Das rot-grüne Schattenkabinett

Was wäre wenn... die CSU ihre Macht verliert? Die AZ spielt die Szenarien durch, wer dann Minister werden könnte
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Münchens OB Christian Ude.
dapd Münchens OB Christian Ude.


MÜNCHEN Münchens Bürgerking Christian Ude könnte 2013 nach mehr als einem halben Jahrhundert in Bayern die CSU besiegen. Der Gedanke hat für viele Wähler Charme. Doch was dann? Kann Ude mit dieser SPD, den Grünen und den Freien Wählern überhaupt ein Kabinett für den Freistaat zimmern? Die AZ stellt schon mal vor, wer welchen CSU und FDP-Minister ersetzen könnte. Unter Personalmangel leidet die Opposition jedenfalls nicht.
Der SPD-Fraktionschef: Markus Rinderspacher kennt sich mit Zahlen aus, ist gelernter Bankkaufmann und Politikwissenschaftler. Damit könnte er Georg Fahrenschon (CSU) als Finanzminister ablösen.


Die drei roten Franken: Thomas Beyer, der Erlanger Jurist, bezeichnet sich selber als Gegenspieler von Wirtschaftsminister Martin Zeil. So wie der FDP-Mann könnte er das Amt allemal ausfüllen. Inge Auris lehrte der CSU bei der BayernLB das Fürchten. Die Architektin war Oberbürgermeisterin von Kulmbach, kennt sich bei der Inneren Sicherheit und im Kommunalen aus und wäre mit ihrem Durchsetzungsvermögen die Richtige für den Chefsessel im Innenministerium. Volker Halbleib ist Verwaltungsjurist, war bei der Regierung von Unterfranken Leiter der Stabsstelle „Controlling”. In der SPD ist er der Gegenspieler des Finanzministers. Er könnte aber auch die Staatskanzlei organisieren.


Der Schwabe: Harald Güller, Jurist aus Augsburg, ist gleich für mehrere Posten gut. Er war im Landtag der erste Abgeordnete einer Oppositionspartei, der einen Untersuchungsausschuss geleitet hat. Als parlamentarischer Geschäftsführer managt er die Fraktion. Das könnte er auch im Innen - oder Justizministerium.
Die Münchner: Natascha Kohnen, SPD-Generalsekretärin und Diplom-Biologin träumt vom Wissenschaftsministerium. Vor einem Vergleich mit FDP-Minister Wolfgang Heubisch, dem Zahnarzt, muss sie sich nicht fürchten. Isabell Zacharias, Diplom-Ökotrophologin und Ex-Chefin des Elternverbandes, profiliert sich ebenfalls für Heubischs Job. Im Stimmkreis Schwabing lieferte sie sich 2008 ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ludwig Spaenle (CSU), das sie 2013 gewinnen könnte.
Ulrich Pfaffmann, Chef der Münchner SPD, führte die CSU-Regierung schon im letzten Wahlkampf beim Thema Schulen vor. Er wäre nicht nur eine Alternative zu Kultusminister Spaenle, sondern auch zu Familien- und Arbeitsministerin Christine Haderthauer. Als ihr Herausforderer wird er in den Wahlkampf ziehen.


Die Grünen: Margarete Bause, Diplomsoziologin aus München und seit über 20 Jahren im Landtag, hat als Fraktionschefin die Wahl: Die könnte auf das Kultusministerium fallen. Gerechte Bildungschancen für jedes Kind ist ihr Herzensanliegen. Christine Stahl, Juristin aus Nürnberg, ist jetzt Vizepräsidentin im Landtag und die personifizierte Innenministerin der Opposition. Theresa Schopper dürfte als Bayerns Grünen-Chefin sich auch ein Ministerium aussuchen. Als Mutter Theresa wäre die gelernte Diplomsoziologin prädestiniert für das Sozialministerium – wenn sie nicht Münchner Oberbürgermeisterin wird. Susanna Tausendfreund, die Hobby-Zauberin und Rechtsanwältin aus dem Isartal, ist die Kronjuristin der Opposition und vielleicht 2013 Justizministerin.


Freie Wähler: Hubert Aiwanger wird als Zünglein an der Waage den Preis für eine Koalition kräftig nach oben treiben, egal, ob mit Rot-Grün oder der CSU. Ein Schlüssel-Ministerium wird es da schon sein müssen für den Agraringenieur aus Niederbayern, der als einer der wenigen im Landtag ohne Manuskript frei und frech reden kann. Florian Streibl, Jurist und Fraktionsvize, stünde für das Umweltministerium bereit. Das hatte einst sein Vater Max Streibl gegründet.
Ulrike Müller, die taffe Bäuerin aus Schwaben, die die CSU gerne abwerben würde, wäre als Landwirtschaftsministerin die Richtige. Alexander Muthmann, der ehemalige Landrat aus Niederbayern könnte das Wirtschaftsministerium für die Freien Wähler übernehmen. Er ist jetzt Vize im Wirtschaftsausschuss des Landtags. Angela Böhm

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