten oder dritten Gespräch habe ich einen Anruf bekommen und wurde gefragt, ob ich mir einen Tausch vorstellen könnte. Wo ich dann sage: Das ist dann irgendwo ein Schlag ins Gesicht."

Hainer stellte in Anbetracht der Corona-Pandemie, die den Rekordmeister alleine an entgangenen Zuschauereinnahmen bis Saisonende rund 100 Millionen kosten würden, jetzt klar: "Das Wohl des FC Bayern muss immer über dem Wohl der handelnden Personen stehen."

Ausbaden muss dies alles Trainer Flick: "Ganz ehrlich: Ich bin alles andere als glücklich, dass wir uns mit diesem Thema in einer Woche, wo wir zwei sehr, sehr schwere Spiele in Salzburg und Dortmund haben, befassen müssen." Er wiederholte erneut, er wäre "sehr froh, wenn David dem FC Bayern über die Saison erhalten bliebe. Er ist ein absoluter Top-Spieler und ein ganz toller Mensch." Alaba kann ab 1. Januar woanders zum 1. Juli unterschreiben: Real Madrid will ihn unbedingt. Es scheint nach AZ-Informationen seine favorisierte Wahl. Dann hieße es: Adios, Alaba!

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