CSU kann Bayern alleine regieren - FDP raus

König Horst ist gekrönt, die bajuwarische Normalität wieder hergestellt: Bei der Landtagswahl in Bayern geben die Wähler der CSU mit fast 48 Prozent die absolute Mehrheit. Ude erreicht 20,6 Prozent, die FDP fliegt ganz raus.
| Annette Zoch
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König Horst ist gekrönt, die bajuwarische Normalität wieder hergestellt: Bei der Landtagswahl in Bayern geben die Wähler der CSU mit fast 48 Prozent die absolute Mehrheit. Ude erreicht 20,6 Prozent, die FDP fliegt ganz raus.

München - Die „Mutter aller Schlachten“ hat Horst Seehofer die Landtagswahl einmal genannt. Am Sonntag hat das alte CSU-Schlachtross sie fulminant gewonnen. 47,7 Prozent hat er eingefahren (Vorläufiges amtliches Endergebnis). Das bedeutet ein Plus von 4,3 Prozentpunkten und die absolute Mehrheit der Sitze (101).

Richtig bitter ist der Wahlausgang dagegen für die FDP: Nach nur fünf Jahren sind die Liberalen ebenso krachend rausgeflogen aus dem Maximilianeum. Vor fünf Jahren waren sie noch der kleine Kraftmeier an der Seite der gedemütigten Christsozialen, hatten acht Prozent geholt. Jetzt sind sie auf nur noch 3,3 Prozent zusammengeschnurrt – damit kratzen sie noch nicht mal annähernd an der Fünf-Prozent-Hürde. Eine Watschn für Martin Zeil und seine Mitstreiter.

Landtagswahl: Der Liveticker zum Nachlesen

Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Ude hat zum ersten Mal seit langem keine Stimmen verloren, sondern 2,0 Punkte dazugewonnen. Sie konnte ihr Ergebnis auf 20,6 Prozent steigern. Ein kleiner Achtungserfolg, bedenkt man das historische Tief von 18,6 Prozent bei der letzten Wahl.

Große Freude herrscht bei den Sozis trotzdem nicht: Erstens wurde das Wahlziel, der Regierungswechsel, nicht erreicht. Und zweitens ist der anfängliche Ude-Effekt über den langen Wahlkampf völlig verpufft. Das Signal: Noch nicht mal der populäre Münchner OB kann es mehr reißen.

Geknickt auch die Grünen: Sie liegen nur noch bei 8,6 Prozent, nach 9,4 Prozent noch vor fünf Jahren. Die Freien Wähler unter ihrem Anführer Hubert Aiwanger mussten ebenfalls Verluste hinnehmen. Waren sie 2008 noch aus dem Stand mit 10,2 Prozent in den Landtag gekommen, sind sie jetzt auf 9,0 Prozent abgerutscht und haben nach bisheriger Rechnung gegen die Grünen das Rennen um Platz drei knapp verloren. Überhaupt nicht Fuß fassen in Bayern können die Linken mit nur 2,1 Prozent.

Der Alleinherrscher: Ein Kommentar von AZ-Chefredakteur Arno Makowsky

Für die CSU ist jetzt die alte bajuwarische Normalität wiederhergestellt, unangefochten in der Alleinregierung. Die Christsozialen können vor Kraft kaum laufen. Vergessen die Zeit, als sie von über 60 Prozent auf nur noch 43,4 Prozent abgestürzt war. Erstmals seit 50 Jahren hatte sie damals mit der FDP eine Koalitionsregierung bilden müssen.

Diese Wahl ist übrigens die erste, bei der sich den Bayern Seehofer zur Wiederwahl stellen musste. Nach dem Wahl-Debakel im Jahr 2008 war er zu Beginn der neuen Legislaturperiode auf den zurückgetretenen glücklosen Ministerpräsidenten Günther Beckstein gefolgt.

Erfreulich hat sich die Wahlbeteiligung in Bayern entwickelt: Sie hat den höchsten Wert seit 1998 erreicht und lag bei 63,9 Prozent der Stimmen. Vor fünf Jahren waren es 57,9 Prozent. Viele Wähler haben heuer per Brief abgestimmt.

Alle Zahlen im Überblick:

CSU: 47,7%, 101 Sitze

SPD: 20,6%, 42 Sitze

Freie Wähler: 9,0%, 19 Sitze

Grüne: 8,6%, 18 Sitze

FDP: 3,3%

Die Linke: 2,1%

Bayernpartei: 2,1%

ÖDP: 2,0%

Piraten: 2,0%

REP: 1,0%

Die Franken: 0,7%

NPD: 0,6%

Die Freiheit: 0,1%

Frauenliste: 0,1%

Büso: 0,0%

 

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