Bayerns Eiserne: Thomas Müller und Manuel Neuer sind Hansi Flicks Marathonmänner

Der FC Bayern ist am Samstag bei "den Eisernen" von Union Berlin gefordert. "Sie spielen mit sehr viel Leidenschaft", sagt Trainer Hansi Flick. Doch wer sind eigentlich die Dauerbrenner beim Meister?
| Patrick Strasser
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Vielspieler beim FC Bayern: Manuel Neuer und Thomas Müller.
Vielspieler beim FC Bayern: Manuel Neuer und Thomas Müller. © Sven Simon/Augenklick

München - In Corona-Zeiten hallen Schlachtrufe lediglich in der Erinnerung wider, ertönen nicht in den Stadien. Wenn im Köpenicker "Stadion An der Alten Försterei" der eine Block "Eisern!" brüllt, schallt es aus einem anderen Block "Union!" - Reminiszenz an alte Zeiten.

Der Arbeiterverein aus dem Stadtteil im Osten Berlins ist mit der Eisen verarbeitenden Industrie verbunden. Vor Urzeiten, als man den Begriff Profifußball nicht einmal kannte, verdienten die Hobbyfußballer wie andere Union-Vereinsmitglieder ihren Lebensunterhalt in den Fabriken des besagten Berliner Industriegebietes.

Gegen Union Berlin: Hansi Flick erwartet ein "sehr intensives Spiel"

Mit knallharter Arbeit unter ebensolchen Bedingungen. Wer ums Überleben kämpft, wird als "eisern" angesehen. Aus der früheren "Elf der Schlosserjungs" wurden "Die Eisernen" vom 1. FC Union Berlin. Im Marketing-Zeitalter ließ man den Namen offiziell schützen, nahm ihn voller Stolz in die Vereinshymne auf.

Hier wird Fußball geschuftet, nirgendwo kommt man so sehr über den Kampf ins Spiel. Im zweiten Jahr nach dem erstmaligen Bundesliga-Aufstieg 2019 haben die Köpenicker unter Trainer Urs Fischer spielerisch weitere Fortschritte gemacht, sind aktuell Tabellensechster.

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"Es wird ein sehr intensives Spiel, auf das wir uns einstellen müssen", sagte Bayern-Coach Hansi Flick vor dem Auftritt am Samstag in Köpenick (18.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) und charakterisierte die Gastgeber so: "Sie spielen mit sehr viel Leidenschaft und körperlicher Präsenz in den Zweikämpfen." Heißt im Trainer-Sprech also: Dagegenhalten! Bayerns Eiserne, die in den einzigen beiden Pflichtspielduellen vergangene Saison recht knapp siegten (2:1 und 2:0), sind gefordert im städtischen Waldgebiet der Wuhlheide. Erst die Kraft, dann die Kunst.

FC Bayern vor der letzten Englischen Woche 2020

19 Pflichtspiele haben die Bayern seit dem verspäteten Beginn der aktuellen Saison am 18. September absolviert. Bis zur arg kurzen Weihnachtspause, in der Flick seiner Mannschaft "acht, neun Tage frei geben" will, sind es noch drei Partien in acht Tagen. Erst Union, dann das letzte Heimspiel 2020 gegen Wolfsburg am Mittwoch und schließlich das Topduell mit Bayer Leverkusen am kommenden Samstag.

Dafür sollen die letzten Kräfte mobilisiert werden. Manuel Neuer stand in 17 der 19 Partien im Tor, Stellvertreter Alexander Nübel durfte sich nur zwei Mal beweisen. Mit 1560 hat Neuer (34) die meisten Minuten des Kaders auf dem Buckel, die Belastung der Feldspieler ist trotz der Neuer'schen Libero-Ausflüge natürlich ungleich höher.

Flick gleicht Belastung mit viel Rotation aus

Thomas Müller (31) spielte - als einziger - in allen 19 Matches und kommt auf 1523 Einsatzminuten, das sind etwas mehr als 80 pro Spiel. Bayerns Eiserner ist also Müller - obwohl er wegen der Verbannung aus der Nationalelf in den Länderspiel-Perioden Ruhe hatte und von Flick Extra-Urlaub erhielt. Hinter Müller kommen mit David Alaba (28) und Robert Lewandowski (32) Vielspieler, die zusätzlich für Österreich bzw. Polen in der Nations League gefordert waren. Sie verdienen also auch den Titel, ein Eiserner zu sein.

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Unter der Prämisse der Belastungssteuerung ließ Flick zuletzt anders als im Frühjahr deutlich mehr rotieren, wechselte etwa zum Atlético-Spiel neun Spieler im Vergleich zur vorherigen Startelf. "Wir reden immer von Belastungssteuerung und deswegen müssen wir nicht nur reden, sondern es in die Tat umsetzen", meinte der Cheftrainer und erklärte einmal am Beispiel Lewandowski, der vor zehn Tagen nicht mal nach Madrid mitflog: "Deswegen ist es unsere Pflicht als Trainer und als Verein, dem Rechnung zu tragen und zu schauen, dass er immer spielfähig bleibt."

Und die Gelegenheitskicker? Sieben Spieler kamen bisher nur zu einem einzigen Saison-Einsatz: Neuzugang Tanguy Nianzou (war lange verletzt), Talent Bright Arrey-Mbi, Michaël Cuisance (mittlerweile an Olympique Marseille ausgeliehen) sowie Fiete Arp, Leon Dajaku, Armindo Sieb und Daniels Ontuzans. Das letztgenannte Quartett wurde beim 3:0 in der ersten Pokalrunde gegen den 1. FC Düren eingesetzt. Als sämtliche Nationalspieler fehlten und Flick rotierte. Wie? Eisern!

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