Alle Offensivspieler beim FC Bayern München fit - moderner Sechskampf

James gibt in der kolumbianischen Nationalelf sein Comeback, beim FC Bayern sind damit erstmals alle Offensivstars fit. Was wird aus Müller? "Ich finde es okay, dass er von Anfang an spielen will", sagt Neuer.
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Was für ein Angebot in der Offensive: Robben, Ribéry und Müller sind nur drei der sechs offensiven Mittelfeldspieler die Ancelotti zur Verfügung hat.
imago/Jan Huebner Was für ein Angebot in der Offensive: Robben, Ribéry und Müller sind nur drei der sechs offensiven Mittelfeldspieler die Ancelotti zur Verfügung hat.

München - Es war nicht Neymar, der Bayern-Star James Rodriguez kurzzeitig die Show stahl, sondern ein Hund. Tatsache. Beim WM-Quali-Spiel zwischen Kolumbien und Brasilien (1:1) rannte in der letzten Minute der ersten Halbzeit plötzlich ein hellbrauner Vierbeiner über den Rasen. Es dauerte einige Augenblicke, bis ein Ordner den Hund eingefangen hatte. Mit flinken Bewegungen konnte er immer wieder entwischen. Ähnlich schwer zu kontrollieren war auch James am Dienstagabend in Barranquilla.

Der Neuzugang der Bayern gab sein Comeback nach 35 Tagen Verletzungspause. Nur widerwillig hatten die Münchner James zum Nationalteam gelassen, nach seinem Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel sollte der 26-Jährige eigentlich behutsam aufgebaut werden. Thiago, James, Müller: Drei Stars – ein Platz in Carlos System Doch James präsentierte sich in einer erstaunlich guten Form, spielte 90 Minuten durch. Am 1:1 war er per Hackentrick beteiligt, anschließend zeigte James seine Torgefahr bei einem frechen Freistoß an den Pfosten (60.).

Kurzum: James ist wieder fit und ermöglicht Bayern-Trainer Carlo Ancelotti damit eine zusätzliche Variante im Angriff. Vor dem Bundesliga-Spiel am Samstag in Hoffenheim (18:30 Uhr) hat Ancelotti erstmals in dieser Saison alle Offensivstars zur Verfügung. Wer darf hinter Mittelstürmer Robert Lewandowski spielen? Die AZ erklärt Bayerns modernen Sechskampf.

Zehnerposition: Thomas Müller, Thiago, James Rodríguez

Nach Teamkollege Mats Hummels und Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff springt nun auch Bayern-Kapitän Manuel Neuer Thomas Müller zur Seite. "Ich finde es okay, dass er spielen will – und das von Anfang an", sagt Neuer im Kicker-Sonderheft zur Champions League. "Es ist okay, wenn einer Ansprüche an sich selbst hat und sie formuliert, wenn er Leistung bringt." Die brachte Müller in der Vorbereitung, doch zuletzt in Bremen setzte Ancelotti Müller auf die Bank.

Thiago rückte in die Startelf – obwohl der Spanier nach Verletzung erst dreimal trainiert hatte. "Ich weiß nicht genau, welche Qualitäten der Trainer sehen will, aber meine sind scheinbar nicht hundertprozentig gefragt", sagte Müller in ein ARD-Mikro. Trainer-Liebling Thiago scheint wie schon in der vergangenen Saison gesetzt – und jetzt ist auch noch James zurück, der ebenfalls am stärksten auf der Zehnerposition spielt. Was wird aus Müller, wenn Ancelotti weiter im bevorzugten 4-2-3-1-System agieren lässt?

Die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sowie Sportdirektor Hasan Salihamidzic halten sich aus der Diskussion bislang raus, kommentieren weder Müllers Degradierung noch die unterstützenden Worte der Mitspieler, die sich damit auch gegen den Trainer positionieren. Problematisch – findet Lothar Matthäus. "Es ist ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial, wenn sich Spieler in die Entscheidung des Trainers einmischen und Politik machen", sagte Matthäus der Sport Bild. Bayern müsse das "unterbinden, denn die Autorität des Trainers wird untergraben". Eine heikle Situation. Bayerns zentrale Frage könnte für Ancelotti zum zentralen Problem werden.

Außenbahn: Arjen Robben, Kingsley Coman, Franck Ribéry

Arjen Robben kehrte mit gemischten Gefühlen zurück nach München. Für seine niederländische Nationalelf gab’s zunächst Haue beim 0:4 in Frankreich, dann gewann Oranje immerhin gegen Bulgarien (3:1). Robben spielte stark, erzielte ein Tor. Die WM hat er nicht aufgegeben: "Wir sind noch am Leben." Robbens Vorteil bei den Bayern: Er hat bessere Mitspieler als im Nationalteam. Das war nicht immer so in der stolzen Historie der Elftal. Obwohl der 33-Jährige noch auf ein eigenes Tor in dieser Spielzeit wartet, ist Robben bei Ancelotti auf der rechten Außenbahn gesetzt.

Herausforderer Kingsley Coman kam für Frankreich in beiden WM-Quali-Spielen unter der Woche zum Einsatz, am vergangenen Spieltag in Bremen bereitete er Robert Lewandowskis Treffer zum 1:0 klasse vor. Nachdem er für Robben eingewechselt worden war. Coman soll in dieser Saison – genau wie Joshua Kimmich – besonders gefördert werden. Das ist der Auftrag, den Präsident Hoeneß Ancelotti mit auf den Weg gab: "Ob er (Ancelotti, d.Red.) die Aufbauarbeit will und macht, werden wir erst in diesem Jahr sehen", sagte Hoeneß während der Asien-Reise. Klar ist: Coman muss sein zweifellos vorhandenes Potenzial konstanter abrufen. Noch ist er die Nummer drei auf der bayerischen Außenbahn.

Denn auch Altstar Franck Ribéry (34) liegt im Ranking weiter vor Coman. Im Pokal in Chemnitz gelang dem Franzosen ein toller Freistoßtreffer, zur Belohnung für einen guten Saisonstart durfte Ribéry am spielfreien Wochenende auf der griechischen Insel Mykonos ausspannen. Der Monsieur ist für das Hoffenheim-Spiel in der Startelf vorgesehen. Am Samstag wird wohl auch James im Kader stehen, erstmals in dieser Bundesliga-Saison. Ancelottis Wunschspieler verschärft ab sofort den Sechskampf in der Bayern-Offensive.

Komm' her, Toni: So hilfsbereit ist Thomas Müller

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