278 Millionen auf der Bank: FC Bayern schont sich in Champions-League-Form

Die halbe Mannschaft geschont, aber trotzdem gewonnen: Nach dem Sieg in Wolfsburg liegt bei Bayern München der Fokus auf dem Champions-League-Achtelfinale gegen Besiktas Istanbul.
| Florian Krebl, SID
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Was für eine Auswechselbank! David Alaba, Robert Lewandowski, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Thomas Müller und Tom Starke (v.l.) nahmen zu Beginn der Partie am Spielfeldrand Platz.
firo/Augenklick Was für eine Auswechselbank! David Alaba, Robert Lewandowski, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Thomas Müller und Tom Starke (v.l.) nahmen zu Beginn der Partie am Spielfeldrand Platz.

Wolfsburg - Jupp Heynckes scheint zu wissen, wie man Geld gewinnbringend anlegt. Rund 278 Millionen Euro schaffte der Trainer von Fußball-Rekordmeister Bayern München in weiser Voraussicht auf die Bank. Genauer: Auf die Ersatzbank. Seine gesamte Stammviererkette, Torjäger Robert Lewandowski und Kapitän Thomas Müller ließ der 72-Jährige beim 2:1 (0:1) beim VfL Wolfsburg (hier geht's zum Spielbericht) zunächst draußen. Ob sich die Maßnahme rentiert, wird am Dienstag das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Besiktas Istanbul (20:45 Uhr/Sky, ZDF und AZ-Liveticker) zeigen (hier nachlesen, welcher Schiedsrichter die Partie pfeift). 

"Es ist zu diesem Zeitpunkt natürlich immer ein gewisses Risiko, auf so vielen Positionen zu wechseln", sagte Heynckes. Insgesamt achtmal hatte der Bayern-Coach im Vergleich zur Vorwoche gewechselt. Doch neben dem offensichtlichen Grund für die Personalrochade - Schonung für das weit wichtigere Duell mit Besiktas - hatte Heynckes auch noch einen ganz anderen Aspekt im Hinterkopf.

Menschenkenner Heynckes: Rotation war nicht nur zur Schonung da

"Das sind alles Nationalspieler", sagte Heynckes mit Verweis auf Profis wie Sebastian Rudy, Sandro Wagner oder den genesenen Thiago: "Denen wollte ich Einsatzzeiten geben. Damit sie das Gefühl haben, dass sie dazugehören." Der kräftezehrende Drei-Tage-Rhythmus ist ja ohnehin Usus bei den Bayern. "Normalerweise können die Spieler das ab. Da ist auch am Dienstag wieder egal, wer spielt", sagte Heynckes.

Fürwahr ist die Konkurrenzsituation in München enorm. James und Kingsley Coman blieben am Samstag wie der gelbgesperrte Arturo Vidal ganz in der bayerischen Landeshauptstadt. "Wenn alle fit sind, dann haben wir natürlich sehr viele sehr, sehr gute Spieler, die nicht in der ersten Elf stehen können", sagte Müller.

Bei physisch starken Wolfsburgern brauchten die Bayern nach dem Gegentor von Daniel Didavi (8.) bis zur zweiten Halbzeit, um in Betriebstemperatur zu kommen. Erst dann lief der gewohnte Kombinationsfußball, der sie trotz des verschossenen Foulelfmeters von Arjen Robben (55.) am Ende noch die Begegnung drehen ließ.

"Dieser Wille, Spiele gewinnen zu wollen, obwohl es vorne vermeintlich nicht mehr wirklich spannend wird, das macht einfach Spaß. Die Mannschaft ist einfach geil", sagte Müller nach dem Ausgleich von Wagner (64.) und Lewandowskis Last-Minute-Siegtor (90.+1, Foulelfmeter), die noch zum 13. Pflichtspielsieg in Folge führten.

Eine Fünf beim Last-Minute-Sieg in Wolfsburg

FC Bayern: Respekt vor Besiktas Istanbul

Doch klar bleibt auch: Die Wechselspiele sind nur bei einem Heimsieg gegen Istanbul ein lohnenswertes Investment gewesen. Vor dem Tabellenvierten der türkischen Süper Lig und dessen namhaften Offensiv-Ü30ern Ricardo Quaresma, Alvaro Negredo und Vagner Love ist beim FC Bayern durchaus Hochachtung zu spüren.

"Die haben ein paar Spieler drin, die sicherlich sehr talentiert sind", sagte Müller: "Deren Karriereweg vielleicht nicht 100 Prozent optimal gelaufen ist, aber die dann doch sehr viel Qualität mitbringen." Die beiden Siege in der Gruppenphase der Königsklasse gegen RB Leipzig haben bei Müller ebenfalls Eindruck hinterlassen. "Man hat schon gesehen, dass man sie auf keinen Fall unterschätzen darf."

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