Bayern gegen City: Guardiola bemüht Psycho-Tricks

Der Gruppensieg scheint nur noch Formsache für die Bayern. Gegen Manchester City winkt zudem erstmals eine Gruppenphase mit sechs Siegen. „Der Respekt in der Welt vor dem FC Bayern war nie größer!“, schwärmt Boss Rummenigge kurz vor dem Jahresende.
| dpa
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Pep Guardiola am Montag auf dem Vereinsgelände des FC Bayern München an der Säbener Straße.
dpa Pep Guardiola am Montag auf dem Vereinsgelände des FC Bayern München an der Säbener Straße.

München - Pep Guardiola ist immer auf der Hut - und nach einem 7:0 ganz besonders. Nach der munteren Torgala des FC Bayern München in Bremen müsse er seine Spieler „noch mehr unter Spannung halten“, verriet der Trainer vor dem entscheidenden Spiel um den Gruppensieg in der Champions League gegen Manchester City. Psycho-Tricks sind da gefragt.

Die ersten 15 Minuten des Abschlusstrainings seien „gar nicht gut“ gewesen, berichtete der spanische Starcoach am Montag mit ernster Miene. Erst danach sei es auf dem Platz mit dem nötigen Ernst zur Sache gegangen. „Ich hoffe, unsere Spieler wissen, wie wichtig das Spiel morgen ist“, mahnte Guardiola darum energisch vor dem Heimspiel am Dienstagabend (20.45 Uhr/Sky) in der Münchner Fußball-Arena. „Ich habe viel Vertrauen in meine Mannschaft, aber Manchester City ist ein gefährlicher Gegner.“

Das Torschusstraining ohne viel Widerstand in Bremen soll die Seriensieger um Franck Ribéry,  der nun zu den drei Finalisten bei der FIFA-Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2013 zählt, nicht zu falschen Schlüssen verleiten.

Abwehrspieler Jérome Boateng gelobte jedenfalls vollen Einsatz und höchste Konzentration gegen seinen früheren Club: „Wir sind selbstbewusst, aber nicht überheblich!“ Allein Leichtsinn könnte den zu 99 Prozent fixen Gruppensieg noch gefährden. Nach dem 3:1-Hinspielerfolg könnten sich die Bayern, die mit zwei Gegentoren die beste Abwehr der Königsklasse stellen, gegen City eine Niederlage mit einem Tor Unterschied oder sogar ein 0:2 leisten.

Das englische Spitzenteam sei mit seinen zahlreichen Offensiv-Assen wie Agüero, Negredo, Silva, Navas oder Jovetic immer für „ein, zwei, drei, vier Tore“ gut, erklärte Mahner Guardiola: „Ich erwarte ein enges Spiel, ein ganz anderes als in Manchester.“ Guardiola will nach dem Einzug ins Achtelfinale auch noch „das zweite Ziel“ erreichen, Platz eins in Gruppe D. „Das Rückspiel im Achtelfinale zu Hause zu haben, ist wichtig“, begründete er. Zudem ginge der Titelverteidiger als Erster in der ersten K.o.-Runde Schwergewichten wie Real Madrid oder Paris St. Germain aus dem Weg, die schon als Gruppensieger feststehen. Manchester United oder der FC Barcelona sind weitere programmierte Gruppensieger. „Und 18 Punkte sind auch ein Ziel“, ergänzte Guardiola.

Der FC Bayern ist überhaupt erst der sechste Verein in der Geschichte der Königsklasse, der eine Gruppenphase mit sechs Siegen absolvieren könnte. Das gelang nur dem AC Mailand (1992/93), Paris St. Germain (1994/95), Spartak Moskau (1995/96), FC Barcelona (2002/03) und Real Madrid (2011/12). „Wir sind noch nicht top“, bemerkte Perfektionist Guardiola, der immer und überall Steigerungspotenzial sieht. Ein Sechs-Siege-Start in die angestrebte Titelverteidigung wäre ein weiteres starkes Signal an alle Herausforderer in Europa. „Der Respekt in der Welt vor dem FC Bayern war nie größer!“, schwärmte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei der Weihnachtsfeier am Wochenende. „Wir haben alles erlebt, was es im Positiven zu erleben gibt. Es ist von Januar bis Dezember wunderbar gelaufen.“

Und die finalen Partien in Champions League, Bundesliga (HSV) und dann bei der Club-WM in Marokko sollen das Münchner Super-Jahr nun abrunden. Zwei Wochen nach einer Muskelzerrung kann Philipp Lahm die Rekord-Bayern wieder als Kapitän aufs Feld führen. „Philipp ist bereit, er hat sehr gut trainiert“, sagte Guardiola. Mario Götze setzte wegen einer Hüftprellung mit dem Teamtraining aus, soll aber zum Kader gehören. „Ich bin optimistisch“, meinte Guardiola. ManCity muss ohne seinen robusten Abräumer Yaya Touré (Gelb-Sperre) im Mittelfeld auskommen. Ein spezielles Wiedersehen gibt es für Martin Demichelis. Der Argentinier, der von 2003 bis 2010 das Bayern-Trikot trug, kehrt erstmals als Gegner in die Münchner Arena zurück. Der Abwehrmann wird nicht zulassen wollen, dass Ribéry und Co. wieder nach Herzenslust die Bälle ins Tor ballern können.

 

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